Zurück bei Cadillac gab es 1912 eine weitere wichtige Neuerung, elektrisches Licht und einen Elektrostarter von Delco.
Dieses all-in-one System bestand aus einem Dynamo, der Starter diente und die Batterie auflud und Licht und Zündung mit Strom versorgte. In einer Welt von Handkurbeln und Kerosinlampen war dies ein großer Schritt nach vorne. Es war deshalb auch kein Wunder, dass die Produktionszahlen stiegen und 1912 12.000 und im darauffolgenden Jahr 17.000 Fahrzeuge gebaut wurden.
Aber Cadillac hatte noch eine weitere Neuerung im Ärmel. Die Firma kündigte für 1915 die erste Serienproduktion von V8-Motoren an. Die französische Firma De Dion Bouton hatte schon seit mehreren Jahren einen V8-Motor im Angebot, aber das Model 51 von Cadillac war anders. Hier wurden auch wieder standardisierte Teile genutzt, um eine außergewöhnlichen Motor in großen Stückzahlen zu bauen. Dies war ein 90°-V8 Motor mit 5178 cc (316 ci), der rund 70 PS leistete und stark genug war, um das Model 51 auf 105 Stundenkilometer zu beschleunigen. Der verbesserte Elektrostarter-Cadillac wurde mit 9 verschiedenen Aufbauten angeboten und kostete in der Basisversion weniger als $2.000. Wieder einmal ließ man die Konkurrenz hinter sich, auch wenn es nicht lange dauerte und auch diese mit V8-Motoren aufwarten konnten. Im ersten Jahr verkaufte Cadillac 13.000 Fahrzeuge mit V8-Motor.
Während der 1920er Jahre gab es kaum technische Erneuerungen, vielleicht wegen des Weggangs von Henry Leland. Lediglich der V8 wurde mit 77 PS stärker und das Fahrzeug konnte seine Position als eines der am stärksten motorisierten auf dem Markt behaupten. Cadillac bot in der Zeit besondere Karosserien von Herstellern wie Fleetwood und Judkins an. Als die neuen Series 341 Cadillacs auf den Markt kamen, waren sie entweder mit massenproduzierten Fisher Karosserien oder mit individuell gefertigten Karosserien von Fleetwood zu haben. Von Fisher gab es sieben verschiedene Modelle von den teureren von Fleetwood hingegen 37, was sich natürlich auch in einem höheren Preis niederschlug.
Die Cadillac 341 Modelle hatten ihren Namen übrigens von der vergrößerten Version des V8-Motors mit 5588 cc (341 ci)und wurden zusammen mit den neuen und kleineren La Salle Modell verkauft.
Diese Strategie ging auf und trotz höherer Preise lief das Geschäft in den 1920ern gut. Die Produktion stieg von 20.000 Fahrzeugen im Jahr 1920 auf 56.000 Fahzeuge im Jahr 1928 bevor die Wirtschaftskrise ihren Tribut zollte. Aber Cadillac war immer noch weit von der Massenproduktion entfernt, wie es sie zum Beispiel bei Ford gab. Cadillac war eine gut eingeführte Prestigemarke mit relativ kleinen Produktionszahlen, rangierte aber noch hinter den Duesenbergs oder Cords.
Aber Cadillac’s (und General Motors) Ambitionen lagen darin, der Aristokratie der amerikanischen Autobauer Konkurrenz zu machen und dies taten sie dann 1930 mit dem V16. So ein Fahrzeug so kurz nach dem Börsenkrach vorzustellen war natürlich unglücklich, aber Cadillac hatte dies natürlich nicht vorhersehen können, als Owen M. Nacker drei Jahre zuvor mit dem Bau der imposanten neuen Maschine begann.
Es waren eigentlich zwei V8-Motoren, die im 45 Grad Winkel miteinander verbunden waren und von denen jeder seine eigene Benzinversorgung und einen eigenen Auspuff hatte, die sich aber eine gemeinsame Kurbelwelle teilten. Der Motor mit 7456 cc (455 ci) leistete 165 PS und brachte es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 145 Stundenkilometern.
Egal ob als Fleetwood Roadster oder mit Karosserie von Murphy oder Waterhouse, der V16 Cadillac war für seine Zeit ein außergewöhnliches Fahrzeug. Dank hydraulischer Stößel war der Motor so leise, dass es hieß man könne nur den Abreißfunken hören. Im ersten Jahr wurden noch fast 3000 Fahrzeuge verkauft, aber schon 1931 sanken die Verkaufszahlen als Folge der Wirtschaftskrise auf 364 und wurden auch bis zum Produktionsende im Jahr 1940 nicht besser.












