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Archive for the ‘Britische Klassiker’ Category

Die Geschichte der MG Sports Cars

Thursday, November 10th, 2011

Die britische Automobilindustrie war einst ein gut gehendes Geschäft mit Kultstatus, in den letzten 50 Jahren ist es allerdings auf fast nichts zusammengeschrumpft. Und auch wenn Aston Martins, Rolls Royces und Jaguare durch und durch englisch sind, so gehören sie inzwischen doch ausländischen Firmen. Ein klassischer Land Rover oder ein 1960er Mini Cooper werden sofort als britische Autos erkannt, aber nichts ist typischer für Großbritannien als ein klassisches MG Sports Car.

Von Cecil Kimber in den 1920er Jahren in der Nähe von Oxford gegründet. Die ersten MG Modelle waren umgebaute Morris Modelle und die Nachfrage war so groß, dass die Firma schon bald umziehen musste um vergrößert zu werden.
1928 war MG das erste Mal auf der London Motor Show vertreten und schon damals wurde in der Fabrik in Abingdon produziert in der MG auch blieb, bis die Produktion im Jahre 1980 eingestellt wurde. 1930 wurde dann auch der MG Car Club für Fans und Besitzer der MG Fahrzeuge ins Leben gerufen.

1952 wurde MG von der BMC (British Motor Corporation) geschluckt. Und obwohl viele MGs die während der BMC-Zeit gebaut wurden, umbenannte Versionen anderer Marken waren, so wurden doch auch weiterhin die für MG so typischen Sports Cars gebaut.

Zu der Zeit als die Fabrik in Abingdon geschlossen wurde, war MG nicht mehr gut im Geschäft, dies änderte sich aber als die Firma 1982 mit Austin Rover vereinigt wurde um die high-performance Modelle der Maestros, Montegos und Metros zu bauen. Für knapp 10 Jahre wurden diese Limousinen, Fließheckmodelle und Kombis gebaut, von denen einige heutzutage immer noch auf den Straßen zu finden sind.
Das erste MG Modell war der MG 14/28 aus dem Jahre 1924. Es war ein modifizierter Morris Oxford. Das Erste wirkliche MG Fahrzeug war der 1928er MG 18/80 mit dem typischen MG Kühlergrill und im folgenden Jahr kam eine kleinere Version auf den Markt die die lange Reihe der Fahrzeuge begründete, die unter dem Namen Midget bekannt wurden, beginnend mit dem M-Type.
Die MGs spielten eine große Rolle im Rennsport und eine Reihe T-Modelle wurde gebaut, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die ganze Welt exportiert wurden.

1962 kam der MGB auf den Markt, gefolgt von der Coupé Version MGB GT. Diese Fahrzeuge sind genau wie der MG Midget aus dem Jahre 1961 wirkliche Klassiker und können auch heute noch auf britischen Straßen gesehen werden, wann immer die Sonne scheint. Kontinuierlich verbessert wurde der MGB bis 1980 produziert.

Obwohl MG die starken Rover von den frühen 1980ern an produzierte, bauten sie bis 1995 keinen weiteren zweisitzigen Sportwagen. Der MG-F war dann natürlich wesentlich moderner und komfortabler als seine Vorgänger und einer der meistverkauften Sportwagen seiner Zeit.

Rover wurde von BMW aufgekauft und die Marke MG landete bei der Nanjing Automobile Group.  Im April 2006 wurde die MG Motor UK Ltd als NAC MG UK Limited von der NAC (Nanjing Automobile Corporation) gegründet.  Der Bau von Autos begann wieder in der Fertigungsstätte in Longbridge im August 2007 mit der Produktion des MG TF LE500. 2009 wurde die NAC MG UK in MG Motor UK Limited umbenannt.

Im Mai 2011 kam mit dem MG6 nach 16 Jahren der erste komplett neue MG auf den Markt.

Der Austin-Healey Sprite MK1

Saturday, September 11th, 2010

Einige Theoretiker auf dem Gebiet der Automobile glauben, dass die besten Autmobildesigns ein erkennbares Gesicht haben.

Wenn das wahr ist, haben nur wenige ein hübscheres Gesicht als der Austin-Healey Sprite mit seinem Kühlergrill, der von einem Ohr zum anderen zu grinsen scheint, und den weit offenen leicht erstaunt dreinblickenden Augen.

Diese Details verliehen ihm schnell die Spitznamen „Frog Eye“ oder „Bugeye“ unter denen er auch heute noch bekannt ist. Und es ist sicher als Kompliment zu werten, dass das Design im Suzuki Cappuccino und Honda Beat  in den 1990er Jahren wieder aufgegriffen wurde, um etwas von dem Charme des Originals einzufangen.  Trotzdem fehlt diesen Fahrzeugen etwas wichtiges, der Charakter des Austin-Healey Sprite.

Austin-Healey Spite MK1 © flickr/sykerabbit77

Die Donald Healey Motor Company und Austin hatten sich schon zusammengetan, um den Austin-Healey 100 zu bauen und 1958 wurde sein kleiner Bruder der Sprite geboren. Ein kleiner spartanisch ausgestatteter Sportwagen der erstens günstig war und zweitens auf dem Motor und Fahrgestell des Austin A 35 und Teilen des Morris Minor basierte.

Um an den modifizierten Motor mit Doppelvergaser zu kommen, konnte man die gesamte Motorhaube einschließlich der Kotflügelabdeckungen anheben und hatte so einen optimalen Zugang zur Maschine. Diese leistete 43 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h.

Die Scheinwerfer, denen der Austin-Healey Sprite seinen Namen verdankt sollten eigentlich einklappbar sein, was aus Kostengründen verworfen wurde.
Auch einen richtigen Kofferraum mit Kofferraumklappe hatte der Sprite nicht. Gepäck konnte man nur in einem Stauraum hinter den Sitzen verstauen.

Insgesamt vermittelte der Austin-Healey Sprite MK1, von dem zwischen 1958 und 1961 38.999 Stück gebaut wurden, mit seinen knapp 3,5 Metern Länge das typisch britische Sportwagengefühl und machte sich selbst auf kurvigen engen Straßen gut.

Jaguar XK120

Saturday, August 14th, 2010

Als der Jaguar XK120 1948 auf der Londoner Motorshow vorgestellt wurde, war er eine Sensation, und noch heute erregt der Sportwagen Aufsehen.

Das neue Fahrzeug von Jaguar sah nicht nur wunderschön aus und war sehr schnell, es hatte auch den ersten Motor von Jaguar mit doppelt oben liegender Nockenwelle und wurde noch dazu zu einem unglaublich günstigen Preis verkauft. Und all dies obwohl der Jaguar XK120 in sehr kurzer Zeit entwickelt wurde und nie dazu gedacht war in größeren Stückzahlen verkauft zu werden.

Noch während des Zweiten Weltkriegs arbeitete man bei Jaguar an neuen Motoren für die großen Limousinen und das Problem für den Jaguar Chef William Lyons war, dass der neue Motor längst fertig war, bevor es überhaupt ein Fahrzeug dafür gab. Kurzfristig sollte dann statt eines Fahrzeugs mit 3,048 Meter Radstand ein Fahrzeug mit 2,591 Meter Radstand für den neuen Motorgebaut werden. William Lyons machte sich selbst daran einen offenen Zweisitzer Sportwagen zu entwerfen.

Jaguar XK120 © flickr/underwhelmer

Obwohl der Jaguar XK120 schon im Oktober 1948 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war der Verkaufsstart erst Mitte 1949. Die ersten, und heute bei Sammlern begehrtesten Fahrzeuge, hatten noch einen mit Aluminium verkleideten Eschenholzrahmen, bevor dann 1950/51 die Serienproduktion mit Stahlblechkarosserien startete.

Als der XK120 im Jahre 1954 vom ähnlichen XK 140 abgelöst wurde gab es inzwischen neben dem Roadster (Open Two Seater) auch eine Coupé (Fixed Head Coupé) und ein besser ausgestattetes Cabrio (Drop Head Coupé).

Der 3,4 Liter Motor war einer der stärksten auf der Welt und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern. Gleichzeitig war er aber auch so gut entwickelt, dass auch das Fahren mit geringer Geschwindigkeit im Stadtverkehr ein Vergnügen war. Der Motor war so herausragend, dass später auch die C- und D- Typen, die in den 1950ern in Le Mans Siege einfuhren, damit angetrieben wurden.

Nach heutigen Maßstäben könnte man wohl über die Trommelbremsen und die Lenkung beschweren, niemand aber würde sich negativ über die Beschleunigung oder das Aussehen äußern.

Insgesamt war der Jaguar XK120 ein auf der ganzen Welt recht erfolgreiches Fahrzeug, ein großartiges Rally-Fahrzeug und eine brauchbarer Rennwagen. In den sechs Jahren, in denen der XK 120 produziert wurde, wurden 12.005 Stück gebaut und um ihn zu ersetzen brauchte man ein wirklich gutes Fahrzeug. Allerdings war der neue Jaguar XK140 mit stärkerem Motor auch genau das. Er wurde bis 1961 gebaut und dann vom ersten E-Type abgelöst.

Jowett Javelin von 1947

Tuesday, June 15th, 2010

Es gibt nur wenige Fahrzeuge, die nur von einer einzigen Person designt wurden, der Jowett Javelin ist einer davon.

Das Design war von Gerald Palmer, der viel von seinem Handwerk bei MG und in der Nuffield Organisation gelernt hatte.

Jowett Javelin © flickr/burwell

Zu lange waren die Fahrzeuge von Jowett schon einfach, robust aber technisch nicht auf der Höhe ihrer Zeit. Deshalb wurde für das Nachkriegsprojekt Palmer in die Firma geholt, um mit wertvollen neuen Ideen aufzuwarten.  Bereits während des Zweiten Weltkriegs geplant, feierte der Jowett Javelin sein Debüt in den entbehrungsreichen Jahren danach und erntete auch sofort Lob für seinen Style und seine Performance.

Verglichen mit den Jowett Standards gab es an dem Fahrzeug überall Neuerungen. Nicht nur im Style und beim Motor, sondern auch beim Aufbau und der vorderen Einzelradaufhängung. Die Karosserie der viertürigen Limousine kam von Briggs Motor Bodies in Boncaster und hatte eine hohe Nase und ein langes geschwungenes Heck. Gemessen an den Standards der damaligen Zeit war es sehr windschlüpfrig. Und verglichen mit den anderen Fahrzeugen, die Jowett bisher gebaut hatte, war es eine atemberaubende Neuerung.

Der Boxermotor war neu und nachdem die Kinderkrankheiten beseitigt waren, war er auch um rund 10 mph schneller als vergleichbare britische 1,5-Liter Fahrzeuge der Zeit und hatten noch dazu eine gute Straßenlage. So machte sich der Jowett Javelin bald selbst einen Namen bei Langstreckenrennen. Und ganz besonders die Einführung einer speziellen Sportversion, des Jupiter, der auf demselben Fahrgestell basierte, half Jowetts Reputation zu verbessern.

Leider hatte Jowett nicht das Händlernetzwerk, das nötig gewesen wäre, um die großen Rivalen Ford, Austin oder Morris anzugreifen. Auch konnten sie den Javelin nicht günstig genug verkaufen um eine wirkliche Konkurrenz zu sein. So war es dann auch nie möglich das Original einem Facelift zu unterziehen oder in ein neues Design zu investieren. Getriebeprobleme und ein hoher Preis zollten zudem ihren Tribut und Anfang der 1950er Jahre hatte der Jowett Javelin seinen Horizont längst überschritten. Und auch wenn eine neue Generation Jupiter Sportwagen designt wurde, wurden 1953 die letzten Fahrzeuge gebaut. In sieben Jahren wurden insgesamt 22.799 Javelins und 899 Jupiters produziert.

Der Jaguar XJ-S

Thursday, May 6th, 2010

Der ursprüngliche Jaguar XJ-S, der 1975 enthüllt wurde, war das letzte Fahrzeug, dessen Design noch vom Jaguar Gründer Sir William Lyons beeinflusst wurde, bevor dieser in Rente ging.

Bevor dieser Jaguar allerdings auf den Markt kam, wurde er noch so verändert, dass er auch den amerikanischen Bestimmungen entsprach. Was dabei herauskam war ein wuchtiger Viersitzer, der sicher nicht die gleiche Klientel ansprach, wie der XK oder der E-Type.

Jaguar XJ-S © flickr-mark.mitchell.brown

Der XJ-S war inspiriert vom der unvergleichlichen XJ6/XJ12 Limousine, auf der er basierte, nur mit etwas kürzerem Radstand.

Abgesehen davon, dass man so viel Geld sparen konnte, hatte dies noch den Vorteil, dass der XJ-S auch die gleiche Einzelradaufhängung hatte und ebenfalls die gleichen Qualitäten was die Fahreigenschaften und das Handling anbelangten. Kein anderes Fahrzeug war und fühlte sich so ausgereift an, wie der XJ6. Und hier konnte der XJ-S durchaus mithalten.

Das original Jaguar XJ-S Coupé hatte eine 5,3 Liter V12 Maschine, wie schon die XJ12 Limousinen. Bis auf ein paar Fahrzeuge hatten auch alle ein Automatikgetriebe.
Auch wenn der Jaguar XJ-S ein Viersitzer war, wurde er selten als solcher genutzt. Vielmehr war er in den Augen der Kunden ein Zweisitzer mit viel Stauraum.

Die hohe Leistung, die guten Fahreigenschaften und das ausgezeichnete Handling waren die eine Seite, das Design, das sicherlich nicht jedermanns Geschmack war, und der Spritverbrauch die andere.
Aber es war immer noch ein Fahrzeug, das vor allem bei den nordamerikanischen Käufern gut ankam. Nachdem die ersten Qualitätsprobleme behoben waren, stiegen die Verkaufszahlen kontinuierlich. Dafür sorgten auch der 3,6 Liter-Reihen-Sechszylinder und ein cleveres Cabriot-Design.

In den frühen 1990ern ging eine effizientere  4,0 Liter Sechszylinder Version in den Verkauf und wurde ein weiterer Erfolg.

1996 als der XK8 die Nachfolge des langlebigen XJ-S übernahm waren insgesamt 115.413 Fahrzeuge gebaut worden, davon mehr als 30.000 Cabrios.
Solide, gut motorisiert und zuverlässig war der Jaguar XJ-S von Anfang an ein Klassiker und ist es auch im 21. Jahrhundert noch.

Der Jaguar E-Type

Sunday, May 2nd, 2010

Den Jaguar E-Type kann man wohl ohne Probleme als ein aufregendes, wunderschönes und noch dazu schnelles Auto bezeichnen, das noch dazu einen attraktiven Preis hatte.

Vorgestellt wurde der E-Type, der in den USA unter der Bezeichnung Jaguar XK-E verkauft wurde, erstmals 1961 auf dem Genfer Auto Salon. Es war ein Sportwagen, an dem sich für mehr als eine Dekade andere Fahrzeuge messen lassen mussten.

1968 Jaguar E-Type/XK-E 4.2 Roadster©flickr/mark.mitchell.brown

Ursprünglich war das schon 1956 erdachte Fahrzeug als Nachfolger des  Jaguar D-Type geplant,  wurde aber, mit neuer Maschine und neu entwickelt, letztendlich eher ein Nachfolger des XK 150. Wie beim D-Type wurde auch hier auf Techniken aus der Luftfahrt zurückgegriffen.

Unter der Motorhaube trug ein Stahlgitterrohrrahmen den Motor und die Vorderradaufhängung, er war mit der selbsttragenden Ganzstahlkarosserie verschraubt. Angetrieben wurde die Hinterachse von einem Sechszylinder-Reihenmotor mit 3781 cm³ und 197,6 kW (265 bhp/269 PS), der dem XK 150 S mit 3,8 Litern entsprach. Außerdem hatte das Fahrzeug unabhängige Radaufhängungen, Scheibenbremsen an allen 4 Rädern und eine einzigartig windschnittige Karosserie.

Wie schon der C- und D-Type wurde auch der Jaguar E-Type von Malcom Sayer designt, der es verstand, künstlerisches Flair mit Aerodynamik zu verbinden. Aus praktischen Erwägungen war vielleicht die Nase des Jaguar E-Type zu lang, die Fahrgastzelle zu beengt und das Heck zu hoch um alle Fahrwerkskomponenten zu verstecken, aber das alles wurde wettgemacht durch die Aerodynamik und die optischen Reize dieses Fahrzeugs.

Offene und Fließheck Zweisitzer waren von Anfang an zu haben und obwohl die Höchstgeschwindigkeit von gut 240 km/h für normale Besitzer schwer zu erreichen war, war dies in jeder Beziehung ein Superauto und schneller als jedes andere britische Fahrzeug zu dieser Zeit.

1964 wurde ein neuer 4,2 Liter Motor mit synchronisiertem  Getriebe eingeführt und 1966 kam der 2+2, ein Coupé mit längerem Radstand, dazu.

Der Jaguar E-Type verkaufte sich auf der ganzen Welt und besonders in den USA sehr gut. Allerdings machten die Sicherheitsbestimmungen in den USA einige Veränderungen nötig. So fehlten nun die Scheinwerferabdeckungen und auch verlor der E-Type seinen Geschwindigkeitsvorsprung noch vor Ende der 1960er Jahre.

Die Leistung der Serie 2 konnte nicht an die des Originals heranreichen und 1971 war das Fahrzeug nur noch eine abgeschwächte Version des Jaguar E-Type. Eine letzte Serie 3 wurde von einem 5,3 Liter V12 Motor angetrieben, aber auch wenn die Höchstgeschwindigkeit von fast 240 km/h wieder im Bereich des Möglichen lag, hatte der Jaguar E-Type doch viel von seiner Aggressivität und Agilität verloren.

Auch wenn die Fahrer die kleine Fahrgastzelle und die mangelhafte Lüftung nicht zu stören schienen, so waren es am Ende doch die Sicherheitsbestimmungen und die Änderungen am Äußeren, die diese Ikone verschwinden ließen. Der letzte der 72.520 E-Typen wurde 1974 gebaut. Sein Nachfolger war der größere, schwerere und längst nicht so schöne XJ-S.

Die Geschichte von Jaguar Teil 2

Friday, April 30th, 2010

In den frühen 1950ern war William Lyons stark daran interessiert, erfolgreich im Motorrennsport zu sein, weil er glaubte, dass dies das Interesse an Jaguar bei normalen Kunden wecken würde.

Er stellte Malcom Sayer an, einen begabten Designer im Flugzeugbau, der ein C-Type Rennauto entwickeln sollte. Die Siege in Le Mans 1951 und 1953 wurden auf die mathematischen Prinzipien und die aerodynamischen Testverfahren wie Windkanal und Rauchtest zurückgeführt, die Sayer aus dem Flugzeugbau mitbrachte.

Der zweite Rennwagen bei dessen Entwicklung Sayer half, der D-Type, gewann in Le Mans drei Mal in vier Jahren. Allerdings waren Jaguars Rennerfolge auch ziemlich schmerzhaft für William Lyons, als sein Sohn bei einem Autounfall auf dem Weg zum 1955er Le Mans Rennen war. Diese Tragödie veranlasste Lyons, sich aus dem Rennsport zurück zu ziehen und nur eine begrenzte Zahl des D-Type wurde an private Rennenthusiasten verkauft.

E-Type©flickr/stephenhanafin

Einen Schwerpunkt auf Personenwagen legend, nutzte Lyons die leistungsfähigen und zuverlässigen XK-Motoren und setzte sie in elegante Limousinen für neureiche Industrielle. Die 2.4 Mark 1 Limousine wurde 1955 vorgestellt. Ein Fahrzeug genannt 3.4 mit einem stärkeren Motor kam 1957 auf den Markt. 1959 wurden beide Modelle vom Mark 2 abgelöst, mit einem dritten, dem 3,8 Liter Motor.

In den 1960er Jahren entschloss sich die Jaguar Cars Ltd zu expandieren und kaufte unter anderem die Coventry Climax Engines Ltd, einen kleinen aber weltbekannten Hersteller von Renn- und Automotoren, und die Daimler Company Ltd in Coventry.

Zusätzlich wuchs Jaguars Popularität mit Malcom Sayers neuem Design des E-Type Sportwagens, der 1961 auf den Markt kam. Der E-Type war ein Zweisitzer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 mph (gut 240 km/h) und kostete die Hälfte eines Aston Martin. Zwischen 1961 und 1974 wurden 72.500 Stück des E-Type gefertigt.

Als 1966 die Gewerkschaften und der Effekt den sie auf die Lohnentwicklung  hatten, die britische Automobilindustrie stark strapazierten, entschied der jetzige Sir William Lyons mit der British Motor Company zu fusionieren, damit seine Firma überleben konnte. Lyons behielt seinen Posten Firmenchef von Jaguar bis zu seiner Pensionierung 1972, selbst dann noch als BMC 1968 mit British Leyland fusionierte.

Unter British Leyland überlebten Jaguar und andere Marken nur gerade so bis in die 1980er. Schuld waren Strikes, Zulieferschwierigkeiten und mangelnde Qualitätskontrolle. 1985, in dem Jahr in dem Sir William Lyons starb, wurde Jaguar ausgegliedert und wurde wieder eine unabhängige Firma. Die XJ-S Sports Coupés und die XJ Limousinen verkauften sich in größeren Zahlen als in den vorangegangenen 10 Jahren.

Allerdings konnten die XJs nie an den guten Ruf, den der E-Type hatte, heranreichen. Und einen Sprit fressenden V12 Motor zu haben, half in Zeiten der Ölkrise auch nicht weiter. Letztendlich waren es aber Qualitätsprobleme, die den Ruf von Jaguar schädigten. Probleme mit komplizierten und unzuverlässigen Kühlsystemen und elektrischen Anlagen bei den XJ Modellen vertrieben die Kunden.

1990 kaufte die Ford Motor Company Jaguar für 2,6 Milliarden Dollar, arbeitete an verbesserten XJ Modellen und überholte die Fertigungsstraße in Coventry grundlegend. Zusätzlich hätte Jaguar aber William Lyons einzigartigen Sinn für Design, Stil und die Fähigkeit gebraucht, ein kleines bisschen seines Charakters in jedes Auto einfließen zu lassen.

2008 erwarb Tata Motors Jaguar und die neuen XK und XF Modelle scheinen das katzenhafte Wesen des Jaguars zusammen mit einem Mix aus britischem Charme und starker Leistung  besser einzufangen. Aber sie können nicht an den Maßstab heranreichen, den der E-Type vor fast 50 Jahren gesetzt hatte.

Die Geschichte von Jaguar Teil 1

Wednesday, April 28th, 2010

In diesem Jahr feiert Jaguar seinen 75. Geburtstag, eine gute Gelegenheit etwas über die Geschichte des Klassikers zu erzählen.



Geboren wurde die Marke Jaguar 1935 in Coventry, England. Der Ingenieur William Lyons hatte als Teenager für Crossley Motors gearbeitet. Gemeinsam mit William Walmsley gründete er 1922 die Swallow Sidecar Company in der sie Beiwagen produzierten und natürlich auch verkauften.

1928 begann die Firma Karosserien für Fahrgestelle zu bauen, die von Fiat, Austin und Alvis angeboten wurden. So wurde die Firma dann auch kurzerhand umbenannt in Swallow Sidecar and Coach Building Company.

Jaguar XK 140 © flickr/pedrosimoes7

Durch die Zusammenarbeit mit den anderen Firmen war Lyons im Design doch ziemlich eingeschränkt, so dass er sein eigenes Fahrgestell entwickelte und in einer erprobten Fabrik begann ein komplettes Fahrzeug zu bauen.
Seine „S.S.“ Produktlinie umfasste vier verschiedene Motoren, zwei Fahrgestelle und eine Auswahl an Sport Coupé, Limousinen oder Touring Karosserien.
Das komfortable Innere der Fahrzeuge, das elegante Äußere und die zuverlässigen Motoren brachten viel Lob von den bekannten Automobil Zeitschriften der damaligen Zeit ein.
Aber trotz des Erfolgs mit dem „S.S.“ suchte William Lyons nach einem besseren Namen, der die Vorstellungskraft der Auto Enthusiasten wecken würde. Er beauftragte die Nelson Werbeagentur um ein neues Image für seine Fahrzeuge zu kreieren. Auch wenn die Namen der Firmenchefs bei Porsche, Bentley, Bugatti und anderen gute Dienste taten, entschied Lyons sich doch für Jaguar.

Der erste Jaguar S.S. 100 wurde 1935 vorgestellt und die Produktlinien S.S. 1 und S.S. 2 wurden aufgegeben. Die Verkaufszahlen schnellten mit Einführung des neuen Namens in die Höhe und bis 1938 produzierte die S.S. Cars Ltd mehr als 5.000 Jaguars pro Jahr.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden Lyons Fabriken und Werkstätten von der britischen Regierung für militärische Nutzung umgerüstet und die Autoproduktion kam zum Stillstand. Die Beiwagenproduktion war aber immer noch aktiv und es wurden mehr als 10.000 Beiwagen für die britischen Streitkräfte gebaut.

Als nach dem Krieg die Fahrzeugproduktion wieder aufgenommen werden konnte waren die Limousinen und Drophead Coupés die ersten die die Fließbänder verließen. Sie wurden später Mark IV genannt. Bedingt durch die negative Assoziation mit dem Kürzel „S.S.“ wurde der Firmenname in Jaguar Cars Ltd geändert.

Jaguars Sportwagenproduktion begann mit einem neuen Zweisitzer, dem Jaguar XK120, der von einem Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC) und halbkugelförmigen Brennräumen angetrieben wurde. Der XK120 wurde 1948 auf der Earls Court Motor Show vorgestellt und sollte eine Spitzengeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern erreichen. Als nächstes kamen 1954 der XK140 und 1958 der XK150.

Der Morris Minor von 1948

Monday, April 26th, 2010

Bei vielen Briten weckt der Morris Minor gute Erinnerungen und seine bloße Erwähnung zaubert Ihnen ein Lächeln aufs Gesicht.

Die Geschichte begann schon 1942-43 als Alec Issigonis, damals bei Morris Motors angestellt, die ersten Ideen für ein kleines Nachkriegsauto zu Papier brachte. Angespornt von Miles Thomas dem Vize-Präsidenten designte das kleine Team den „Mosquito“, wie das Fahrzeug zu Anfang heißen sollte.

Morris Minor©flickr-111 Emergency

Die ursprüngliche Idee einen Vierzylinderboxermotor zu verwenden, musste verworfen werden, weil nach dem Krieg das Geld fehlte. Es wurde auf den seitengesteuerten Vierzylinderreihenmotor zurückgegriffen, der schon im Morris Eight verwendet worden war. Das war auch der Grund dafür, dass die frühen Modelle eine Aussparung zwischen den Stoßfängern hatten, denn das Serienmodell musste gegenüber dem Prototypen noch verbreitert werden.

Auch wenn Alec Issigonis mit dem Vorkriegsmotor nicht einverstanden war, so war er doch auf die Entwicklung des Morris Minor noch stolzer als auf die Erfindung des Mini. Der Morris Minor war wesentlich komfortabler als der Mini und verband so die Annehmlichkeiten eines guten Fahrzeugs mit einem kleinen Preis.

Und die britischen Käufer waren beim Verkaufsstart 1948 fasziniert von dem Auto, das so anders aussah als schmalen und altmodischen Fahrzeuge die bis dahin auf dem Markt waren.

Der Morris Minor hatte eine selbsttragende Karosserie und die gleiche vordere Radaufhängung mit Torsionsstab wie der Oxford MO. Und selbst mit dem kleinen Vorkriegsmotor, mit einem Hubraum von 918 cm³, einer Leistung von 27,5 bhp (21 kW) und einem Drehmoment von 53 Nm, erreichte der Morris Minor eine Spitzengeschwindigkeit von 103 km/h und hatte einen Verbrauch von 5,9 l/100 km.

Aber auch wenn er nicht besonders schnell war und man auch über sein Aussehen geteilter Meinung sein konnte, so verkaufte er sich in den folgenden zwei Jahren doch so schnell wie er gebaut werden konnte.  Und das Angebot wuchs ständig. Über die Jahre wurden Limousinen, Cabrios, Kombis mit Holzaufbau (Traveller), Lieferwagen und Pickups in großer Zahl konstruiert.

Ab 1952 bekam Morris Minor Series II einen neuen obengesteuerten Austin Motor, der aber nicht mehr Leistung brachte.

1956 kam dann der Morris Minor 100 mit einer kräftigeren 948 cm³ Maschine. Die geteilte Windschutzscheibe wurde durch eine neue gebogene ersetzt und das Heckfenster wurde vergrößert. Insgesamt änderte sich das Aussehen des Fahrzeugs über die Jahre recht wenig. Unter anderem wurde in den frühen 1950ern die Position der Scheinwerfer verändert.

Die letzten Fahrzeuge  hatten dann einen 1,1 Liter Motor aber zu der Zeit war der Morris Minor schon so etwas wie eine Institution geworden, dass sich niemand mehr wirklich um die Leistung kümmerte.

Die Verkaufszahlen erzählen sowieso ihre eigene Geschichte. In den Jahren zwischen 1948 und 1971 wurden nicht weniger als 1,3 Millionen Minors verkauft, dazu kamen dann noch rund eine Viertelmillion Lieferwagen und Pickups. In späteren Jahren wurden dann noch einige in Sri Lanka gebaut und auch heute ist es immer noch möglich einen Morris Minor nachzubauen. Für manche Menschen hat es nie ein praktischeres Auto gegeben.

Der Jaguar XJ220

Thursday, April 22nd, 2010

Weder neu noch wirklich alt aber durchaus ein Klassiker ist der Jaguar XJ220.

Während sich die erfolgreichen 1980er Jahre entfalteten, verlangten mehr und mehr reiche Autoliebhaber nach dem motorisierten Kick. Und so wurden einige Superautos designt um sie zufrieden zu stellen. Und abgesehen vom Mc Laren F1 war der Jaguar XJ220 das schnellste und geeignetste von allen.

Der Jaguar XJ220 war ein Auto der Superlative, sehr kraftvoll, sehr schnell, sehr schön und sehr teuer.
Ein ziemlich auffälliger und wuchtiger Zweisitzer, den nicht ein mal ein Millionär für den täglichen Gebrauch nutzen würde, noch dazu weil er nicht wirklich einfach zu fahren war. Aber da er so gut aussah, schien das kaum jemanden zu stören.

Der original Prototyp von 1988 war nur dazu gedacht, etwas Einmaliges zu sein und war noch größer als das Auto, das dann in Produktion ging. Es hatte Jaguars berühmten V 12-Motor und Vierradantrieb. Und obwohl der Jaguar noch nicht einmal gefahren war, als er ausgestellt wurde, hatte er schon die Bezeichnung XJ220 als einen Indikator für seine zu erwartende Höchstgeschwindigkeit.

Die Reaktionen waren insgesamt so positiv, dass Jaguar das Projekt an Tom Walkinshaws Racing übergab, mit denen sie zusammenarbeiteten, um es zu realisieren. Ein Jahr später wurde der Walkinshaw XJ220 dann der Öffentlichkeit vorgestellt. Er war deutlich kleiner als zuvor, mit einer Twin-Turbo V6 Maschine von der Art, wie sie in den derzeitigen Jaguar Rennwagen benutzt wurde.

Abschrecken ließen sich die Käufer dadurch aber nicht, denn obwohl Jaguar sagte, dass nur 350 Stück in der neu entwickelten Fabrik in der Nähe von Banbury gebaut werden sollten, wollten mehr als 1.200 Kunden das Fahrzeug kaufen. Der XJ220 war eine zivilisierte Version eines Rennwagens, allerdings mit Klimaanlage. Überraschender Weise konnten ABS und Antiblockiersystem nicht mehr rechtzeitig vor dem Verkaufsstart 1992 entwickelt werden.

Obwohl der Jaguar XJ220 eine Spitzengeschwindigkeit von 350 km/h (213 mph) hatte und jeder das Styling und Handling zu lieben schien, konnte niemand etwas gegen die Rezession tun. 1989 musste jeder Käufer einen Vertrag unterzeichnen und hohe Anzahlungen auf den Verkaufspreis von £ 403.000 leisten. Trotzdem versuchten noch viele Käufer sich aus dem Vertrag herauszuwinden, während die Fahrzeuge noch gebaut wurden.

Das Resultat war, dass letztendlich nur 271 Fahrzeuge in drei Jahren gebaut wurden und viele davon bis in die späten 1990er bei Jaguar rumstanden, ohne ausgeliefert worden zu sein. Erstaunlicher Weise endete dieser wunderschöne  und schnelle Jaguar XJ220 als wirtschaftlicher Fehlschlag, bedingt mehr durch die äußeren Umstände, als durch Mängel am Fahrzeug.