Um heute einen Jaguar Mark II in Action zu erleben, muss man sich nur alte britische Krimiserien aus den 1960er und 1970er Jahren ansehen. Wenn schon die Polizei keinen Mark II benutzt, dann garantiert die Gangster. Und da mindestens eines in jeder Episode zu Schrott gefahren wird, ist es schon erstaunlich, dass doch noch so viele bis heute überlebt haben.
Während der ersten 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte Jaguar nur Sportwagen oder große Limousinen mit separaten Fahrgestellrahmen.
Der 2.4 der 1955 auf den Markt kam, war der erste Jaguar mit einer Fertigbau Karosserie. Er war der Erste einer großen Familie von „kompakten“ viertürigen Limousinen, die in den nächsten 13 Jahren folgen sollten. Nach den 2.4 und 3.4 Modellen von Jaguar war der Mark II, der 1959 folgte sicherlich anmutiger gestaltet.
Entworfen vom Firmengründer von Jaguar, Sir William Lyons, basierte der Mark II auf der Thematik des Mark I. Er hatte aber größeren Fenster und ein Heckscheibe die sich bis in die Seiten herumzog, außerdem hatte er ein verbessertes Chassis mit mehr Ausstattung. Der Frontmotor und der Heckantrieb blieben gleich, genau so wie die Hinterachse. Die neuesten Fahrzeuge hatten allerdings einen wesentlich längeren Radstand und waren im Handling wesentlich besser. Und dank der Scheibenbremsen an allen vier Rädern waren sie auch sicherer.
Am wichtigsten war aber, dass der Jaguar Mark II mit verschiedenen Sechszylinder-Motoren erhältlich war. Mit 2,4-Liter, 3,4 Liter und 3,8 Liter. Außerdem gab es gab es manuelle Schaltung, Overdrive oder Automatikschaltung, Speichenräder und viele wünschenswerte Extras. Jaguar verkaufte zu der Zeit mehr als 500 Stück pro Woche. In den Jahren kamen auch Modelle mit Daimler V8-Motoren und die S-Version mit längerem Heck auf den Markt.
Wie vorausgesehen waren die kraftvollen 3,8 Liter Modelle, die so unglaublich kraftvoll und flexibel waren die glanzvollsten. Sie wurden noch dazu in leuchtenden Farben gebaut. Eine Zeit lang war sogar Feuerrot populär. Aber schnell fahren war in der damaligen Zeit eine Sache, das Fahrzeug wirklich zu beherrschen eine andere. Radialreifen waren damals und die normalen Reifen waren vom Grip her nicht mit den heutigen zu vergleichen. Es erforderte einiges Können, den Mark II auf feuchten glatten Straßen zu beherrschen.
Aber ein gut ausgerüsteter Jaguar Mark II war eine beachtliche Rennlimousine, über Jahre ungeschlagen außer von den gewaltig motorisierten amerikanischen Limousinen. Von 1959 bis 1968, als der Jaguar Mark II vom XJ6 abgelöst wurde, war er eine der angenehmsten und erschwinglichen Sportlimousinen.










