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Archive for the ‘Deutsche Klassiker’ Category

Der Volkswagen SP2

Saturday, August 7th, 2010

Zwischen 1972 und 1976 wurde der VW SP2 von Volkswagen do Brasil für den dortigen Markt gebaut. Die Abkürzung SP stand dabei übrigens für São Paulo.

Da in den 1970er Jahren der brasilianische Markt aufgrund hoher Einfuhrzölle für Importe so gut wie geschlossen war, und durchaus ein Bedarf an sportlichen Autos bestand, beschloss man im brasilianischen Volkswagenwerk unter der Leitung von Rudolf Leiding den SP1 und SP2 zu bauen.

Vorgestellt wurde der als Projekt X bezeichnete Prototyp des SP2 dann auch 1971 auf der „Deutschen Industrieausstellung“ in São Paulo.

Volkswagen SP2 © wikipedia.org/Pudong

Dieses dort vorgestellte Fahrzeug diente unter anderem auch Karmann do Brasil als Vorlage zur Herstellung der benötigten Karosseriebauwerkzeuge, da die Stahlkarosserie bei Karman gefertigt und erst dann an VW geliefert wurde.

Basis für das Sportcoupé SP2 war die Plattform des brasilianischen VW 1600 Variant, der Motor war allerdings ein auf 1700 ccm vergrößerter Vierzylinder-Boxermotor, der 65 (DIN)PS leistete.  Der Verbrauch des bis zu 161 km/h schnellen Volkswagen SP2 lag bei 10,5 l/100 km und für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigte er 17,4 Sekunden.

Vom schwächeren SP1 mit 54 (DIN)PS und 149 km/h Höchstgeschwindigkeit wurden nur 162 Stück gebaut. Beide Modelle hatten vorne Scheiben- und hinten Trommelbremsen. Die Länge lag bei 4,217 Metern (Radstand 2,4 Meter), die Breite bei 1,610 Metern und die Höhe bei 1,158 Metern.

Der Innenraum war recht luxuriös mit gepolstertem Armaturenbrett und VDO- Anzeigen, Tacho mit Tageskilometerzähler, Drehzahlmesser, Tankanzeige, Amperemeter, Öltemperaturanzeige und Zeituhr. Die Instrumentenbeleuchtung konnte gedimmt werden und es gab auch einen Aschenbecher mit beleuchtetem Zigarettenanzünder. Die Sitze waren sehr komfortabel, hatten integrierte Kopfstützen und serienmäßig Drei-Punkt-Gurte. Zu haben war die Innenausstattung wahlweise in beige oder schwarz. Und auch zwei Kofferräume hatte der VW SP2. Der vordere fasste 140 Liter, der hintere 205 Liter und war über die große Heckklappe zugänglich.

Beide SP-Modelle waren auch aufgrund des recht hohen Gewichts von 890 Kilogramm nicht gerade sehr leistungsstark weshalb SP auch im allgemeinen Sprachgebrauch auch oft für  Sem Potência  (ohne Leistung) stand. Der brasilianische Puma zum Beispiel war mit ähnlichem Motor deutlich leichter und auch deutlich schneller.

Den Verkauf in andere Länder wie Deutschland und die USA verhinderte ein kleines Konstruktionsdetail; die Frontscheinwerfer lagen zu tief, was Vorschriften in diesen Ländern wiedersprach, und außerdem stand in Deutschland der Scirocco bereits in der Entwicklung, so dass der SP2 ein Konkurrent aus dem eigenen Hause gewesen wäre.

Bis zum Produktionsende im Februar 1976 wurden nur 10.193 Exemplare gebaut.

Der SP3 schaffte es nicht über das Stadium des Prototypen hinaus.

BMW Isetta

Saturday, July 10th, 2010

Die Isetta wurde 1952/53 von der italienischen Motorrad- und Kühlschrankfabrik ISO entwickelt und 1953 auf dem Turiner Automobilsalon vorgestellt.

BMW kaufte, wegen des wirtschaftlichen Misserfolgs des BMW 501, die Lizenz zum Bau der Isetta und stellte das modifizierte Modell 1955 den Journalisten vor.

Bisher war ein vergleichbares Auto in Deutschland nicht gebaut worden und so war das kugelförmige Fahrzeug mit dem vielen Glas und einem Fronteinstieg eine kleine Sensation.
Der Kleinwagen war natürlich preislich für die meisten Käufer wesentlich interessanter als eine Luxuslimousine und sollte so die Verkaufszahlen bei BMW wieder in die Höhe treiben.
Bereits im Vorjahr hatte BMW mit ISO Gespräche geführt, denn es schien als könnte so ein Fahrzeug schnell und unkompliziert produziert werden. Dazu kam wegen des ungewöhnlichen Aussehens der Isetta natürlich ein großer Wiedererkennungswert.

BMW Isetta © flickr/jeansini

Von der Form her hatte die Isetta Ähnlichkeit mit einem Ei und noch dazu nahm die einzige Tür die gesamte Front ein, die sich so einfach wegklappen ließ. Armaturen und Lenkrad waren an der Tür befestigt und die Lenksäule konnte man mittels eines Kardangelenks zu teilen. Und obwohl man beim Einsteigen noch über die feststehenden Pedale klettern musste, kam man recht gut in die Isetta und natürlich auch wieder hinaus. Hinter der Sitzbank, die für zwei Personen gedacht war, befand sich eine Ablagefläche für ein Reserverad und etwas Gepäck. Und ganz hinten im Heck befand sich schließlich der 9,7 PS starke Zweitaktmotor.

Die von BMW vorgenommenen Modifikationen an der Isetta betrafen den Motor, es wurde zu Anfang ein Einzylinder-Viertaktmotor mit 12 PS eingebaut und dieser auch wegen der besseren Gewichtsverteilung vor der Hinterachse platziert werden. Der Motor war übrigens der Motor des BMW R25/3 Motorrades, dessen Kopf zum Antrieb der Isetta um 180 Grad gedreht worden war. Statt der ursprünglichen drei Räder hatte die BMW Isetta vier, da ein einziges angetriebenes Hinterrad überlastet wäre. Die vordere Spurweite betrug 1.200 Millimeter und die hintere 520 Millimeter.

Der Verbrauch des Fahrzeugs lag bei 3,8 l/100 km und die Spitzengeschwindigkeit bei 85 km/h. An den Vorder- und Hinterrädern gab es je eine Trommelbremse, allerdings war nur die linke hintere Trommel mit der Betriebsbremse, dafür die rechte Trommel war mit dem Handbremshebel verbunden. Bei einer Gesamtlänge von 2.285 Millimetern, einer Breite von 1.380 Millimetern und einer Höhe von 1.340 Millimetern wäre es sicher auch heutzutage kein Problem, einen Parkplatz zu finden.

Die Modelle Standard 250 (250cm³) und Standard 300 (300 cm³ und 13 PS) wurden von 1955 bis 1956 gebaut. 1956 kamen der Export 250 und Export 300 auf den Markt, die sich durch eine kleinere Heckscheibe aus Sicherheitsglas und seitliche Schiebefenster  von den Standard Modellen unterschieden.

1957 kam eine viersitzige Isetta als BMW 600 auf den Markt. Das Fahrzeug hatte neben der Fronttür noch eine seitliche Tür auf der rechten Seite und eine Rücksitzbank. Das Fahrzeug hat einen Zweizylinder-Boxermotor mit 585 cm³ und 19,5 PS und eine Hinterachse mit annähernd normaler Spurweite.
Die Maße des BMW 600 waren 2.900 Millimeter Länge, 1.400 Millimeter Breite und 1.375 Millimeter Höhe.

Zwischen 1955 und 1962 wurden 161.728 Isettas verkauft. Nur von einem anderen Kleinstwagen, dem Goggomobil der Firma Glas wurden mehr Fahrzeuge verkauft.

Die frühe Geschichte von BMW

Sunday, June 20th, 2010

In der Fahrzeugfabrik in Eisenach wurde der englische Austin Seven unter dem Namen „Dixie 3/15 PS“ in Lizenz gebaut.


Nachdem BMW das Werk gekauft hatte, um neben Flugzeugmotoren und Motorrädern auch Autos zu produzieren, wurde der Dixie weiterentwickelt und kam mit unterschiedlichen Karosserien als BMW 3/15 PS DA 2 auf den Markt. Wobei „DA“ für „Deutsche Ausführung“ stand.

Austin Seven 1929 © flickr/Terry Wha

Das Auto wurde sehr populär und half BMW die Weltwirtschaftskrise zu überstehen.

Der 3/15 PS hatte eine Ganzstahlkarosse und war nicht nur äußerst zuverlässig, sondern mit einem Verbrauch von 6 l/100 km auch sehr sparsam. Zur Popularität des Fahrzeugs trugen auch der attraktive Preis von damals 2.200 Reichsmark und die Tatsache, dass es auf Anhieb die „Internationale Alpenfahrt“ gewann, bei. Ganz besonders als BMW dann auch noch die Möglichkeit der Ratenzahlung anbot.

Der letzte BMW 3/15 PS wurde im Frühjahr 1932 ausgeliefert und seine Nachfolge trat der BMW 3/20 PS an, der erste „echte“ BMW. Er trug auch die Bezeichnung „AM 1“ für Automobilkonstruktion München. Der BMW 3/20 PS war gegenüber dem Dixie deutlich fortschrittlicher, hatte obengesteuerte Ventile, Vierradbremse und vorne auch eine Schwingachse.

BMW baute bis zum Krieg die Modellreihen weiter aus. 1933 wurde der 303 vorgestellt, 1935 der 326, 1936 der Sport-Roadster 328 und 1937 der 327. Der 328 überzeugte sowohl durch seine Konstruktion als auch durch seine Rennerfolge. Dieses Auto wurde in Großbritannien in Lizenz als Frazer-Nash nachgebaut und BMW machte sich außerdem einen Namen als Produzent von Sechszylinder Motoren.

Vor und während des Krieges war dann allerdings die Produktion von Flugzeugmotoren wieder so wichtig geworden, dass die Motorrad- und Autoproduktion zur Nebensache wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Automobilwerk in Eisenach für BMW verloren, das es unter russischer Verwaltung stand, und das Stammwerk in München war größtenteils zerstört.

Außerdem waren bis dahin in München nie Autos produziert worden, so dass man sich nach dem Krieg erst mal mit der Produktion von Motorrädern, Kochtöpfen und Fahrzeugbremsen über Wasser hielt.

Man entschied sich dann in München gegen die Produktion  des BMW 531, von dem nur ein fahrbereites Versuchsmodell gebaut wurde, bevor das Projekt endgültig zu den Akten gelegt wurde.

Ab 1951 lief dann der BMW 501 vom Band, ein mit einem Vorkriegs-Sechzylinder ausgestattetes Fahrzeug, dass aufgrund seiner geschwungenen Formen schnell den Namen Barockengel bekam. Ab 1954 war das Fahrzeug dann auch mit V8-Motor als BMW 502 zu haben. Dieser V8-Motor war der erste V8-Leichtmetallmotor der Welt.

MHV_BMW_503_Coupé_03

Auch wenn der BMW 501/502 gut für das Image von BMW war, so war er doch finanziell kein Erfolg.

Da sich der BMW V8-Motor gut zum Antrieb eines Sportwagens zu eignen schien, wurden das Modell 507, ein zweisitziger Sportwagen, und das Modell 503, ein etwas größeres Coupé und Cabriolet, gebaut. Sie wurden zusammen mit der Isetta 1955 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main präsentiert.

Obwohl der 503 als der schönste je gebaute Sportwagen galt, wurden bis 1959 nur 412 Exemplare gebaut, davon 139 als Cabrio.

Der Karmann Ghia

Saturday, June 5th, 2010

Ab 1949 wurde bei Karmann in Osnabrück das Käfer Cabriolet gebaut. Ein beliebtes Fahrzeug, mit einem gepolsterten Verdeck, das auch Fahrten bei schlechtem Wetter möglich machte und noch dazu leicht zu warten.

Aber schon während dieser Zeit hatte Karmann die Idee, einen wirklich schnittigen Volkswagen zu bauen. Luigi Sere, Chef der Carrozzeria Ghia SpA in Turin, bekam den Auftrag dieses Fahrzeug zu entwerfen.

Die erste Konzeptstudie war 1953 fertig und basierte auf dem Plattformrahmen des Käfers.

Karmann Ghia © Julia Höfer-von Seelen

Im Juli 1955 schließlich konnte der neue VW Karmann Ghia in ansprechendem italienischen Design der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Entgegen so mancher Erwartungen war das neue Fahrzeug kein Cabriolet sondern ein zweisitziges Coupé mit zwei hinteren Notsitzen. Der Gedanke dahinter war, dass es leichter ist, ein Coupé in ein Cabriolet umzuwandeln als umgekehrt.

Aber Dank des Aufbaus des Karmann Ghia, der an eine Glaskanzel erinnerte, konnte man sich zumindest schon vorstellen, wie ein Cabriolet aussehen würde.

Das Chassis des Karmann Ghia war ein überarbeitetes Käfer-Chassis, das lediglich verbreitert werden musste. Der Motor war ein Vierzylinder-Heckmotor mit 30 PS wie im Käfer.
Der Karmann Ghia sah nicht nur gut aus, er passte auch in die Wirtschaftswunder Zeit, in der Luxus wieder gefragt war und war noch dazu erschwinglich.

Im September 1957 wurde dann auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main das lang erwartete Cabriolet vorgestellt, das etwa 10 Prozent teurer war als das Coupé.

Natürlich glänzten weder das Cabriolet noch das Coupé mit außergewöhnlichen Fahreigenschaften, denn der Karmann Ghia war immer noch ein, wenn auch elegantes, Fahrzeug, das auf durchschnittliche Bedürfnisse zugeschnitten war.

Genau wie der Käfer wurde auch der Karmann Ghia ab 1960 mit dem 34 PS Motor und ab 1965 mit dem 40 PS 1,3 Liter Boxermotor ausgestattet.
Auch wenn der Karmann Ghia rund 100 Kilogramm mehr auf die Waage brachte als der Käfer, kam man in ihm recht flott mit 120 Stundenkilometern voran, da die stömungsgünstigere Karosserie diesen Nachteil wieder wett machte. Und das Fahren machte dank der niedrigen Sitzposition und dem tiefen Schwerpunkt einfach Spaß.

Insgesamt war der Karmann Ghia ein typischer Volkswagen bei dem es gelungen war konventionelle Technik mit modernem Design zu kombinieren. In den 20 Jahren in denen er gebaut wurde, wurden mehr als 440.000 Fahrzeuge verkauft.

Ape-Dreirad als Mini-Sattelzug

Monday, May 31st, 2010

In Italien gehört das Ape-Dreirad von Piaggio zum täglichen Bild auf den Straßen.

Ob als Bäckermobil oder als Wagen des Gärtners, seit 1948 ist das Ape TM 703, getrieben von einem 0,2-Liter Einzylinder-Zweitakter mit 9 kW bzw. 12 PS, unterwegs.

Das kleine Fahrzeug hat ein Fünfganggetriebe und voll beladen einen Verbrauch von 8,5 l/100 km.

Ape Piaggio © flickr/rdesai

In Paderborn hat jetzt die Firma Folger & Borlisch das Dreirad als Werbeträger entdeckt. Folger & Borlisch handelt mit KFZ-Teilen, Reifen und ist im Styling- und Tuningbereich tätig. Was liegt da also näher, als das Ape TM 703 etwas umzustylen. Umbauteile aus GFK, viel Chrom, eine stilechte Motorhaube, Stoßfänger, Zusatzscheinwerfer und Außenspiegel und schon wird aus dem Dreirad ein Dreirad-Truck, oder „Drei Truck“, wie er bei Folger & Borlisch genannt wird. Die Ähnlichkeit mit amerikanischen Trucks wird noch unterstrichen durch die dicken stehenden Auspuffrohre.

Zu haben ist das Ganze nicht nur als Solo LKW, sondern auch als Zugmaschine mit Minisattel. Die Soloversion kann mit einem Kastenaufbau versehen werden in dem Platz für Werbematerial oder andere Dinge ist.
Wirklich etwas Besonderes ist allerdings der „Drei Truck“ als Sattelzug mit Auflieger.  Der Auflieger mit Namen „Space“ hat eine Sattelkupplung und Kurbelstützen und auf der linken Seite eine Klappe, die sich nach oben öffnen lässt, um wiederum Werbematerialien zu verstauen.

Der „Drei Truck“ ist 3,6 Meter lang, 1,6 Meter breit, und 1,8 Meter hoch. Die Maße des Aufliegers sind 3,3 Meter Länge, 1,8 Meter Breite und 1,7 Meter Höhe. Das Leergewicht beträgt 970 Kilogramm und das zulässige Gesamtgewicht 1270 Kilogramm. Der Mini-Truck darf mit Führerschein Klasse B gefahren werden.
Für den passenden Sound zum Werbeauftritt gibt es optional noch Zweiklang-Drucklufthörner.

Mehr Informationen zum „Drei-Truck“ finden Sie hier.

Heinrich Büssing

Sunday, April 4th, 2010

Heinrich Büssing (1843-1929) war der älteste Sohn eines Dorfschmieds aus Nordsteimke bei Wolfsburg, wo die Familie schon seit vielen Generationen lebte.

Heinrich Büssing lernte das Schmiedehandwerk von seinem Vater und arbeitete danach noch zwei Jahre lang bei einem Schmied in Braunschweig, bevor er sich mit 18 Jahren auf Wanderschaft begab.
Nach einem Studium für Maschinenbau und  Bautechnik gründete Heinrich Büssing 1869 in Braunschweig eine Fahrradfabrik.

Die 1870 gegründete Maschinenbauanstalt war ein Fehlschlag, die 1883 mit seinem Partner Max Jüdel gegründete Eisenbahn-Signalbau-Anstalt Max Jüdel & Co. dagegen sehr erfolgreich. Hier konnte Heinrich Büssing seine technische Begabung und seinen Erfindergeist unter Beweis stellen.

Im Alter von 60 Jahren wandte sich Heinrich Büssing dann dem Bau von Nutzfahrzeugen zu. In Braunschweig gründete er die H.Büssing, Spezialfabrik für Motorlastwagen und Motoromnibusse. 1903 werden die ersten Lastwagen und 1904 die ersten Omnibusse gebaut.

Büssing Bus©flickr/hmboo

Wenig später gründete er dann auch die Automobil-Omnibus-Betriebsgesellschaft um zu beweisen, dass seine Fahrzeuge auch zuverlässig waren. Ein Omnibus für 12 Personen fuhr zwischen Braunschweig und Wendeburg im Linienverkehr mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und weitere Linien folgten. 1908 entstand so die erste Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweigs.

Bald waren dann auch Büssing-Omnibusse in vielen Städten im In- und Ausland unterwegs. Auch seine Lastwagen setzten neue Maßstäbe im Transportwesen. Und auch an das Heer lieferte Büssing nicht nur Lastwagen, sondern auch Geländefahrzeuge, Schlepper und Raupenschlepper.

1920 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und Heinrich Büssing wurde zum Aufsichtsratsmitglied. Nach seinem Tod im Jahre 1929 führten seine Söhne die Firma weiter.
Anteil hatte die Firma Büssing sowohl an der Aufrüstung im Dritten Reich, als auch bei der Aufstellung der Bundeswehr in den Fünfziger Jahren. Im Zweigwerk Osteholz-Scharmbek wurde nur fürs Militär produziert.

1957 wurden luftgefederte Omnibusse eingeführt und als klar wurde, dass ein Verbot von Anhängern an Omnibussen bevorstand, wurde bei Büssing 1960 der erste Gelenkbus für 175 Fahrgäste gebaut.

Der letzte Höhepunkt der Firma Büssing war die Burglöwen-Baureihe, die 1959 auf den Markt kam. Das Familienunternehmen wurde in den 1960er Jahren mal wieder in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und litt unter der allgemeinen Absatzkrise. 1968 zog sich die Familie Büssing aus der Firma zurück und die Salzgitter AG und später auch M.A.N. stiegen in das Unternehmen ein.

Das Bobby-Car

Thursday, April 1st, 2010

Ein Bobby-Car® ist ein wahrer Klassiker unter den Fahrzeugen und seit 1972 auf dem Markt.

Das Spielauto ist für Kinder ab ungefähr dem zweiten Lebensjahr geeignet und dient unter anderem als Lauflernhilfe. Die Kinder können auf dem Bobby-Car ähnlich wie auf einem Motorrad sitzen und sich mit den Füßen fortbewegen.
1972 brachte die Firma BIG das Fahrzeug auf den Markt und es wurde in Fürth und Burghaslach produziert. 2003 wurde das Unternehmen nach dem Tod Ernst A. Bettags von der Simba-Dickie-Group übernommen und seit 2005 wird auch dasNew Bobby-Car produziert. Hierfür wurde das Design des Klassikers überarbeitet. Der Name “Bobby-Car” ist geschützt.

Heute gibt es für das Bobby-Car, das zwar über eine voll funktionsfähige Lenkung verfügt, aber keine Bremsen hat, weitere Zubehörteile wie Schubstangen, Leichtlaufreifen, Anhänger und änliches. Auch wird das ursprünglich nur in rot produzierte Grundmodell inzwischen in verschiedenen Farben hergestellt.

Auch gibt es inzwischen Varianten als Polizeiauto oder Abschleppwagen und Sondereditionen, die echten Autos zum Beispiel von Mercedes, Audi oder VW nachempfunden wurden.

Aber auch bei Erwachsenen erfreut sich das Bobby-Car einiger Beliebtheit, da die Plastikkarossen auch stabil genug sind einen Erwachsenen zu tragen. Für Rennen ähnlich denen mit Seifenkisten müssen allerdings die Achsen wegen der erreichten hohen Geschwindigkeiten modifiziert werden und die Karossen werden zur Gewichtserhöhung mit Beton ausgegossen.

Natürlich gibt es Bobby-Cars die mit einem Motor versehen wurden. Hierzu wurden Die Karossen auf einen stabilen Rahmen gesetzt. Als Motor dient nicht selten der Motor einer Motorsäge. Spitzengeschwindigkeiten bis circa 85 km/h sind möglich.

In diesem Jahr wurde vom Hersteller des Bobby-Cars in Zusammenarbeit mit einem Plattenlabel und einem Produzententeam sogar das Kindermusical BIG-BOBBY-CAR veröffentlicht.
Knapp 40 Jahre alt ist das Bobby-Car immer noch ein Erfolg, den welches Kleinkind hat nicht schon einmal auf dem circa 60 Zentimeter langen und circa 40 Zentimeter hohen  Fahrzeug gesessen.

Der Wartburg 353

Wednesday, March 31st, 2010

Wohl das beliebteste Auto in der ehemaligen DDR war der Wartburg 353 Tourist, der 1967 sein Debüt feierte.

Wen wundert es also, dass man bis zu 15 Jahre auf den Kombi warten musste. Konzipiert war der Wartburg 353 Tourist mit einer Nutzlast von 440 Kilogramm in erster Linie für den Transport von Baumaterial und anderen Gütern. Aber er erwies sich auch als das ideale Fahrzeug für die Fahrt in den Urlaub.

Wartburg Tourist©flickr/tm-md

Hergestellt wurde das Fahrzeug in den Karosseriewerken Halle und Dresden.

Seit 1966 schon war die Limousine auf dem Markt. Die kantige Form stammte von dem Eisenacher Designer Hans Fleischer, Karosseriepressen und Werkzeug allerdings aus Frankreich.
Für den Wartburg 353 wurde das Fahrgestell des 312 genutzt. Und auch wenn das neue Fahrzeug mit deutlichen Verbesserungen aufwarten konnte, so blieb doch der Kühler auf seiner ungünstigen Position hinter dem Motor, was den Einsatz eines lauten Lüfters notwendig machte. Grund hierfür war, dass Fahrgestell und Karosserie vom Wartburg 312 und Wartburg 353 austauschbar bleiben sollten. Knapp 20 Jahre später im Jahr 1985 kam dann endlich der Frontkühler. Immerhin hatte der 353 von Beginn an eine 12-Volt Anlage und ab 1967 auch ein Vollsynchrongetriebe. Statt des 36er Fallstromvergasers kam 1982 ein Jikov-Vergaser. 1969 wurden aus den bisherigen 45 PS dann die endgültigen 50 PS. Lediglich einige Limousinen für „Sonderbedarfsträger“ wie etwa die Stasi hatten zwischen 1971 und 1975 55 PS.

Um Gewicht einzusparen wurden beim Wartburg 353 dünnere Bleche als beim 312 verwendet. Außerdem waren Heckklappe und die hinteren Kotflügel beim Kombi aus Kunststoff. Gegen Aufpreis gab es ein Stahlschiebedach, eine Anhängerkupplung, ein Radio, die hintere Wisch-Wasch-Anlage, Halogen-Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte sowie Knüppelschaltung.

Der W 353 (W für Weiterentwicklung) hatte zum ersten Mal vordere Scheibenbremsen und eine Zweikreis-Hydraulik. Zur Serienausstattung gehörten auch eine Sicherheitslenksäule und Automatik-Sicherheitsgurte. Kopfstützen gab es ab 1980 optional und serienmäßig ab 1984.

Gebaut wurden zwischen 1966 und 1975 vom Wartburg 353 356.330 Stück und zwischen 1975 und 1988 vom Wartburg 353 W 868.860 Stück. Der Export nach Westeuropa war schwierig, da dort bereits das Viertakter-Zeitalter angebrochen war. In die Bundesrepublik gelangten ganze 735 Fahrzeuge.

Der Wartburg Sport 313/1

Saturday, March 27th, 2010

Auf Basis des Wartburg 311 entstand beim VEB Automobilwerk Eisenach (AWE) der Wartburg Sport 313/1, der im Frühjahr 1957 auf der Leipziger Messe vorgestellt wurde.

Das Sport Cabriolet hatte ein abnehmbares Hardtop aus Stahlblech, wohingegen das Softtop nur gegen Aufpreis erhältlich war.

Auch wenn der Radstand der gleiche war, wie beim Wartburg 311, so war doch die Motorhaube wesentlich länger. Dies ging auf Kosten der Fahrgastzelle, die um 50 Zentimeter verkürzt war. Front- und Heckpartie waren Eigenentwürfe aus Eisenach und wurden in den ersten Monaten dort auch gefertigt. Ab Mitte 1958 wurden sie dann aber im VEB Karosserie-Werk Dresden hergestellt.

Wartburg Sport (mitte)©flickr/sludgegulper

Fahrwerk und Chassis waren nur geringfügig verändert worden. Das Fahrwerk hatte vorne Einzelradaufhängung und hinten eine leichte Starrachse mit paralleler Radführung. Das Chassis war am vorderen Querträger und Kastenquerträger modifiziert.

Der Motor allerdings war deutlich verändert worden. Er hatte, im Gegensatz zum Wartburg 311, zwei Fallstromvergaser mit getrennten Ölsiebluftfiltern und einer höheren Verdichtung. Gekühlt wurde die Maschine durch eine Pumpenumlaufkühlung. Wegen der höheren Drehzahlen wurde eine Kraftstoff-Öl Mischung von 25:1 statt 33:1 empfohlen.

So wurden aus den 37 PS beim Wartburg 311 satte 50 PS beim Wartburg Sport. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 140 km/h. Obwohl das Fahrzeug auf Grund seines hohen Gewichts nicht über besonders sportliche Fahreigenschaften verfügte war es doch eines der schnellsten Autos auf den Straßen der damaligen DDR.

Erst 1959 bekamen alle Modelle von Wartburg ein vom zweiten bis zum vierten Gang sperrsynchronisiertes Getriebe. Um in den ersten Gang zu kommen, musste man immer noch Zwischenkuppeln und Zwischengas geben.
Auch die Bremsanlage war beim Wartburg Sport 313/1 verbessert worden.

Der Innenraum des Fahrzeugs war ausgestattet mit Ledersitzen und einer lederbezogenen Instrumententafel aus Holz. Die Instrumente waren die gleichen wie in der Limousine, allerdings hatte der Tacho eine neue Skalierung bis 160 km/h. Das Lenkrad, das nur für den Wartburg Sport angefertigt wurde, war aus elfenbeinfarbigem Kunststoff mit Hupenring.

Zwischen 1957 und 1960 wurden neben den 4 Prototypen aus dem Frühjahr 1957 ganze 469 Wartburg Sport gebaut, von denen 143 in den Export gingen, acht Stück sogar in die USA. Von diesen stand das erste schon 1958 auf der Auto Show in New York.

Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge Teil 2

Friday, March 19th, 2010

1954/55 kam immer wieder der blaue Renntransporter von Mercedes-Benz zum Einsatz, der die Silberpfeile von Stuttgart zu den diversen Rennorten transportierte.

Als 1955 beim Grand Prix in Monza noch ein Silberpfeil mit einem längeren Radstand gebraucht wurde, weil sich dieser Radstand auf der Strecke im Training als ideal erwies, konnte dieser Dank des bis zu 170 km/h schnellen Transporters noch rechtzeitig zum Rennbeginn aus Stuttgart geliefert werden. So hatten sowohl Stirling Moss als auch Juan Miguel Fangio, der das Rennen dann auch gewann, optimale Voraussetzungen.

Seine Power bekam der auf 192 PS gedrosselte Transporter von einem  Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor. Die Fahrerkabine des Transporters basierte auf einem 180er Ponton Mercedes-Benz und der x-förmige Stahl-Ovalrohrrahmen stammte vom 300 S und wurde vorne und hinten verlängert. So ergab sich eine Länge von 6,75 Metern.

Renntransporter©flickr/stephenhanafin

Auf der Internationalen Automobilausstellung 1955 wurde endlich ein Transporter vorgestellt, der kein Pkw- oder Lkw-Abkömmling war, sondern wirklich die Bedürfnisse der Geschäftskunden befriedigen konnte. Der L 319 sollte zum Exportschlager der Wirtschaftswunderzeit werden. Es gab ihn als Kastenwagen, Pritschenwagen und Kipper und wurde ab 1956 in Sindelfingen gebaut. In Mannheim wurde ab 1956 der Kleinomnibus O 319 gebaut.

Der Transporter konnte nicht mit neuer Technik aufwarten, hatte ein einfaches Fahrwerk Starrachsen und Blattfedern und war mit dem 1,8 Liter-Dieselmotor für die 1,75 Tonnen Nutzlast recht schwach motorisiert. Aber er erfüllte die Bedürfnisse die die Kunden an ihn stellten und war wegen seiner hohen Laufleistung und dem niedrigen Verbrauch sehr begehrt. Im September 1965 wurde der 100.000. Transporter gebaut und bis 1968 blieb die Baureihe auf dem Markt.

Der Mercedes-Benz 206 D wurde 1972 der Transporter für die Flotte des Hermes Versandservice, den der Otto Versand gegründet hatte. Und auch die Nachfolger der 207er, 208er und seit 1995 auch der Sprinter wurden von Hermes genutzt. 1993 waren sogar drei Elektro-Fahrzeuge des TI-Typs 308 E beim Hermes im Einsatz und wurden getestet. Dank ihrer Zuverlässigkeit kamen die Mercedes-Benz Transporter in den Folgejahren recht oft zum Einsatz. Sie wurden unter anderem genutzt von der Feuerwehr, der Polizei, von den Bauhöfen der Städte und Gemeinden und nicht zuletzt als Behinderten-Fahrzeug.