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Archive for the ‘Deutsche Klassiker’ Category

Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge Teil 1

Monday, March 15th, 2010

Ein kleiner Überblick über die Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz von den Anfängen bis zum 2. Weltkrieg.

Nachdem sich die Firmen Mercedes (Daimler-Motoren-Gesellschaft) und die Benz & Cie., Rheinische Automobil- und Motorenfabrik 1926 zu einer Interessengemeinschaft zusammenschlossen, konzentrierten sich die Entwicklung und der Bau von Nutzfahrzeugen auf Gaggenau. Durch die Fusion entstand auch der Markenname Mercedes-Benz, der bis heute im Bereich der Pkws und Nutzfahrzeuge Bestand hat.

Damals wie heute war Rationalisierung in der Produktion für Mercedes-Benz ein wichtiges Ziel, schon deshalb, weil beide Firmen recht ähnliche Produkte anboten. Im Gegensatz zum Pkw-Bereich waren bei den Nutzfahrzeugen die Konstruktionen von Benz dominierend. Das von Prosper L’Orange im Jahre 1909 entwickelte Diesel-Vorkammerverfahren, bildete die Grundlage für schnelllaufende Dieselmotoren in den Fahrzeugen. Dieses Verfahren war von Benz 1924 erstmals eingesetzt worden. Es dauerte aber noch bis zur Mitte der 1930er Jahre, bis sich die Dieselmotoren in den Nutzfahrzeugen wirklich durchsetzten.

Eins der ersten Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge war der L 3/4 mit 770 Kilogramm Nutzlast. Er basierte auf dem 8/38 PS-Personenwagen, den Ferdinand Porsche entwickelt hatte. Die Tatsache, dass dieser Wagen nicht sonderlich erfolgreich war, führte dazu, dass Porsche aus dem Unternehmen ausschied.

Den L 3/4 gab es als Kastenwagen, Aussichtswagen mit 11 Sitzen als Fleischerwagen und als Hotelomnibus. Das Fahrzeug wurde ab 1928 mit 2,6 Liter-Motor verkauft und 1932 vom stärkeren L 1000 abgelöst. Dieser hatte 1 Tonne Nutzlast. Die Aufbauten des L 1000 waren recht vielfältig, da sie oft von Fremdfirmen gefertigt wurden. Er diente unter anderem als Postfahrzeug oder als Servicefahrzeug auf Flughäfen und als Pendelbus vom Flughafen in die Stadt. Auch heute noch sind Mercedes-Benz Transporter auf Flughäfen im Einsatz.

1932 wurde auf dem Pariser Autosalon von Daimler-Benz der Typ 170 vorgestellt und fand große Beachtung. Von nun an standen die Schwingachsen der achslosen Radaufhängung in dem Ruf, für besonders sichere Fahreigenschaften zu sorgen.
Der aus dem Pkw entstandene Transporter war der L300 der von 1932 bis 1935 produziert wurde. Er hatte ein Gewicht von 1150 Kilogramm und eine Nutzlast von 350 Kilogramm.

1936 wurde auf der Internationalen Automobilausstellung der 170 V vorgestellt. Er sollte der meistgebaute Pkw der Vorkriegszeit werden. In den Varianten als Kasten-, Liefer- und Krankenwagen war er derjenige mit dem die Produktion bei Daimler-Benz 1946 wieder einsetzte. Nach schwierigen Zeiten, während der Weltwirtschaftskrise und dem 2. Weltkrieg, ging es dann wirtschaftlich wieder aufwärts.

Hier gibt es mehr Informationen zu den heutigen Trucks von Mercedes-Benz.

Glas Isar

Thursday, March 11th, 2010

Der Glas Isar, auch „Großes Goggomobil“ genannt, war das erste „normal große“ Auto der Firma Glas.

Im September 1957 war der Prototyp auf der IAA zu bewundern. Im Gegensatz zum späteren Serienmodell hatte dieser noch einen Frontantrieb.

Gebaut wurde der Isar von 1958 bis 1965. Von den insgesamt 86.943 Fahrzeugen waren 14.275 Kombis. Das Fahrzeug bot Platz für 4 Personen, hatte am Anfang vorne eine durchgehende Sitzbank und auch der Kofferraum konnte sich sehen lassen. Die Karosserie war angelehnt an den Buick Century von 1956 und somit sehr modern für deutsche Verhältnisse. Auch die mögliche Zweifarbenlackierung und die Weißwandreifen waren ein optisches Highlight. Luxuriös war auch die Ausstattung mit serienmäßiger Lichthupe, automatisch in die Ausgangsposition zurückgehenden Scheibenwischern, Blinker und Kurbelfenstern. Die Motorhaube war aus Sicherheitsgründen vorne angeschlagen und das Lenkrad hatte eine versenkte Nabe.

Royal T700 Kombi © Michael O'Ballance

Zum Produktionsstart war der Frontantrieb, wegen der ungünstigen Achslastverteilung auf Grund des vor der Vorderachse liegenden Motors, aufgegeben worden. Im Sommer 1958 kamen dann der Isar T600 (20 PS/100 km/h) und der Isar T700 (30 PS/110 km/h) endlich auf den Markt und bis Jahresende wurden 6.740 Modelle verkauft. Die höchste Jahresproduktion gab es mit 25.000 Stück im Jahr 1959. Allerdings hatte das Modell noch einige Kinderkrankheiten, so dass 1959 auf der IAA ein überarbeitetes Modell vorgestellt wurde. Die Mängel an Karosserie und Motor waren behoben worden und die vordere Radaufhängung war umkonstruiert worden. Die zwei Bing-Vergaser wurden durch einen Solex-Fallstromvergaser ersetzt, was den Benzinverbrauch senken sollte. Außerdem wurden auf der IAA zum ersten Mal der Kombi K600 und K700 vorgestellt.

1960 wurde der Isar erneut modernisiert. Die Rückleuchten wurden deutlich vergrößert, das hintere Nummernschild konnte im Breitformat angebracht werden und wurde von kleinen Leuchten in der Stoßstange beleuchtet. Auch war das Dach etwas höher, was den Passagieren mehr Kopffreiheit bot.

Ab 1962 sanken die Verkaufszahlen allerdings, denn die Kundschaft war anspruchsvoller geworden und die Konkurrenz schlief auch nicht, so dass 1965 die Produktion eingestellt wurde. Im Ausland gab es den Isar übrigens unter den Namen Isard und Royal.

Die Geschichte der Heinkel Kabine

Tuesday, March 9th, 2010

Inspiriert von dem Kleinwagen der italienischen Firma ISO, den Professor Ernst Heinkel 1954 auf dem Genfer Automobilsalon sah, wurde beschlossen auch so ein Fahrzeug zu bauen.

Heinkel Trojan©flickr/Flying Cloud

Die ersten Entwürfe im Mai desselben Jahres zeigten ein Fahrzeug mit seitlichen Türen und Platz für Gepäck hinter der Sitzbank. Angetrieben werden sollte die Heinkel Kabine von einem aufgebohrten 200 ccm Rollermotor und 8-Zoll Reifen. Sie sollte ein Leergewicht von nicht mehr als 175 kg und eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h haben. Durch die Produktion des Dreirades sollte auch die Beschäftigung der Mitarbeiter der Firma über den Herbst und Winter, wenn nur wenige Roller produziert würden, gesichert sein.
In weiteren Entwürfen wurde statt der seitlichen Türen eine, nach hinten klappbare, Fronttür mit zwei kleinen Frontscheiben geplant. Außerdem sollte sich die Lenksäule wegklappen lassen, damit man leichter einsteigen konnte. Im Spätsommer wurden dann die ersten Probefahrten mit der noch etwas klobigen dreirädrigen Heinkel Kabine gemacht. Es wurde beschlossen, den Motor des Tourist mit einem Rückwärtsgang auszustatten und in das Dreirad einzubauen. Im Laufe der Tests wurden noch verschiedene andere Motoren getestet. Mit der Zeit wurde die Heinkel Kabine immer ausgereifter und entsprach schon in einigen Punkten dem Serienfahrzeug. Zum leichten Radwechsel wurde sie rechts und links mit einem Kippständer ausgestattet und unter der Heckklappe gab es einen Handhebel für den Ausbau des Hinterrades. Es wurden weiterhin ständig Versuchsfahrten und Verbesserungen, wie zum Beispiel der Einbau einer Heizung vorgenommen, und Kinderkrankheiten wurden so weit wie möglich ausgemerzt. Weitere Schwierigkeiten wurden später während der Produktion behoben.
Im Oktober 1955 wurde der Kabinenroller vom TÜV Stuttgart als verkehrstauglich eingestuft und bekam im Februar 1956 die allgemeine Betriebserlaubnis vom Kraftfahrt-Bundesamt.
Im März 1958 wurde die Serienproduktion dann endlich aufgenommen. 11.000 Stück wurden in den nächsten eineinhalb Jahren im Werk Speyer produziert, und die Produktion konnte sogar auf 700 Kabinen pro Monat gesteigert werden.

Heinkel Trojan©flickr/Wouter Duijndam

Die Heinkel Kabinen waren zugelassen für zwei Erwachsene und zwei Kinder, die Rückenlehnen der Vordersitze waren umklappbar, sie waren ausgestattet mit einem Faltdach und seitlichen Ausstellfenstern. Stauraum boten eine Tasche an der Tür, ein offenes Handschuhfach und ein Gepäcknetz an der rechten Innenseite.
Der Motor war ein leicht modifizierter Rollermotor mit Rückwärtsgang und geänderter Übersetzung. Die anfänglichen 175 ccm wurden später auf 200 ccm aufgebohrt. Um den Markt im Ausland besser bedienen zu können, wurden Produktionsmöglichkeiten im Ausland gesucht. Im November 1957 startete die Produktion in Argentinien, wobei Motoren, Vorderachsen und weitere Teile aus Deutschland geliefert wurden, und die Heinkel Kabinen in Argentinien gefertigt wurden.
Ab Sommer 1958 wurde die Produktion der Heinkel Kabinen nach Irland verlagert. Dorthin waren bereits 1956 die ersten Kabinen in Einzelteilen zum Zusammenbau versendet worden. Steuerlich war dies günstiger als Komplettfahrzeuge zu exportieren. Begründet wurde die Verlagerung nach Irland mit Kapazitätsproblemen in Deutschland, ursächlich waren aber wohl die hohen Produktionskosten. Gebaut wurden von Oktober 1958 bis August 1961 etwa 6.500 der Heinkel Kabinen von der irischen Dundalk Engineering Company. Im Jahr 1961 wurde dann alles an die Firma Trojan in England verkauft, die die Kabinen als Heinkel Trojan in leicht geänderter Version noch bis 1964 produzierte.