Image 01

Archive for the ‘Französische Klassiker’ Category

Citroën 2CV – Die Ente

Saturday, July 17th, 2010

Sicherlich war der 2CV, die Ente, ein Meilenstein in der Geschichte von Citroën.

Immerhin wurden von der viertürigen Ente zwischen 1949 und 1990 3.868.631 Fahrzeuge und von der Kastenente, dem Lieferwagen, 1.246.335 gebaut. Eine Leistung auf die jede Entenmutter stolz sein kann.

Entworfen wurde die Ente bereits in den 1930er Jahren aber durch den Zweiten Weltkrieg lief die französische Antwort auf den VW Käfer erst 1949 vom Band, nachdem sie im Oktober 1948 in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.  Es ist kaum zu glauben, dass sie wirklich 51 Jahre lang gebaut wurde. Ein wirkliches Kind seiner Zeit, denn weder technisch, noch von der Ausstattung her war die Ente etwas Besonderes.  Sie war einfach ein praktisches Fahrzeug und ein echtes Kultobjekt.

2CV Ente © flickr/L'eau Bleue

Anfänglich hatten die Zweizylindermotoren des 2CV lediglich 9 PS und einen Hubraum von 375 cm³. Ab 1955 waren es dann 12 PS bei 425 cm³ und 1963 sogar 16 PS. Die stärkste Ente mit 29 PS kam 1986 auf den Markt.

Die ursprünglichen Vorgaben an den Konstrukteur des 2CV, André Lefèbre, waren, ein Fahrzeug zu bauen, in dem zwei Bauern mit einem Sack Kartoffeln oder einem Fass Wein Platz hatten, das mindestens 60 Stundenkilometer schnell war und dabei auch nur 3 Liter Sprit auf 100 Kilometer verbrauchte. Noch dazu sollte es schlechte Wegstrecken problemlos meistern können, trotzdem so gut gefedert sein, dass Eier in einem Korb nicht zerbrachen, und einfach zu bedienen.  Noch dazu sollte das Fahrzeug günstiger sein als der „Traction Avant“ von Citroën.

Ursprünglich mit in Frankreich mit nur zwei Seitenfenstern gebaut wurde das De-Luxe-Modell mit drei Seitenfenstern gebaut. Der günstige Preis von damals 3.600 DM (heute etwa 6.990 Euro) und die wegen des geringen Hubraums niedrige Kraftfahrzeugsteuer waren mit ausschlaggebend, dass die Ente schnell zum typischen Studentenauto avancierte.

1981 kam in begrenzter Auflage das Modell Charleston in schwarz-weinroter Lackierung auf den Markt, das als erste Ente Scheibenbremsen an den Vorderrädern hatte.
Da dies Modell ein großer Erfolg war kam es ab Modelljahr 1982 serienmäßig in schwarz-gelb und ab 1984 in nachtgrau-nebelgrau auf den Markt.

So beliebt die Enten waren, so rostanfällig waren sie auch, aber in der Liebhaberszene wusste man sich zu helfen, indem man nachträglich Fahrgestelle und andere Teile feuerverzinkte oder gegen andere rostfreie Teile austauschte, was auch eine Wertsteigerung der Ente mit sich brachte.

1961 kam der 2CV 4×4 Sahara auf den Markt, der über einen zusätzlichen Heckmotor verfügte. So viel zwar der Kofferraum weg und das Reserverad musste auf der Motorhaube befestigt werden, aber Dank des zuschaltbaren Allradantriebs war die Ente so wirklich geländegängig und meisterte Steigungen bis 45 Prozent und auch Wüstensand. Gefahren werden konnte die Sahara Ente, von der nur 694 Fahrzeuge gebaut wurden übrigens mit dem vorderem, dem hinteren oder auch mit beiden Motoren. Die beiden Tanks befanden sich in den Sitzen und um die Einfüllstutzen zu erreichen gab es in den Türen runde Ausschnitte.

Citroën Teil 2

Wednesday, May 12th, 2010

1926 hatte André Citroën bereits Fabriken in Belgien, England, Italien und Deutschland. Bereits zu dieser Zeit war jedes dritte Auto in Frankreich ein Citroën.

1929 wurden Stoßstangen und Sicherheitsglas Standard bei Citroën.

Die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre traf die Firma allerdings hart, da André Citroën offensichtlich sämtliche Warnsignale ignoriert hatte.

Traction Avant © flickr/.Robert.

Zwar hatten der Konstrukteur André Lefèbvre und der Designer Flaminio Bertoni  den Traction Avant, ein Fahrzeug mit Vorderradantrieb, hervorragendem Fahrwerk, einem revolutionären Design und einer Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h, entwickelt, aber es zehrte auch die letzten Geldreserven der Firma auf und war zunächst kein Erfolg.

Als 1934 Konkurs angemeldet werden musste, übernahm Michelin die Firma und sorgte dafür, dass der Traction Avant auf den Markt kam.
André Citroën erlebte den Erfolg dieses Fahrzeugs allerdings nicht mehr, da er 1935 an Krebs und an Verbitterung über die Firmenpleite starb.

Der von 1934 bis 1957 gebaute Traction Avant wurde schnell zur Legende und bekam, dank der guten Straßenlage und der Geschwindigkeit, den Ruf die ideale Gangsterlimousine zu sein.

1936 arbeiteten Lefèbvre und Bertoni schon an einem weiteren Fahrzeug. Es sollte Platz für 4 Personen und 50 Kilogramm Gepäck haben und noch dazu günstig in der Anschaffung und im Unterhalt sein. Der Zweite Weltkrieg verhinderte allerdings zunächst die Produktion des 2 CV.

Nach dem Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Citroën-Werke wurden aber ab 1946 schon wieder 24.500 Fahrzeuge pro Jahr produziert.
1947 wurden Tochtergesellschaften in Argentinien und Schweden gegründet und auf dem Pariser Autosalon 1949 wurde auch endlich der 2 CV vorgestellt.

Trotz des schlichten Designs, der spärlichen Ausstattung und der simplen Technik wurde die „Ente“ zum Dauerrenner und, mit einem Produktionszeitraum von 42 Jahren, eines der am längsten gebauten Fahrzeuge der Welt.

1955 wurde in Paris das neueste von Lefèbvre und Bertoni entwickelte Fahrzeug, der DS 19, vorgestellt. Das futuristische Aussehen des Fahrzeugs sorgte dafür, dass es in vielen Science Fiction Filmen zu sehen war.

Das stromlinienförmige Aussehen wirkte dynamisch und die hydropneumatische Federung war eine Weltneuheit. Außerdem verfügte der DS 19 noch über zwei voneinander unabhängige Bremskreise, ein Einspeichenlenkrad, Servolenkung und Scheibenbremsen.

Nach einigen Jahren wurden die Scheinwerfer so modifiert, dass sie beim Einschlagen des Lenkrades „mitwanderten“ um die Kurven besser auszuleuchten. Der Motor war eine überarbeitete Version der Maschine des Traction Avant und blieb dies mit weiteren Modifikationen während der gesamten Bauzeit bis 1975.

1975 wurde Citroën von Peugeot übernommen und beide Firmen firmieren als PSA.

Citroën Teil 1

Saturday, May 8th, 2010

Nachdem André Citroën im Jahre 1900, anlässlich eines Besuches bei seiner Schwester in Polen, einen Betrieb fand, der Zahnräder mit Winkelverzahnung aus Metall herstellte, erwarb er ein Patent dafür.

So entstand auch die Idee für das spätere Firmenlogo von Citroën, die doppelte Schrägverzahnung von Zahnrädern.

1905 gründete er dann mit drei Compagnons eine Fabrik zur Herstellung von Zahnrädern für Textilmaschinen.
Schon bald wurde André Citroën allerdings vom französischen Autohersteller Mors engagiert, um die Firma aus der Krise zu führen. 1912 besuchte er Henry Ford um dessen Produktionsmethoden kennenzulernen und schon im Jahre 1913 hatten sich die Produktionszahlen bei Mors verzehnfacht.

Citroën©flickr/zigazou76

Während des Ersten Weltkrieges produzierte Citroën Munition, stieg aber nach dem Krieg direkt wieder in die Autoproduktion ein, diesmal jedoch mit seiner eigenen Firma.

Der Citroën Typ A Torpedo wurde von 1919 bis 1921 gebaut und war das erste Fahrzeug, das in Europa in Großserie hergestellt wurde. Noch dazu war das Fahrzeug ausgestattet mit elektrischer Lichtanlage und Elektrostarter. Dies gab es bei anderen Herstellern erst wesentlich später.

Weitere Neuerungen wurden von Citroën in seiner Firma eingeführt, die es bis dahin in Europa nicht gegeben hatte. Er gründete einen Betriebskindergarten, ein Betriebsorchester, eine Krankenversicherung, die Angestellten bekamen ein 13. Monatsgehalt und eine Pension. 1928 wurde außerdem eine Berufsfachschule gegründet.

Citroën entwickelte auch eine ganz neue Werbestrategie für seine Firma. In ganz Frankreich wurden Straßenschilder mit einem Hinweis auf die Automanufaktur aufgestellt und auch der Eifelturm wurde als Werbefläche für Leuchtreklame genutzt. Expeditionen in die Sahara, nach Alaska und in den Himalaja wurden mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen von Citroën ausgestattet.

Ab 1920 gab es auch einen Ersatzteilservice, Leasingautos, einen Leihwagenservice und für die zukünftige Kundschaft auch Modellautos und Kinderfahrzeuge. Des Weiteren wurden die Autos in den 1920er Jahren auch mit Autoradios ausgestattet und es gab eine Neuwagengarantie.

Nach Typ A kamen Typ B (1921-1928) und Typ C (1922-1934) auf den Markt, und der Caddy, der ab 1922 zu haben war, war ein Sportwagen auf Basis des Typ B.

Der 5 CV (Typ C) wurde schnell unter dem Namen „Petit Citron“ (kleine Zitrone) bekannt, da er gelb lackiert war. Das ähnliche Fahrzeug von Opel war grün lackiert und wurde „Laubfrosch“ genannt.
Dank der ständigen Verbesserungen bei Citroën stiegen die Verkaufszahlen stetig und bald beherrschten Citroën Taxis das Pariser Straßenbild.

1924 wurden bis zu 300 Autos täglich produziert und 17.000 gingen in diesem Jahr in den Export.
Der B 10 hatte erstmals eine Ganzstahlkarosserie und der B 12 eine Bremsanlage, die auf alle 4 Räder wirkte.

Der Peugeot 205

Saturday, March 13th, 2010

Der Peugeot 205 ist noch nicht so alt, wie manch anderes Fahrzeug, aber sicherlich auch ein Klassiker.

Die Vorgänger des Peugeot 205, die zur 2er-Serie gehören, waren der 201, der von 1929 bis 1937 gebaut wurde und der 202, der von 1938 bis 1949 produziert wurde. Während des Krieges musste die Produktion eingestellt werden und wurde 1948 wieder aufgenommen. Der 203 wurde von 1948 an gebaut und war bis 1954 das einzige Fahrzeug von Peugeot. Von 1965 bis 1977 wurde der Peugeot 204 gebaut und war mit quer eingebautem Motor und Vorderradantrieb schon recht modern.

Peugeot 205©flickr/M.Peinado

Der wirkliche Vorgänger, bezogen auf die Fahrzeugklasse, war allerdings der 104, der ab 1972 auf den Markt kam. Er war das erste Kompaktfahrzeug von Peugeot.
Um Peugeot Ende der 1970er Jahre aus den roten Zahlen zu bringen, wurde 1977 das Projekt M 24 gestartet, aus dem sich der Peugeot 205 entwickelte.
Das Fahrzeug sollte ein breites Publikum ansprechen und über ein zeitgemäßes Äußeres verfügen. In einer attraktiven Karosserie sollten Verbesserungen in den Bereichen Gewicht, Festigkeit, Raumangebot und Aerodynamik vereint werden. Keine leichte Aufgabe, die aber dank des Einsatzes computergestützter Konstruktion gelang.
Das Fahrzeug war außerdem für die Aufnahme verschiedener Motoren geplant, darunter auch GTI- und Automatik- Varianten. Die Motorisierung ging dann vom sparsamen 33 kW (45 PS) bis zum rasanten 94 kW (128 PS – ohne Kat 120 PS). Die kleinen Motoren waren in Vollaluminiumbauweise gebaut worden und waren modifizierte Motoren des Peugeot 104, Talbot Samba und Citroën Visa.
Für den 205 wurden aber auch neue Motoren wie der XY7 entwickelt. Hier wurde der Zylinderkopf des stärkeren XY8 mit Bauteilen des kleinen XW7 Motors kombiniert. Die TU-Baureihe war artverwandt mit den AX-Modellen von Citroën. 1984 kam dann der XU-Motor, der recht vielseitig war. Der Zylinderblock war diesmal aus Grauguss.
Weiter erreichte man durch Modifizierung an den Getrieben der schwächeren Motoren, dass sich Kurbeltrieb und Getriebe Gehäuse und Ölwanne teilten und das Ganze so sehr kompakt wurde. Die stärkeren GTI-Varianten bekamen ein neu entwickeltes Fünfganggetriebe.
Nachdem seit 1977 an Designstudien gearbeitet wurde, entschied man sich 1979 für einen Entwurf, der Zeitlosigkeit und Aerodynamik vereinte. Hohe Maßstäbe galten auch für die Gestaltung des Innenraumes. Ästhetik und kantenlose Formen waren ebenso wichtig, wie der Insassenschutz. Der gesamte Innenraum sollte eine Einheit bilden.

Peugeot 205©flickr/big-ashb

Nachdem die innere und äußere Form feststanden konnte an die Konstruktion gedacht werden. Mit Hilfe der Computertechnik entwickelte man eine effektive Knautschzone, und auch an eine lange Lebensdauer wurde gedacht. 42 Prozent der Karosserie sollten aus verzinkten Blechen bestehen.
Der Peugeot 205 wurde tatsächlich das bis dahin erfolgreichste Modell der Marke und wurde von 1983 bis zur Einstellung der Produktion 1998 fast 5,3 Millionen Mal gebaut.