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Archive for the ‘Restaurierung’ Category

Die Restaurierung 2

Friday, March 5th, 2010

Wer eine Restaurierung eines Klassikers durchführen möchte, muss sich erst mal über den Restaurierungsansatz, beschrieben im vorherigen Restaurierungsartikel, klar werden.

Als erstes müssen hierzu alle Informationen das Fahrzeug betreffend gesammelt werden, am besten in Form einer Bestandsaufnahme. Die Bestandsaufnahme hilft zu erkennen, in welchem Zustand sich der Klassiker befindet und um die richtigen Konservierungsmaßnahmen und das Restaurierungskonzept zu erarbeiten. Man bekommt so auch einen guten Überblick über den Bedarf an Ersatzteilen.

Eine schriftliche und fotografische Dokumentation ist hier sehr sinnvoll, hilft sie doch später die Restaurierung nachzuvollziehen und eventuell gemachte Fehler zu beheben. Auch Kenntnisse über frühere Handwerkstechniken und Materialien sind ebenso wichtig, wie die über damalig Werkzeuge, die beim Bau des Klassikers eingesetzt wurden.

Restaurierung©flickr/JoeG2007

Ein Hauptbestandteil der Restaurierung ist die Konservierung, die Bewahrung des Ist-Zustandes. Die Konservierung dient natürlich nicht ausschließlich dem Korrosionsschutz der Metalle, sondern auch dem Schutz organischer Stoffe wie Leder, Gummi und Holz. Es werden sowohl physikalische als auch chemische Methoden zur Konservierung eingesetzt, um den Zerfallsprozess der Materiealien zu verzögern oder sogar zu verhindern. Hierzu dienen unter anderem spezielle Öle, Wachse, silikonhaltige Mittel, Fette, flüssige Kunststoffe, Fungizide und sogar Herbizide. Besonders im Bereich der Metallkonservierung ist darauf zu achten, dass die verwendeten Konservierungsmittel säurefrei und alterungs- und temperaturbeständig sind.

Auch die Unterbringung des Klassikers in einer geeigneten Umgebung (Klima/Temperatur) ist natürlich eine Konservierungsmaßnahme. Ideal sind hier circa 15 Grad Celsius, 40 Prozent Luftfeuchte, UV-geschützt, keine Ausdünstungen oder Gase, und keine Schädlinge wie Pilze, Insekten, Mäuse oder ähnliches.

Neue Scheiben für den Klassiker

Wednesday, March 3rd, 2010

Im Gegenteil zu vielen anderen Teilen bei der Restaurierung, wie zum Beispiel Zierleisten, Innenausstattungs- oder Elektronikteilen, sind Verglasungsteile für einen Oldtimer vergleichsweise leicht zu bekommen, da sie in Fachwerkstätten nachgefertigt werden können.

Bei der Automobilverglasung unterscheidet man zwischen Verbund-Sicherheitsglas (VSG) und Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG).
Als erster verwendete Henry Ford ein VSG mit Zellulose-Einlage um die Insassen seines Model T vor Splittern einfacher Glasscheiben zu schützen. Natürlich bestehen die Einlagen des VSG heutzutage nicht mehr aus Zellulose sondern aus dem Kunststoff Polyvinylbutyral (PVB).

Glasbruch©flickr/JasonDGreat

ESG wird nach dem Erhitzen auf mindestens 600 Grad Celsius schlagartig abgekühlt. Die so im Glas entstehenden Spannungen lassen es beim Bruch in viele sehr kleine Splitter zerbersten, die keine tiefen Wunden verursachen können. Da die Splitter aber immer noch zu schweren Augenverletzungen führen können, wurde ab den 1970er Jahren wieder VSG für Frontscheiben genutzt.

Gründe für den Austausch einer Scheibe sind zum Beispiel Einläufe (Lufteinschlüsse), ausgeprägte Kratzer, zum Beispiel durch Scheibenwischer, feine Steinschläge in großer Zahl oder große irreparable Steinschläge. Auch Schweißarbeiten an der Karosserie können ihre Spuren in Form von Schweißpunkten hinterlassen.
Am Einfachsten ist die Nachfertigung, wenn die alte Scheibe noch als Muster vorhanden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, leistet eine Metallschablone, wegen der Passgenauigkeit vom Spengler gefertigt, gute Dienste. Und auch Scheibengummis sind in der Regel, unabhängig vom Profil, problemlos zu bekommen.

Die Restaurierung

Monday, March 1st, 2010

Oldtimerfans wissen natürlich, dass es einen Unterschied gibt, zwischen Restaurierung und Reparatur.

Und über diesen Unterschied sollte man sich auch im Klaren sein, wenn man mit der Restaurierung beginnt, um nicht schon von Beginn an Fehler zu machen.

Bei einer Reparatur sollen die Funktionsfähigkeit und Sicherheit wieder hergestellt werden und dazu werden oft Ersatz- oder Austauschteile verwendet. Die Erhaltung der Originalsubstanz spielt hier so gut wie keine Rolle.

Die Restaurierung eines Fahrzeugs allerdings ist eine wesentlich aufwendigere Angelegenheit.
Als erstes sind Maßnahmen wichtig, die den Bestand erhalten, also die Konservierung.  Diese Erhaltungsmaßnahmen sollen den Zustand verschiedener Bauteile verbessern, um das Fahrzeug vor größeren Eingriffen zu bewahren und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

Oldtimer©flickr/minds-eye

Für eine Restaurierung gibt es von Anfang an verschiedene Ansätze, je nachdem was man erreichen möchte.
Bei der „Besser-als-neu-Restaurierung“ werden oft Motoren ausgetauscht, Bremsanlagen verbessert, Karosserien komplett neu gefertigt und mit neuen Lacken lackiert. Spuren eines Gebrauchs sind danach nicht mehr zu erkennen.

Die „Fabrikneu-Restaurierung“ wird oft von Museen angewendet und soll den Originalzustand eines Autos zum Zeitpunkt seiner Auslieferung wiederherstellen. Originalteile, alte Materialien und Arbeitstechniken werden verwendet und es wird darauf verzichtet, eventuelle technische Mängel eines Fahrzeugs zu verbessern.

Wer allerdings einen Oldtimer haben möchte, dem man sein Alter und seine bewegte Geschichte auch ansieht, der sollte eine „Substanzerhaltende Restaurierung“ vornehmen. Hierbei sollte der Ist-Zustand erhalten werden, ohne Gebrauchsspuren zu zerstören. Allerdings müssen hier oft bei der Technik und Sicherheit Kompromisse gemacht werden, besonders wenn die Fahrzeuge oft zum Einsatz kommen sollen. Fahrsicherheit geht auf jeden Fall vor Originalität, denn wer kann und möchte schon auf zum Beispiel gut funktionierende Bremsen verzichten.