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Archive for the ‘Schwedische Klassiker’ Category

Volvo Amazon

Thursday, March 25th, 2010

Im September 1956 wurde von Volvo der Amazon (P120) präsentiert.

Der Volvo Amazon mit der modernen Zweifarbenlackierung und den Weißwandreifen kommt bei den Käufern auf Anhieb gut an. Designt wurde die Amazone, wie der Amazon in Deutschland oft genannt wurde, von Jan Wilsgaard, dem jungen Designerchef bei Volvo.

Die gute Verarbeitung und das Platzangebot des Fahrzeugs überzeugten ebenso, wie die hohe passive Sicherheit. Dreipunktgurte vorne waren ab 1959 serienmäßig vorhanden. Des weiteren punktete der Amazon , der mit einem 1,6-Liter-Vierzylinder mit Zenith Fallstrom Vergaser und 60 DIN-PS ausgerüstet war, mit seiner guten Straßenlage. Der Motor war schon als B16A im P 444 zum Einsatz gekommen.

Amazon©flickr/Walter Watzpatzkowski

Auf dem Genfer Autosalon von 1958 ist der Amazon S mit Vierganggetriebe und 85 SAE-PS zu sehen. Er hat eine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 155 km/h.
Ab August 1960 gibt es dann schließlich den Amazon mit drei verschiedenen manuellen Getrieben: Dreigang, Viergang und Dreigang mit Overdrive.

Sportlich ist das Fahrzeug auch, denn 1963 wird Gunnar Andersson mit dem Amazon Rallye-Europameister.
Da sich ein deutscher Zweirad-Hersteller den Namen Amazon hatte schützen lassen kam der Amazon unter dem Namen 121 und der Amazon S als 122 S auf den Markt.

Ab August 1961 hatte das Auto einen B18 Motor, der eine längere Lebensdauer hatte. Außerdem hatte die elektrische Anlage von nun an 12 Volt. Der 122 S bekam 1961 ebenfalls vorne Scheibenbremsen, der 121 erst ab 1964.

Die Produktpallette wurde 1961 noch um eine 2-türige Limousine und 1962 um einen 4-türigen Kombi erweitert. Ab 1963 war auch ein Automatik-Getriebe zu haben, das in Deutschland aber nicht sehr gut ankam. 1966 kam dann noch der sportliche Volvo 123 GT mit 96 PS und B18B-Motor auf den Markt, der in Deutschland sogar mit 103 PS erhältlich war.

Kombi©flickr/Wouter Duijndam

Die letzten wichtigen Entwicklungen wurden 1968 gemacht. Die Fahrzeuge bekamen eine Zweikreis-Bremsanlage und einen modifizierten Zweilitermotor. Ab 1970 gab es für die Vordersitze auch noch Kopfstützen. Allerdings war das dann auch schon das Ende des Amazon, dessen Produktion im Juli 1970 eingestellt wurde.

Volvo PV 444

Tuesday, March 23rd, 2010

In Stockholm feiert 1944 der PV 444 (4 Sitze, 40 PS, 4 Zylinder) sein Debüt.

Es sollte allerdings noch bis 1947 dauern, bis er tatsächlich auf den Markt kam, dann aber brach das, bei uns liebevoll Buckel-Volvo genannte, Fahrzeug sämtliche Verkaufsrekorde. Bis 1950 wurden 12.504 Stück verkauft. Motorisiert war der Volvo mit einem Vierzylinder-Viertaktmotor (B4B) mit hängenden Ventilen, 1414 ccm Hubraum und 40 SAE-PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 110 km/h.

Zu dem A-Modell, das nur in Schwarz und mit grün-cremefarbenem Interieur lieferbar war, kam dann noch das luxuriöse AS-Modell in Blaugrau mit farblich passender Innenausstattung. Die Fahrzeuge wurden ständig modifiziert und verbessert. Der Motor war inzwischen 44 SAE-PS stark und auch der Rostschutz wurde verbessert.

Nach dem A-Modell kamen dann die, vor allem äußerlich veränderten B- und BS-Modelle auf den Markt. Sie hatten neue Stoßstangen, andere Heckleuchten und Scheinwerferringe und zumindest in Schweden einen Blinker auf dem Dach. Aber auch der Innenraum war verschönert worden, mit dezenteren Polsterstoffen, einem Armaturenbrett mit viel Lack und Chrom und einem Kombiinstrument, das direkt vor dem Fahrer montiert war.

Der Volvo PV 444 C/CS, der 1951 auf den Markt kam, hatte ein modernisiertes Fahrwerk mit 15 mm breiterer Spur und 15- statt bisher 16-Zoll-Felgen. Bei dem 1952 auf den Markt gekommenen Modell D/DS war dann auch in Schweden der Blinker auf dem Dach nicht mehr vorhanden. Erfolgreich auch auf dem japanischen Markt war das Modell E/ES von 1953.

Für Aufruhr bei den Versicherungen sorgte 1954 die PV-Garantie von Volvo. Es hieß, dass Volvo 5 Jahre lang alle Reparaturkosten übernimmt, die durch Unfall oder äußere Einflüsse entstanden und über 200.- schwedische Kronen lagen. Auch kommt in diesem Jahr das Modell H/HS auf den Markt.

Bei diesem Fahrzeug ist die Heckscheibe einteilig und auch größer, die Rückleuchten wurden verändert und der Blinker mit integrierter Parkleuchte sitzt an der B-Säule. Für den anspruchsvollen amerikanischen Markt wurde das Fahrzeug ausgestattet mit einem B14A-Motor. Dies ist ein modifizierter B4B-Motor, der aus 1,4 Litern Hubraum 70 SAE-PS herausholt.

Das ab 1955 verkaufte K- Modell hat inzwischen 51 SAE-PS, da es einen anderen Zylinderkopf und ein höheres Verdichtungsverhältnis hat. Das Sondermodell California wurde für den US-Markt mit dem B14A-Motor ausgestattet und bekam zur weißen Lackierung ein schwarz-gelbes Interieur, sowie Bügel über den Stoßstangen.  Natürlich war das Modell California auch in Schweden zu haben, hier allerdings mit dem B4B-Motor.

Das L-Modell aus dem Jahre 1957 verfügte unter anderem über einen neuen Kühlergrill und neue Rückleuchten. Der Motor war jetzt ein B16-Motor, der schon seit 1956 im Volvo Amazon seinen Dienst tat. Jetzt wurde auch zwischen SAE-PS und DIN-PS unterschieden. Der 1,6 Liter B16A-Motor hatte 66 SAE- oder 60 DIN-PS, der B16B-Motor mit zwei Vergasern hatte 85 SAE- oder 76 DIN-PS. Für den Export in die USA wurde ein B16D-Motor verwendet, der 72 SAE-PS und einen Vergaser mit höherer Verdichtung hatte. Außerdem hatte das L-Modell zum ersten Mal serienmäßig Befestigungspunkte für Sicherheitsgurte, die gegen Aufpreis montiert werden konnten.

Volvo – die frühen Jahre

Sunday, March 21st, 2010

Dies ist ein kurzer Abriss über die Geschichte der legendären schwedischen Automarke Volvo.

Am 25. Juli 1924 trafen sich in Stockholm der Geschäftsmann Assar Gabrielsson und der Konstrukteur Gustaf Larson zum Krebsessen. Beide hatten zuvor schon für die Schwedische Kugellager Fabrik SKF gearbeitet. Nach diesem Treffen und weiteren Gesprächen gründeten sie schließlich eine Automanufaktur. Obwohl das Startkapital recht knapp bemessen war, entwickelte sich das Projekt gut. Dies war möglich dank der noch guten Kontakte zu SKF. Die Firma steuerte nicht nur Kapital und eine Werkhalle in Hisinge bei Göteborg bei, sondern auch den Markennamen Volvo. Volvo ist lateinisch für „ich rolle“.

Im Frühjahr 1927 dann kamen die ersten Volvos auf den Markt. Die Serie hieß ÖV 4, wobei ÖV für Öppen Vagn (offener Wagen) und die 4 für 4 Zylinder standen. Der seitengesteuerte 2-Liter-Motor hatte 28 PS. Das liebevoll Jakob genannte Fahrzeug hatte ein unsynchronisiertes Dreiganggetriebe, Hinterradantrieb, Starachsen und einen Kastenrahmen.
Da der offenen Volvo aber bei den schwedischen Witterungsverhältnissen nicht wirklich praktisch war, verkaufte er sich recht schlecht.

Der Nachfolger, der geschlossene PV 4 (Person Vagn), hatte eine Holzkarosserie, die aus Gewichtsgründen mit Kunstleder statt mit Stahlblech überzogen war. Diese viertürige Limousine kam bei den Kunden dann auch viel besser an. Das Hauptgeschäft bei Volvo wurde aber mit den Last- und Lieferwagen gemacht, die auf Basis der Personenwagen gebaut wurden. Außerdem lieferte Volvo Fahrgestelle, die je nach Kundenwunsch mit der passenden Karosserie versehen werden konnten.

Jakob Hotrod©flickr/michieldijcks

Der PV 651 (sechs Zylinder, fünf Sitze, 1. Ausführung) war der erste Pkw, der sich wirklich gut verkaufte. Ein solides Fahrzeug mit einem neuen Motor mit 3010 ccm Hubraum und 55 SAE-PS. Der Motor hatte stehende Ventile und eine siebenfach gelagerte Kurbelwelle.
Dieses Fahrzeug wurde ein wahrer Volvo Dauerbrenner und machte auch als Taxi Karriere. Hierfür wurde eine Trennscheibe im Innenraum eingebaut und teilweise sogar der Radstand verlängert und das Dach erhöht. Das Ganze war dann die TR-Ausführung (Trafikvagn). Für mehr Sicherheit sorgte ab 1930 eine hydraulische Bremsanlage.

1938 kam, als Nachfolger der PV 650/TR-Serie, die 800er-Baureihe auf den Markt. Diese bekam 1950 eine modernere Frontpartie und blieb bis 1958, zuletzt als PV 830, im Programm.

Der PV36, der 1935 unter dem Namen Carioca auf den Markt kam, wirkte im Gegensatz zum PV 651, mit seiner stromlinienförmigen Karosserie recht modern. Ob er aber zu extravagant oder zu teuer war, ist nicht klar. Klar ist aber, dass er mit 500 verkauften Exemplaren nicht erfolgreich war und Volvo die Produktion 1938 wieder einstellte.

1936 kam der kleinere, leichtere und günstigere, aber auch mit einem 6-Zylinder Seitenventiler ausgestattete PV 51 ins Programm. Das viertürige Fahrzeug verkaufte sich besser und blieb dank mehrerer Modifikationen als PV 56 bis 1945 lieferbar. Auch als reines Fahrgestell (PV57) für Sonderaufbauten war es zu haben.

Während des 2. Weltkrieges ging es Volvo dank der großen Palette and Liefer- und Lastwagen, Bussen, Traktoren und Sonderfahrzeugen fürs Militär recht gut und der Konzern expandierte sogar, indem er Firmen wie Svenska Flygmotor und andere aufkaufte. 1944 bringt Volvo dann sogar den modernen PV 444 auf den Markt.

Hier gibt es Informationen zu modernen Volvo Fahrzeugen.