Dem V16 folgte in den späten 1930ern der V12, basierend auf den gleichen Prinzipien und mit einem 20 Zentimeter geringeren Radstand.
Das Fahrzeug war wesentlich erfolgreicher und zwischen 1930/31 wurden 5.700 Stück verkauft. Und genau so wie beim großen Bruder gab es hier auch verschiedene Karosserien, entweder die Massenproduktion von Fischer oder die teureren von Fleetwood.
1938 wurde der V16 erneuert und bekam einen neuen Motor in Monoblockbauweise. Jetzt war es wirklich ein V16-Motor an Stelle von zwei V8-Motoren. Mit 185 PS und 7096 cc (433 ci) war er dann auch etwas kraftvoller als der ursprüngliche Motor. Es war Cadillacs letzter V16-Motor und auch der letzte V16 auf der Welt und in drei Jahren wurden knapp über 500 Stück verkauft.
Die Fahrzeuge von Cadillac mit V8-Motoren waren längst nicht so oft in den Schlagzeilen, wie die mit V12 oder V16, brachten dafür aber den Profit. 1936 kam ein neuer leichter V8 Motor auf den Markt mit 5408 cc (330 ci) oder 5703 cc (348 ci) in der Series 50 bzw. der Series 60/70. Für diese Fahrzeuge gab es eine Auswahl an drei verschiedenen massenproduzierten Karosserien, als Limousine, Coupé oder Cabrio. Aber auch wenn ein himmelweiter Unterschied zu den individuell gefertigten Karosserien der V16 Modelle bestand, so waren sie dafür auch um einiges günstiger und ließen die Verkäufe bei Cadillac auf über 25.000 Fahrzeuge im Jahr 1936 ansteigen.
Und die gesamten 1930er Jahre über gelang es Cadillac die Fahrzeuge mit Neuerungen wie hydraulischen Bremsen, Einzelradaufhängung oder Stahlkarosserien und anderem zu versehen. Die späten 1930er waren dann auch die Zeit für Veränderungen im Design.
Bill Mitchell, der Protegé von Harley Earl, setzte ein Zeichen mit dem 60 Special Cadillac im Jahr 1938. Basierend auf dem Series 60 Modell sah er länger und flacher aus und war 8 Zentimeter niedriger als der Standard 60er. Die Glasfläche war außerdem um 32 Prozent vergrößert. Dieses Fahrzeug setzte den Maßstab für die meisten amerikanischen Autos dieser Zeit und war das Modell von Cadillac, das sich am besten verkaufte.
General Motors registrierte das sehr schnell und im folgenden Jahr hatte der neue 61 viele Designmerkmale des Special und teilte sich die Karosserie noch dazu mit dem Pontiac, Oldsmobile, La Salle und Buick. So wurde die erste Rationalisierung in dieser Hinsicht von Cadillac eingeführt. 1940 wurden der La Salle und der V16 aufgegeben, wie schon drei Jahre zuvor der V12, aber es gab keine Angriffe auf den Kernbereich den 60 Special, 61,62,63 und den 75 mit dem langen Radstand. Alle übrigens mit V8-Motor.
1942 stellte Cadillac, wie fast ganz Detroit, die zivile Produktion ein. Als sie aber vier Jahre später wieder aufgenommen wurde, bestand ein wirklicher Nachholbedarf und es wurde das beste Jahr mit über 66.000 verkauften Fahrzeugen. Das Auftragsbuch war sogar mit Bestellungen von über 100.000 Fahrzeugen voll und so musste man sich in den ersten Nachkriegsjahren mehr um die Produktion als um eventuelle Neuerungen kümmern. Tatsächlich war für die nächsten drei Jahrzehnte das Muster im Grunde schon vorgegeben.





