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Chrysler Letter Series

Saturday, August 21st, 2010

Die glorreichen Jahre für leistungsstarke Fahrzeuge waren die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

In Europa kamen die großen Marken Ferrari, Porsche, Jaguar, Mercedes, Maserati und Aston-Martin auf, aber in den USA wuchs etwas anderes.  Die Muscle Cars wurden geboren. Während GM an der Corvette und Ford an dem Thunderbird arbeiteten, ging Chrysler einen anderen Weg. Die Chrysler Letter Series.

Der Chrysler 300 basierte auf einer zweitürigen Limousine und war für mehrere Jahre das schnellste und stärkste amerikanische Fahrzeug.

Chrysler 300 © flickr/KaliTipps

Der Chrysler C-300 wurde 1955 erstmals vorgestellt und sollte das neue Zugpferd der Modellpalette werden. Das Design ähnelte dem anderer Chrysler-Fahrzeuge, da viele Teile aus der bestehenden Produktion verwendet wurden. So basierte der Chrysler C-300 dann auch auf dem Chrysler New Yorker, hatte die Heckpartie des Chrysler Windsor und Teile der Frontpartie und das Armaturenbrett stammten vom Chrysler Imperial.
Angetrieben wurde der Chrysler C-300 von einem Hemi-V8 Motor mit 5,7 Litern Hubraum und 220 kW. Die Bezeichnung 300 wies auf die Leistung von 300 hp hin. Es war das stärkste amerikanische Serienfahrzeug der damaligen Zeit, was 37 Siege und ein Geschwindigkeitsrekord von 205 km/h (in Daytona Beach) bei NASCAR-Rennen und Rennen der American Automobile Association bestätigten.
Die Bezeichnung C stand ursprünglich übrigens für Coupé, obwohl in Anbetracht der noch folgenden Letter Cars 300A auch denkbar gewesen wäre. Es wurden vom 1955er Chrysler 1725 Stück verkauft.

Der 300B erschien 1956 mit höheren Heckflossen und weiteren in den USA jährlich üblichen Änderungen. Die Kunden konnten zwischen einem 5,8-Liter-V8 mit 254 oder 265 kW wählen. Und zusätzlich zum 2-Gang- Automatikgetriebe gab es auch die 3-Gang-Automatik- und  ein 3-Gang-Schaltgetriebe. 1102 Chrysler 300B wurden produziert.

Der 300C aus dem Modelljahr 1957 wer vom Design her komplett überarbeitet worden und folgte dem Forward-Look mit hohen geradlinig ansteigenden Heckflossen. Sie waren nach Vorbild des Ghia Glida gestaltet, ein 1955 von Giovanni Sovanuzzi gestaltetes Show-Car. Es gab den 300C erstmals auch als Cabrio. Der Motor leistete 280 kW bei einem Hubraum von 6,4 Litern. Eine Kleinstauflage von 18 Fahrzeugen brachte sogar 290 kW Leistung. Insgesamt wurden 2402 Chrysler 300C verkauft.

Im Chrysler 300D von 1958 wurde der Hemi-V8 Motor zum letzten Mal verwendet. Er hatte als Standard eine Leistung von 283 kW und einem Hubraum von 6,4 Litern. Eine elektronische Einspritzanlage mit einer Leistung von 290 kW erwies sich als zu störanfällig und wurde nur bei 35 Fahrzeugen eingebaut. Wegen der schlechten Wirtschaftslage wurden nur 809 Chrysler 300D verkauft.

Der 1959er Chrysler 300E hatte einen 6,8 Liter-V8 Motor mit keilförmigen Brennräumen und 45 Kilogramm weniger Gewicht bei fast gleicher Leistung. Da die Hemi-Motoren jedoch sehr beliebt waren und die Wirtschaftslage auch noch schlecht wurden vom 300E nur 647 Stück verkauft.

Beim Chrysler 300F aus dem Jahr 1960 wurde die Leistung des V8 Motors auf bis zu 300 kW gesteigert. Durch den sogenannten „cross-ram“, einen speziellen Ansaugtrakt wurde bereits in einem niedrigen Drehzahlbereich eine hohe Leistung erreicht. Die Karosserie war jetzt selbsttragend und entsprach mit ihrer kantigen Gestalt dem Geschmack der Zeit. 1212 Stück wurden verkauft.

Beim Chrysler 300G aus dem Jahr 1961 stand ein neues Dreiganggetriebe zur Wahl und sämtliche andere Änderungen waren zumeist optischer Natur. Eine stark überarbeitete Frontpartie sollte neue Käufer anlocken. Es wurden 1617 Chrysler 300G verkauft.

Beim 1962er Chrysler 300H gab es einige Neuerungen. So wurde als Einsteigermodell der Chrysler 300 als „non-letter series“ vorgestellt und ersetzte die bisherige Windsor-Reihe. Die Ausstattung war einfacher als die der Letter Cars und man bekam den 300 auch mit einem 6,3 Liter-V8. Außerdem gab es die 300-Modelle nun auch mit 4 Türen. Optisch waren beide ähnlich besonders vielen die nur noch als Andeutung vorhandenen Heckflossen auf. Und beide basierten statt auf dem Chrysler New Yorker jetzt auf dem Windsor und waren so auch gleich um einiges leichter. Vom Chrysler 300H wurden 558 und vom 300 25.020 gebaut.

Da der Buchstabe I ausgelassen wurde kam 1963 der Chrysler 300J auf den Markt. Er hatte keine Heckflossen mehr und war vom Design her wesentlich runder. Den 300J gab es nur noch als Coupé, den 300 auch weiterhin als Cabrio und zwei- und viertürige Limousine. Die viertürige Limousine war jedoch der Chrysler Saratoga, der in Kanada als Chrysler 300 angeboten wurde. Die Leistung des 6,8 Liter-V8 Motors war leicht gesteigert worden und vom 300J wurden 400 Fahrzeuge produziert.

300L © flickr/Hugo90

Den 300K von 1964 gab es ansatzweise wieder mit Heckflossen und auch wieder als Cabrio. Die Innenausstattung war etwas spartanischer und die Motorisierung des Basismodells weniger aufwendig, was auch einen niedrigeren Preis nach sich zog. Mit einem Standard-Ansaugtrakt und Vierkammervergaser brachte es der 6,8 Liter-V8 Motor auf eine Leistung von 268 kW. 3647 Stück des 300K wurden gebaut.

Der 300L war der letzte Vertreter der klassischen Letter Series und entsprach mit seiner geraden Linienführung dem Geschmack der Zeit. Den 6,8 Liter-V8 Motor gab es nicht mehr mit cross-ram und auch die „non-letter“ Modelle konnte man mit sämtlichen Extras der Letter Cars bekommen, so dass die Modelle nur noch an den Typenschildern zu unterscheiden waren. Die Karosserievarianten blieben gleich und vom Chrysler 300L wurden 2845 Stück verkauft.