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Der Jaguar E-Type

Sunday, May 2nd, 2010

Den Jaguar E-Type kann man wohl ohne Probleme als ein aufregendes, wunderschönes und noch dazu schnelles Auto bezeichnen, das noch dazu einen attraktiven Preis hatte.

Vorgestellt wurde der E-Type, der in den USA unter der Bezeichnung Jaguar XK-E verkauft wurde, erstmals 1961 auf dem Genfer Auto Salon. Es war ein Sportwagen, an dem sich für mehr als eine Dekade andere Fahrzeuge messen lassen mussten.

1968 Jaguar E-Type/XK-E 4.2 Roadster©flickr/mark.mitchell.brown

Ursprünglich war das schon 1956 erdachte Fahrzeug als Nachfolger des  Jaguar D-Type geplant,  wurde aber, mit neuer Maschine und neu entwickelt, letztendlich eher ein Nachfolger des XK 150. Wie beim D-Type wurde auch hier auf Techniken aus der Luftfahrt zurückgegriffen.

Unter der Motorhaube trug ein Stahlgitterrohrrahmen den Motor und die Vorderradaufhängung, er war mit der selbsttragenden Ganzstahlkarosserie verschraubt. Angetrieben wurde die Hinterachse von einem Sechszylinder-Reihenmotor mit 3781 cm³ und 197,6 kW (265 bhp/269 PS), der dem XK 150 S mit 3,8 Litern entsprach. Außerdem hatte das Fahrzeug unabhängige Radaufhängungen, Scheibenbremsen an allen 4 Rädern und eine einzigartig windschnittige Karosserie.

Wie schon der C- und D-Type wurde auch der Jaguar E-Type von Malcom Sayer designt, der es verstand, künstlerisches Flair mit Aerodynamik zu verbinden. Aus praktischen Erwägungen war vielleicht die Nase des Jaguar E-Type zu lang, die Fahrgastzelle zu beengt und das Heck zu hoch um alle Fahrwerkskomponenten zu verstecken, aber das alles wurde wettgemacht durch die Aerodynamik und die optischen Reize dieses Fahrzeugs.

Offene und Fließheck Zweisitzer waren von Anfang an zu haben und obwohl die Höchstgeschwindigkeit von gut 240 km/h für normale Besitzer schwer zu erreichen war, war dies in jeder Beziehung ein Superauto und schneller als jedes andere britische Fahrzeug zu dieser Zeit.

1964 wurde ein neuer 4,2 Liter Motor mit synchronisiertem  Getriebe eingeführt und 1966 kam der 2+2, ein Coupé mit längerem Radstand, dazu.

Der Jaguar E-Type verkaufte sich auf der ganzen Welt und besonders in den USA sehr gut. Allerdings machten die Sicherheitsbestimmungen in den USA einige Veränderungen nötig. So fehlten nun die Scheinwerferabdeckungen und auch verlor der E-Type seinen Geschwindigkeitsvorsprung noch vor Ende der 1960er Jahre.

Die Leistung der Serie 2 konnte nicht an die des Originals heranreichen und 1971 war das Fahrzeug nur noch eine abgeschwächte Version des Jaguar E-Type. Eine letzte Serie 3 wurde von einem 5,3 Liter V12 Motor angetrieben, aber auch wenn die Höchstgeschwindigkeit von fast 240 km/h wieder im Bereich des Möglichen lag, hatte der Jaguar E-Type doch viel von seiner Aggressivität und Agilität verloren.

Auch wenn die Fahrer die kleine Fahrgastzelle und die mangelhafte Lüftung nicht zu stören schienen, so waren es am Ende doch die Sicherheitsbestimmungen und die Änderungen am Äußeren, die diese Ikone verschwinden ließen. Der letzte der 72.520 E-Typen wurde 1974 gebaut. Sein Nachfolger war der größere, schwerere und längst nicht so schöne XJ-S.

Die Geschichte von Jaguar Teil 2

Friday, April 30th, 2010

In den frühen 1950ern war William Lyons stark daran interessiert, erfolgreich im Motorrennsport zu sein, weil er glaubte, dass dies das Interesse an Jaguar bei normalen Kunden wecken würde.

Er stellte Malcom Sayer an, einen begabten Designer im Flugzeugbau, der ein C-Type Rennauto entwickeln sollte. Die Siege in Le Mans 1951 und 1953 wurden auf die mathematischen Prinzipien und die aerodynamischen Testverfahren wie Windkanal und Rauchtest zurückgeführt, die Sayer aus dem Flugzeugbau mitbrachte.

Der zweite Rennwagen bei dessen Entwicklung Sayer half, der D-Type, gewann in Le Mans drei Mal in vier Jahren. Allerdings waren Jaguars Rennerfolge auch ziemlich schmerzhaft für William Lyons, als sein Sohn bei einem Autounfall auf dem Weg zum 1955er Le Mans Rennen war. Diese Tragödie veranlasste Lyons, sich aus dem Rennsport zurück zu ziehen und nur eine begrenzte Zahl des D-Type wurde an private Rennenthusiasten verkauft.

E-Type©flickr/stephenhanafin

Einen Schwerpunkt auf Personenwagen legend, nutzte Lyons die leistungsfähigen und zuverlässigen XK-Motoren und setzte sie in elegante Limousinen für neureiche Industrielle. Die 2.4 Mark 1 Limousine wurde 1955 vorgestellt. Ein Fahrzeug genannt 3.4 mit einem stärkeren Motor kam 1957 auf den Markt. 1959 wurden beide Modelle vom Mark 2 abgelöst, mit einem dritten, dem 3,8 Liter Motor.

In den 1960er Jahren entschloss sich die Jaguar Cars Ltd zu expandieren und kaufte unter anderem die Coventry Climax Engines Ltd, einen kleinen aber weltbekannten Hersteller von Renn- und Automotoren, und die Daimler Company Ltd in Coventry.

Zusätzlich wuchs Jaguars Popularität mit Malcom Sayers neuem Design des E-Type Sportwagens, der 1961 auf den Markt kam. Der E-Type war ein Zweisitzer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 mph (gut 240 km/h) und kostete die Hälfte eines Aston Martin. Zwischen 1961 und 1974 wurden 72.500 Stück des E-Type gefertigt.

Als 1966 die Gewerkschaften und der Effekt den sie auf die Lohnentwicklung  hatten, die britische Automobilindustrie stark strapazierten, entschied der jetzige Sir William Lyons mit der British Motor Company zu fusionieren, damit seine Firma überleben konnte. Lyons behielt seinen Posten Firmenchef von Jaguar bis zu seiner Pensionierung 1972, selbst dann noch als BMC 1968 mit British Leyland fusionierte.

Unter British Leyland überlebten Jaguar und andere Marken nur gerade so bis in die 1980er. Schuld waren Strikes, Zulieferschwierigkeiten und mangelnde Qualitätskontrolle. 1985, in dem Jahr in dem Sir William Lyons starb, wurde Jaguar ausgegliedert und wurde wieder eine unabhängige Firma. Die XJ-S Sports Coupés und die XJ Limousinen verkauften sich in größeren Zahlen als in den vorangegangenen 10 Jahren.

Allerdings konnten die XJs nie an den guten Ruf, den der E-Type hatte, heranreichen. Und einen Sprit fressenden V12 Motor zu haben, half in Zeiten der Ölkrise auch nicht weiter. Letztendlich waren es aber Qualitätsprobleme, die den Ruf von Jaguar schädigten. Probleme mit komplizierten und unzuverlässigen Kühlsystemen und elektrischen Anlagen bei den XJ Modellen vertrieben die Kunden.

1990 kaufte die Ford Motor Company Jaguar für 2,6 Milliarden Dollar, arbeitete an verbesserten XJ Modellen und überholte die Fertigungsstraße in Coventry grundlegend. Zusätzlich hätte Jaguar aber William Lyons einzigartigen Sinn für Design, Stil und die Fähigkeit gebraucht, ein kleines bisschen seines Charakters in jedes Auto einfließen zu lassen.

2008 erwarb Tata Motors Jaguar und die neuen XK und XF Modelle scheinen das katzenhafte Wesen des Jaguars zusammen mit einem Mix aus britischem Charme und starker Leistung  besser einzufangen. Aber sie können nicht an den Maßstab heranreichen, den der E-Type vor fast 50 Jahren gesetzt hatte.