Den Jaguar E-Type kann man wohl ohne Probleme als ein aufregendes, wunderschönes und noch dazu schnelles Auto bezeichnen, das noch dazu einen attraktiven Preis hatte.
Vorgestellt wurde der E-Type, der in den USA unter der Bezeichnung Jaguar XK-E verkauft wurde, erstmals 1961 auf dem Genfer Auto Salon. Es war ein Sportwagen, an dem sich für mehr als eine Dekade andere Fahrzeuge messen lassen mussten.
Ursprünglich war das schon 1956 erdachte Fahrzeug als Nachfolger des Jaguar D-Type geplant, wurde aber, mit neuer Maschine und neu entwickelt, letztendlich eher ein Nachfolger des XK 150. Wie beim D-Type wurde auch hier auf Techniken aus der Luftfahrt zurückgegriffen.
Unter der Motorhaube trug ein Stahlgitterrohrrahmen den Motor und die Vorderradaufhängung, er war mit der selbsttragenden Ganzstahlkarosserie verschraubt. Angetrieben wurde die Hinterachse von einem Sechszylinder-Reihenmotor mit 3781 cm³ und 197,6 kW (265 bhp/269 PS), der dem XK 150 S mit 3,8 Litern entsprach. Außerdem hatte das Fahrzeug unabhängige Radaufhängungen, Scheibenbremsen an allen 4 Rädern und eine einzigartig windschnittige Karosserie.
Wie schon der C- und D-Type wurde auch der Jaguar E-Type von Malcom Sayer designt, der es verstand, künstlerisches Flair mit Aerodynamik zu verbinden. Aus praktischen Erwägungen war vielleicht die Nase des Jaguar E-Type zu lang, die Fahrgastzelle zu beengt und das Heck zu hoch um alle Fahrwerkskomponenten zu verstecken, aber das alles wurde wettgemacht durch die Aerodynamik und die optischen Reize dieses Fahrzeugs.
Offene und Fließheck Zweisitzer waren von Anfang an zu haben und obwohl die Höchstgeschwindigkeit von gut 240 km/h für normale Besitzer schwer zu erreichen war, war dies in jeder Beziehung ein Superauto und schneller als jedes andere britische Fahrzeug zu dieser Zeit.
1964 wurde ein neuer 4,2 Liter Motor mit synchronisiertem Getriebe eingeführt und 1966 kam der 2+2, ein Coupé mit längerem Radstand, dazu.
Der Jaguar E-Type verkaufte sich auf der ganzen Welt und besonders in den USA sehr gut. Allerdings machten die Sicherheitsbestimmungen in den USA einige Veränderungen nötig. So fehlten nun die Scheinwerferabdeckungen und auch verlor der E-Type seinen Geschwindigkeitsvorsprung noch vor Ende der 1960er Jahre.
Die Leistung der Serie 2 konnte nicht an die des Originals heranreichen und 1971 war das Fahrzeug nur noch eine abgeschwächte Version des Jaguar E-Type. Eine letzte Serie 3 wurde von einem 5,3 Liter V12 Motor angetrieben, aber auch wenn die Höchstgeschwindigkeit von fast 240 km/h wieder im Bereich des Möglichen lag, hatte der Jaguar E-Type doch viel von seiner Aggressivität und Agilität verloren.
Auch wenn die Fahrer die kleine Fahrgastzelle und die mangelhafte Lüftung nicht zu stören schienen, so waren es am Ende doch die Sicherheitsbestimmungen und die Änderungen am Äußeren, die diese Ikone verschwinden ließen. Der letzte der 72.520 E-Typen wurde 1974 gebaut. Sein Nachfolger war der größere, schwerere und längst nicht so schöne XJ-S.



