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Posts Tagged ‘Fahrzeug’

Die Geschichte von Dort

Tuesday, March 15th, 2011

Joshua Dallas Dort war ein erfolgreicher Fabrikant von Pferdekutschen und Einspännern und ein Partner von William C. Durant, dem Gründer von General Motors.

Dort blieb allerdings noch mehrere Jahre bei dem Geschäft, von dem er am meisten verstand, während sein einstiger Partner  in die boomende Autoindustrie gewechselt hatte.

Dortcar/en.wikipedia.org

Letztendlich brachte er aber 1915 auch sein eigenes Auto, den Dort Four, heraus.

Interessant ist, dass es von dem in Frankreich geborenen Etienne Planche  entworfen wurde, der auch für den ersten Chevrolet verantwortlich war.

Der erste Dort hatte einen Vierzylindermotor von Lycoming mit 2720 cc und Dreigang-Schaltung. Das Fahrzeug war ziemlich gewöhnlich, abgesehen von der einzigen Dort Besonderheit, dass Bremse und Kupplung in einem Pedal vereinigt waren. Bis 1917 war ein Cabrio das einzige erhältliche Modell. Dann kamen eine Limousine und ein Roadster hinzu.

Die folgenden waren Dorts beste Jahre, in denen 30.000 Fahrzeuge verkauft wurden und auch der Lycoming Motor auf 3163 cc vergrößert wurde.

1923 wurde ein Sechzylinder Motor von Falls angeboten aber Dort befand sich bereits auf einem absteigenden Ast mit weniger als 6.000 verkauften Fahrzeugen.

Als Konsequenz daraus stellte Joshua Dort Ende 1924 die Produktion des Fahrzeugs ein.

Die Geschichte von Ford Teil 4

Tuesday, February 15th, 2011

Aber auch obwohl Ford einen V8-Motor hatte, der Chevrolet noch fehlte, lag Ford 1936 auch weiterhin hinter Chevrolet.

Und technisch lag Ford auch immer noch hinten. Hydraulische Bremsen gab es erst ab 1939 und vordere Einzelradaufhängung erst ab 1948, ein Jahrzehnt nach den meisten amerikanischen Autoherstellern.

Es wurden Versuche unternommen eine günstigere Alternative zum V8 in Form eines kleineren 2245 cc (137 ci) V8 und eines 3720 cc (227 ci) V6 zu bieten, aber keiner von beiden war erfolgreich.

1959 Ford Thunderbird © exfordy/flickr.com

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs herrschte bei Ford eine gewisse Unordnung. Edsel Ford war 1943 an Krebs gestorben und ein zunehmend gebrechlicher Henry Ford, der inzwischen in seinen 80ern war übernahm wieder das Ruder. Es war eine sich vergrößernde Fabrik mit wenig Führung oder finanzieller Kontrolle.

Die Dinge begannen aber sich zu ändern als Henry Ford II. frisch aus der Navy entlassen im Alter von 26 1945 die Präsidentschaft übernahm. Er lernte nicht nur schnell, sondern brachte auch noch kluge Köpfe aus der Air Force mit, die halfen das Geschäft wieder profitabel zu machen.

Was allerdings die Fahrzeuge anbelangte, so war die einzige Verbesserung im Jahr 1945 eine größere Version des V8 mit jetzt 3933 cc (240 ci).

Die wirklich neuen Ford Modelle kamen nicht vor 1948 auf den Markt und hatten neben einem neuen Styling auch endlich die vordere Einzelradaufhängung. Die Ford Company brauchte such einen neuen obengesteuerten V8 Motor um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Dieser kam allerdings nicht vor 1954.

Das aufregendste Fahrzeug im Jahr 1955 war der Zweisitzer Thunderbird, Fords Antwort auf die Chevrolet Corvette und auch mehr ein vollständiges Auto, mit einem herkömmlichen V8-Motor, manueller Schaltung und auch Komfort im Innenraum, wie zum Beispiel hochkurbelbare Scheiben. Der Thunderbird war kein reiner Sportwagen wie die Corvette sondern mehr ein persönliches Fahrzeug dafür allerdings mit 198 bhp.  Das Styling war ansprechend und der Thunderbird verkaufte sich in weit höheren Zahlen als die Corvette. Er war selbst 1958 als Viersitzer noch populärer.

Die Geschichte von Ford Teil 3

Tuesday, February 1st, 2011

Ein neues Fahrzeug sollte nach Aussage von Ford kommen, allerdings war es noch nicht fertig.

In den sieben Monaten bis zur Fertigstellung des neuen Model A wurde Ford dann auch von Chevrolet übernommen und tausende von Ford Mitarbeitern verloren ihren Job.

Dies kümmerte aber nur wenige als im Dezember 1927 der erste neue Ford seit fast 20 Jahren auf den Markt kam. Vor den Ford Showrooms in Cleveland musste sogar berittene Polizei gerufen werden, um die aufgeregte Menge in Schach zu halten.

1930 Ford Model A © Collector Car Ads/flickr.com

Das Model A, beeinflusst vom Lincoln,  war ganz bestimmt eine Verbesserung gegenüber dem Model T. Es war ein elegantes kleines Fahrzeug und über die Jahre gab es 18 verschiedene Versionen. Der Kombi von 1929 war eine Neuerung, die sehr bald auch von anderen Autoherstellern kopiert wurde.

Und auch unter der Haube des Model A gab es einige Verbesserungen, der Vierzylinder-Motor mit 3310 cc (202 ci) leistete mit 40 bhp doppelt so viel wie das Model T,  das Getriebe war neu und endlich gab es auch Bremsen an allen vier Rädern.

Ford hatte schon fast eine halbe Million Vorbestellungen, bevor das Fahrzeug überhaupt auf dem Markt war und 1929 wurden 1,3 Millionen verkauft. Aber trotz alledem litt auch Ford noch unter der Depression und 1931 sanken die Verkaufszahlen wieder unter die Marke von 1929. Henry reagierte darauf mit Entlassungen von zehntausenden von Arbeitern und zeitweiser Schließung der Fabriken.

Inzwischen hatte das Model A auch Konkurrenz bekommen, zum Beispiel vom Sechszylinder Chevrolet. Ford brachte daraufhin 1932 den Ford Model 18 mit einem V8-Motor mit 3638 cc (222 ci) und 65 bhp. Das neue Fahrzeug war ausgestattet mit mechanischen Trommelbremsen und war rund 128 km/h schnell. Und mit einem Preis der bei §460 startete verkaufte sich das neue Modell zu tausenden. Ford hatte es wieder mal geschafft. Der V8-Motor eignete sich auch gut zum tunen und inspirierte viele Hotrod-Fans.

Es gab noch einen halbherzigen Versuch, ein Vierzylinder-Model 18 zu bauen aber der Bau dieses Model B wurde nach nur 7 Monaten wieder eingestellt, da die amerikanischen Käufer inzwischen über Vierzylindermotoren hinausgewachsen waren.

Faszination Oldtimer

Wednesday, January 19th, 2011

Oldtimer sind für viele Menschen zum begehrten Sammel- oder Restaurationsobjekt, Traumauto und zunehmend für Firmen auch  zum Firmenfahrzeug geworden.

Aber was macht eigentlich die Faszination eines Oldtimers aus?

Der Definition nach ist ein Oldtimer ein Fahrzeug, das mindestens 30 Jahre auf dem Buckel hat und wenn es weitestgehend dem Originalzustand entspricht, ein H-Kennzeichen bekommen kann, was vor allem steuerliche Vorteile bedeutet. Youngtimer mit einem Alter von mindestens 20 Jahren bekommen diese Steuervergünstigung noch nicht.

Oldtimer © Jorbasa/flickr.com

Für viele Menschen ist der Oldtimer sicherlich die Erfüllung eines lang gehegten Traumes und da gut erhaltene Fahrzeuge nicht gerade günstig sind, entscheiden sich viele ihr Traumauto selbst zu restaurieren. Eine Restaurierung, besonders wenn sie gut gemacht wird, erspart nicht nur auf längere Sicht so einige Reparaturen, sondern bedeutet gleichzeitig auch eine deutliche Wertsteigerung für den Oldtimer.

Und natürlich sind Oldtimer auch oftmals ästhetisch wesentlich ansprechender als das Formeneinerlei der heutigen Modelle und erfreuen sich damit immer größerer Beliebtheit.

Wer sich einen Oldtimer zulegen und restaurieren möchte, sollte sich aber vorab über die Verfügbarkeit von Ersatzteilen informieren. Originalteile sind nicht immer erhältlich und der originalgetreue  Nachbau dieser Teile kann wirklich ins Geld gehen. Außerdem gilt bei einem Oldtimer natürlich das gleiche wie auch bei einem anderen Fahrzeug, man sollte sich vor dem Kauf genau über den Zustand des Autos informieren.  Hilfe bei der Restaurierung und Ersatzteilbeschaffung kann man dann oft auch in einem der zahlreichen Oldtimerclubs bekommen und sich auf Treffen und bei Ausfahrten mit anderen Austauschen.

Die Geschichte von Ford Teil 2

Tuesday, January 4th, 2011

Dem Model A folgten das Model AC, Model B und Model C.

Das Model AC unterschied sich kaum vom Original, das Model C hatte eine vordere Motorhaube und einen vertikalen Lüfter und das Model B unterschied sich deutlich, da es die Ambitionen Alexander Malcomsons widerspiegelte, eine größeres und teureres Fahrzeug zu bauen. Es war ein Kabrio mit  4670 cc (285 ci) Vierzylinder Motor.

Henry Ford selber mochte das Model B überhaupt nicht, da er darauf aus war günstige Autos zu bauen. 1906 wurden in der Fabrik in der Piquette Avenue in Detroit 100 Fahrzeuge pro Tag produziert und die Angebotspalette umfasste nach wie vor 3 Modelle.

1923 Ford Model T © bsabarnowl/flickr.com

Das Model F war die letzte Zweizylinderentwicklung auf Basis des Model C. Fords Zukunft lag allerdings im Model N. Obwohl es einen 18bhp Vierzylinder mit 2458 cc (150 ci) hatte, kostete das Model N weniger als die Hälfte des Model F. Im Gegensatz dazu war das Model K ein großes Sechszylinder-Fahrzeug und eine teures Luxusmodell das aus den Tagen Alexander Malcomsons übrig geblieben war. Henry Ford musste seine Händler zwingen für jedes 10. georderte Model N auch ein Model K abzunehmen und in zwei Jahren wurden nur 600 Stück verkauft. Nach dieser Erfahrung verzichtete man für viele Jahre auf Sechszylinder-Fahrzeuge. Die Models R und S entsprachen dann schon wieder mehr Fords Vorstellungen.

Aber alle diese Projekte wurden im Oktober 1908 eingestellt, zu Gunsten des Fahrzeugs, das Ford zum Multimillionär machen  sollte – dem Model T.

Das Ford Model T war eigentlich nichts besonderes, der neue 2917 cc (178 ci) Vierzylinder-Motor hatte einen abnehmbaren Zylinderkopf, war ansonsten aber recht konventionell und hatte auch das gleiche Getriebe wie alle Ford Fahrzeuge. Es gab verschiedene Karosserien, angefangen beim kleinen zweisitzigen Flitzer bis hin zum Siebensitzer-Stadtauto. Schnell war das Model T der populärste Ford überhaupt, von dem mehr als 10.000 Stück im ersten Jahr verkauft wurden.

Allerdings sahen die ersten Model Ts aus wie teure, limitierte Auflagen, verglichen mit dem was kommen sollte.
Henry Ford war nicht alleiniger Eigentümer seines schnell wachsenden Imperiums, obwohl es dazu noch kommen sollte, aber er hatte die volle Kontrolle und als Ass im Ärmel die große neue Fabrik in Highland Park außerhalb Detroits.

Hier wurde ab August 1913 das Model T am Fließband hergestellt und im ersten Jahr wurden 200.000 Fahrzeuge produziert. Nachdem die Fließbänder mit voller Geschwindigkeit arbeiteten, wurden im folgenden Jahr dann sogar 300.000 Fahrzeuge gebaut. Zwei Jahre später waren es dann schon unglaubliche 738.811. Die Einsparungen in der Produktion waren so enorm, dass Ford sie Gehälter seiner Arbeiter verdoppeln konnte. Der berühmte „Five Dollar Day“ verschaffte Ford eine große Popularität und viele Arbeitssuchende kamen aus dem ganzen Land nach Highland Park. Allerdings waren die Arbeitsbedingungen sehr hart, denn die Geschwindigkeit wurde nun vom Fließband diktiert. Trotzdem wollten alle die $5 täglich verdienen.

Die andere Seite der Einsparungen war ein niedrigerer Preis für das Model T. Hatte es 1908 noch $850 gekostet, so kostete es jetzt $440, war allerdings auch nicht so luxuriös ausgestattet.

Henry Ford war immer darauf aus die Preise zu senken und das Model T für mehr Menschen zugänglich zu machen. So war dann auch 1923 das beste Jahr für das Model T mit mehr als 1,8 Millionen gebauten Fahrzeugen. 1924 kostete die Basisversion des Model T dann auch nur noch $260. Allerdings wurden die Kunden im Laufe der 1920er Jahre immer anspruchsvoller und die Ausstattung des Model T einfach zu spartanisch. So wurde die Produktion dann auch im Mai 1927 eingestellt.

Die Geschichte von Ford Teil 1

Monday, December 20th, 2010

Auch wenn, zumindest in den USA, glauben, dass Henry Ford die Massenproduktion und das Auto erfunden hat, ist das nicht so.

Aber was er getan hat war Autos zu einem niedrigeren Preis zu produzieren, als alle anderen und sie so mehr Menschen zugänglich zu machen. Anders ist es heutzutage, wo viele Menschen einen Kredit beantragen, um sich dann ein Auto kaufen zu können.

Ford war der typische Self-Made Man, dominant, selbstherrlich und hatte seine Firma selbst bis in hohe Alter stets fest im Griff.

Ford Model A © LaertesCTB/flickr.com

General Motors wurde zwar zu einer größeren Firma, doch wer weiß heute noch, dass William C. Durant der Gründer war. Henry Ford dagegen ist ein bekannter Name und das nicht nur in Amerika, sondern auf der ganzen Welt. Fords Bekanntheit hat damit zu tun, dass die Firma den Familiennamen bis heute behalten hat. Henry Ford wurde von seinem Sohn Edsel unterstützt und sein Enkel Henry II. folgte ihm nach. Heute ist William Clay Jr., der ein Ford der vierten Generation ist, der Kopf der Firma.

Henry Ford wurde 1863 als Sohn eines Farmers, der vor der Hungersnot in Irland geflohen war, geboren. Aber auch wenn sich Henry Ford später nach diesem ländlichen Leben zurück sehnte, hatte er doch nie den Wunsch die Farm der Familie zu übernehmen. Der Anblick einer Dampfmaschine hatte schon in jungen Jahren sein Interesse an technischen Dingen geweckt. Direkt nach Beendigung der Schule ging er in eine mechanische Werkstatt in Detroit und wurde letztendlich Chefingenieur von Edison Illuminating Co.

Die meisten anderen Autopioniere waren junge Männer, doch Ford war schon in den 30ern als er sein erstes Auto baute und schon 40 als er die Serienproduktion etablierte. Das erste Fahrzeug baute er in seiner Freizeit in einer Werkstatt hinter seinem Haus und als es fertig war, war es zu groß um durch die Tür zu passen und man musste ein Loch in die Wand schlagen um es heraus zu bekommen. Es war ein Modell mit zwei Zylindern und Kettenantrieb und einer Höchstgeschwindigkeit von 32 Stundenkilometern. Ford verkaufte das Fahrzeug recht schnell um dann ein neues, anspruchsvolleres zu bauen, diesmal mit einem besseren finanziellen Hintergrund und der Aussicht damit in die Produktion zu gehen. Aber die Detroit Automobile Co. war ein Fehlschlag den Henry überwarf sich mit seinen Geldgebern.

Kurze Zeit später gründete er dann die Henry Ford Company und konzentrierte sich diesmal auf einen Rennwagen.  Der berühmte 999 brach einige Rekorde und Henry selbst fuhr den Wagen mit 147.04 Stundenkilometern über den gefrorenen Lake St. Clair. Aber wieder einmal führte ein Streit mit seinen Geldgebern zum Scheitern der Firma.

Der Durchbruch kam 1903, als sich der lokale Kohlehändler Alexander Young Malcolmson einverstanden erklärte, Fords drittes Projekt zu finanzieren. Und diese Mal funktionierte das Ganze dann auch mit einem weiteren einfachen Fahrzeug mit Kettenantrieb und einem 1655 cc Zweizylinder-Motor. Dieses Fahrzeug ähnelte dann auch sehr einem gerade erst von der Henry Ford Co. produzierten Cadillac, was kaum verwunderlich war, da beide von Ford entworfen worden waren. Das Model A war komplett aus gekauften Teilen zusammengebaut, was aber die Käufer nicht zu stören schien, da innerhalb der nächsten 15 Monate 670 Stück verkauft wurden. Das Model A wurde bis 1904 gebaut.

Die Geschichte von Chrysler Teil 3

Monday, December 6th, 2010

In den späten 1930er Jahren folgten einige technische Neuerungen, wie zum Beispiel vordere Einzelradaufhängung und andere.

Zu der Zeit fingen auch viele amerikanische Autobauer an Kombis zu bauen und Chrysler brachte 1941 ein Fahrzeug auf den Markt, das teilweise aus einer Holzkonstruktion bestand.
Dies war der Chrysler „Town & Country“ Look, der sich nach dem Krieg auch auf die Limousinen und Cabrios ausdehnte.

Chrysler New Yorker © sahlgoode/flickr.com

Chryslers Modelle aus den späten 1930er und frühen 1940er Jahren, wie zum Beispiel der 6-Zylinder Windsor und der 8-Zylinder New Yorker wurden auch nach dem Krieg weiter gebaut, allerdings 1949 komplett überarbeitet.
Nach einem viertel Jahrhundert kam dann 1951 auch eine neue Generation obengesteuerter V8-Motoren auf den Markt. Der sogenannte „Hemi“ bekam seinen Namen von den hemisphärischen Verbrennungskammern, die auch große Ventile gestatteten. 1955 leistete der Hemi 300 bhp und in den 1960 sogar 500 bhp.
Die 5457 cc Version leistete gesunde 180 bhp, mehr als die Konkurrenz, und startete damit das PS Rennen der 1950er Jahre, das Chrysler normalerweise anführte.

Der neue Chrysler 300 aus dem Jahre 1955 spiegelte dieses Machtspiel wieder. Er war ein zweitüriges Hardtop Fahrzeug mit einem 300 bhp Hemi-Motor und der Vorgänger der Muscle-Cars der 1960er Jahre.  Der 300H von 1962 hatte bis zu 405 bhp bei einer Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h.  Und auch wenn sich die 300er nie in großen Mengen verkauften, so taten sie doch so einiges für das Image von Chrysler.

Aber natürlich gingen die Verkleinerungen im Fahrzeugbau in den 1970er Jahren auch an Chrysler nicht spurlos vorüber. Ein Beispiel dafür ist der zweitürige Cordoba mit 5211 cc V8-Motor und einem Radstand von nur 2,9 Metern. Er war das Chrysler Modell, das sich 1975 am besten verkaufte.

Die Geschichte von Chrysler Teil 2

Monday, November 22nd, 2010

Für die Marke Chrysler, im Gegensatz zu Dodge und Plymouth, war es schwer, an den frühen Erfolg anzuknüpfen.

Es dauerte fast 20 Jahre, um die Verkaufszahlen von 1927 zu übertreffen und Chrysler befand sich normalerweise auch außerhalb der Top 10 der US-Marken.

Die Nachkriegsverkaufszahlen von Chrysler waren mal gut und mal schlecht und in den späten 1970er Jahren stand die Firma kurz vor der Pleite.

1934 Chrysler Airflow © dok1/flickr.com

Aber die 1920er Jahre waren optimistische Jahre. Schon vier Jahre nach der Markteinführung übernahm Chrysler Dodge und brachte Plymouth auf den Markt um mit Chevrolet und Ford konkurrieren zu können. V8-Motoren mit 3966 cc, 4293 cc, 4654 cc und 6342 cc erweiterten ab 1931 die Produktpalette wobei letzterer im neuen CG Imperial zum Einsatz kam. Der größte V8-Motor lieferte immerhin 125 bhp, was genug war um den großen Imperial auf eine Geschwindigkeit von 153 km/h zu bringen. Zumindest solange die Kunden eine der leichteren Ausführungen wählten. Und Ausführungen gab es genügend. Nicht nur direkt aus der Fabrik und auch von Le Baron. Aber auch wenn der V8-Imperial gut mit Lincoln oder Cadillac mithalten konnte, waren die frühen 1930er Jahre keine gute Zeit für Luxuslimousinen und die Verkaufszahlen waren entsprechend niedrig.

Chrysler hatte bis dahin allerdings noch keine Autos produziert, die als Meilensteine der Automobilgeschichte gelten konnten, aber dies sollte sich ändern. Es heißt, dass Carl Breer, einer der drei von Walter Chrysler bei Willys-Overland gekauften jungen Designer, eine Gruppe Jagdflugzeuge in der Luft sah und er sie, wegen ihrer Stromlinienform, zuerst für Gänse hielt. Er dachte sich, dass ein stromlinienförmiges Fahrzeug ebenso gut aussehen würde und auch genau so effizient wäre.  Sechs Jahre des Experimentierens folgten bevor 1934 der Chrysler Airflow auf den Markt kam.

Um Gewicht zu sparen, wurde eine Monocoque-Konstruktion gebaut und die Sitze wurden so verschoben, dass die Passagiere zwischen den Achsen saßen und nicht mehr auf der Hinterachse. Die bessere Gewichtsverteilung garantierte ein besseres Handling und größeren Fahrkomfort. Das Fahrzeug war ein großer Schritt nach vorne, aber etwas zu modern für die potentiellen Käufer und nur wenig mehr als 11.000 Stück wurden im ersten Jahr verkauft. Vom konventionellen CA/CB wurden in der gleichen Zeit 25.000 verkauft.

Aber auch wenn 1935 die gemäßigte Ausführung, der Airstream, auf den Markt kam, fielen die Verkaufszahlen weiter und die Produktion wurde nach nur drei Jahren wieder eingestellt, obwohl der Einfluss des Airstream auf das Fahrzeugdesign so wichtig war.

Die Geschichte von Chrysler Teil 1

Tuesday, November 9th, 2010

Chrysler war der letzte der „Detroit Big Three“, der in die Produktion einstieg.

Henry Ford war ein Pionier, der nach Jahren des Experimentierens, 1903 mit der Produktion begann und auch die Ursprünge von General Motors lagen vor 1910. Walter Chrysler hingegen fing nicht vor 1924 damit an, Fahrzeuge zu bauen, die seinen Namen trugen. Nicht dass  er zu unerfahren  gewesen wäre, er war damals schon fast 50 Jahre alt und hatte schon bei General Motors und bei Willys-Overland gearbeitet und von letzterem auch ein Millionen-Dollar-Gehalt erhalten um bei der Firma anzufangen.

Chrysler 70 von 1930 © Pat Durkin-Orange County, CA/flickr.com

Walter Chrysler hatte in der Auto Industrie den Ruf als jemand der Probleme aller Art lösen konnte und war in der Lage Willys Schulden schnell zu reduzieren. Und noch bevor sein Vertrag ausgelaufen war, wurde er eingeladen, das gleiche auch für Maxwell-Chalmers zu tun. Er war schnell davon überzeugt, dass alles was Maxwell brauchte, ein neues, modernes Fahrzeug war. Er kaufte drei junge Designer von Willys ein, die dieses zuwege brachten.

Als das Fahrzeug, der Chrysler 70 (bemerkenswerter Weise kein Maxwell), dann 1924 vorgestellt wurde, war er genau das, was die Firma brauchte. Es war ein spritziges Fahrzeug mit 121 km/h Höchstgeschwindigkeit und einem Sechszylinder-Motor mit 3326 cc. Der Chrysler 70 hatte außerdem Hydraulikbremsen und  es wurden 9 verschiedene Karosserietypen angeboten.

Die Öffentlichkeit war von  dem neuen Namen beeindruckt und schon im ersten Jahr wurden 32.000 Chrysler 70 verkauft. Und um dies zu betonen wurde aus Maxwell-Chalmers Chrysler und das kleinere Modell mit Vierzylinder-Motor wurde umbenannt in Chrysler 58.

Beide Fahrzeuge wurden 1926 verbessert. Der Chrysler F-58 bekam einen Vierzylinder-Motor mit 3064 cc und der 70er Motor hatte dann einen Hubraum von 3605 cc. Es gab auch noch ein neues Modell, den E-80 mit einem 4752 cc Motor.

Dank des guten Netzwerk von Maxwell-Chalmers Händlern, es gab ungefähr 4000, wuchs Chrysler sehr schnell und 1927 wurden 180.000 Fahrzeuge verkauft, was Chrysler zur siebtmeistverkauften Marke in den USA in dem Jahr machte. Tatsächlich wurde Chrysler schnell einer der „Big Three“ neben General Motors und Ford. Die Firma blieb allerdings auch immer auf dem dritten Rang hinter General Motors und Ford, ohne die Aussicht diese jemals zu überholen.

Die Geschichte von Cadillac Teil 4

Wednesday, October 27th, 2010

Dem V16 folgte in den späten 1930ern der V12, basierend auf den gleichen Prinzipien und mit einem 20 Zentimeter geringeren Radstand.

Das Fahrzeug war wesentlich erfolgreicher und zwischen 1930/31 wurden 5.700 Stück verkauft. Und genau so wie beim großen Bruder gab es hier auch verschiedene Karosserien, entweder die Massenproduktion von Fischer oder die teureren von Fleetwood.

1938 wurde der V16 erneuert und bekam einen neuen Motor in Monoblockbauweise. Jetzt war es wirklich ein V16-Motor an Stelle von zwei V8-Motoren. Mit 185 PS und 7096 cc (433 ci) war er dann auch etwas kraftvoller als der ursprüngliche Motor. Es war Cadillacs letzter V16-Motor und auch der letzte V16 auf der Welt und in drei Jahren wurden knapp über 500 Stück verkauft.

Die Fahrzeuge von Cadillac mit V8-Motoren waren längst nicht so oft in den Schlagzeilen, wie die mit V12 oder V16, brachten dafür aber den Profit. 1936 kam ein neuer leichter V8 Motor auf den Markt mit 5408 cc (330 ci) oder 5703 cc (348 ci) in der Series 50 bzw. der Series 60/70. Für diese Fahrzeuge gab es eine Auswahl an drei verschiedenen massenproduzierten Karosserien, als Limousine, Coupé oder Cabrio. Aber auch wenn ein himmelweiter Unterschied zu den individuell gefertigten Karosserien der V16 Modelle bestand, so waren sie dafür auch um einiges günstiger und ließen die Verkäufe bei Cadillac auf über 25.000 Fahrzeuge im Jahr 1936 ansteigen.

Cadillac Series 61 © exfordy-flickr.com

Und die gesamten 1930er Jahre über gelang es Cadillac die Fahrzeuge mit Neuerungen wie hydraulischen Bremsen, Einzelradaufhängung oder Stahlkarosserien und anderem zu versehen. Die späten 1930er waren dann auch die Zeit für Veränderungen im Design.

Bill Mitchell, der Protegé von Harley Earl, setzte ein Zeichen mit dem 60 Special Cadillac im Jahr 1938. Basierend auf dem Series 60 Modell sah er länger und flacher aus und war 8 Zentimeter niedriger als der Standard 60er. Die Glasfläche war außerdem um 32 Prozent vergrößert. Dieses Fahrzeug setzte den Maßstab für die meisten amerikanischen Autos dieser Zeit und war das Modell von Cadillac, das sich am besten verkaufte.

General Motors registrierte das sehr schnell und im folgenden Jahr hatte der neue 61 viele Designmerkmale des Special und teilte sich die Karosserie noch dazu mit dem Pontiac, Oldsmobile, La Salle und Buick. So wurde die erste Rationalisierung in dieser Hinsicht von Cadillac eingeführt. 1940 wurden der La Salle und der V16 aufgegeben, wie schon drei Jahre zuvor der V12, aber es gab keine Angriffe auf den Kernbereich den 60 Special, 61,62,63 und den 75 mit dem langen Radstand. Alle übrigens mit V8-Motor.

1942 stellte Cadillac, wie fast ganz Detroit, die zivile Produktion ein. Als sie aber vier Jahre später wieder aufgenommen wurde, bestand ein wirklicher Nachholbedarf und es wurde das beste Jahr mit über 66.000 verkauften Fahrzeugen. Das Auftragsbuch war sogar  mit Bestellungen von über 100.000 Fahrzeugen voll und so musste man sich in den ersten Nachkriegsjahren mehr um die Produktion als um eventuelle Neuerungen kümmern. Tatsächlich war für die nächsten drei Jahrzehnte das Muster im Grunde schon vorgegeben.