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Jaguar XK120

Saturday, August 14th, 2010

Als der Jaguar XK120 1948 auf der Londoner Motorshow vorgestellt wurde, war er eine Sensation, und noch heute erregt der Sportwagen Aufsehen.

Das neue Fahrzeug von Jaguar sah nicht nur wunderschön aus und war sehr schnell, es hatte auch den ersten Motor von Jaguar mit doppelt oben liegender Nockenwelle und wurde noch dazu zu einem unglaublich günstigen Preis verkauft. Und all dies obwohl der Jaguar XK120 in sehr kurzer Zeit entwickelt wurde und nie dazu gedacht war in größeren Stückzahlen verkauft zu werden.

Noch während des Zweiten Weltkriegs arbeitete man bei Jaguar an neuen Motoren für die großen Limousinen und das Problem für den Jaguar Chef William Lyons war, dass der neue Motor längst fertig war, bevor es überhaupt ein Fahrzeug dafür gab. Kurzfristig sollte dann statt eines Fahrzeugs mit 3,048 Meter Radstand ein Fahrzeug mit 2,591 Meter Radstand für den neuen Motorgebaut werden. William Lyons machte sich selbst daran einen offenen Zweisitzer Sportwagen zu entwerfen.

Jaguar XK120 © flickr/underwhelmer

Obwohl der Jaguar XK120 schon im Oktober 1948 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war der Verkaufsstart erst Mitte 1949. Die ersten, und heute bei Sammlern begehrtesten Fahrzeuge, hatten noch einen mit Aluminium verkleideten Eschenholzrahmen, bevor dann 1950/51 die Serienproduktion mit Stahlblechkarosserien startete.

Als der XK120 im Jahre 1954 vom ähnlichen XK 140 abgelöst wurde gab es inzwischen neben dem Roadster (Open Two Seater) auch eine Coupé (Fixed Head Coupé) und ein besser ausgestattetes Cabrio (Drop Head Coupé).

Der 3,4 Liter Motor war einer der stärksten auf der Welt und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern. Gleichzeitig war er aber auch so gut entwickelt, dass auch das Fahren mit geringer Geschwindigkeit im Stadtverkehr ein Vergnügen war. Der Motor war so herausragend, dass später auch die C- und D- Typen, die in den 1950ern in Le Mans Siege einfuhren, damit angetrieben wurden.

Nach heutigen Maßstäben könnte man wohl über die Trommelbremsen und die Lenkung beschweren, niemand aber würde sich negativ über die Beschleunigung oder das Aussehen äußern.

Insgesamt war der Jaguar XK120 ein auf der ganzen Welt recht erfolgreiches Fahrzeug, ein großartiges Rally-Fahrzeug und eine brauchbarer Rennwagen. In den sechs Jahren, in denen der XK 120 produziert wurde, wurden 12.005 Stück gebaut und um ihn zu ersetzen brauchte man ein wirklich gutes Fahrzeug. Allerdings war der neue Jaguar XK140 mit stärkerem Motor auch genau das. Er wurde bis 1961 gebaut und dann vom ersten E-Type abgelöst.

Die Geschichte von Jaguar Teil 1

Wednesday, April 28th, 2010

In diesem Jahr feiert Jaguar seinen 75. Geburtstag, eine gute Gelegenheit etwas über die Geschichte des Klassikers zu erzählen.



Geboren wurde die Marke Jaguar 1935 in Coventry, England. Der Ingenieur William Lyons hatte als Teenager für Crossley Motors gearbeitet. Gemeinsam mit William Walmsley gründete er 1922 die Swallow Sidecar Company in der sie Beiwagen produzierten und natürlich auch verkauften.

1928 begann die Firma Karosserien für Fahrgestelle zu bauen, die von Fiat, Austin und Alvis angeboten wurden. So wurde die Firma dann auch kurzerhand umbenannt in Swallow Sidecar and Coach Building Company.

Jaguar XK 140 © flickr/pedrosimoes7

Durch die Zusammenarbeit mit den anderen Firmen war Lyons im Design doch ziemlich eingeschränkt, so dass er sein eigenes Fahrgestell entwickelte und in einer erprobten Fabrik begann ein komplettes Fahrzeug zu bauen.
Seine „S.S.“ Produktlinie umfasste vier verschiedene Motoren, zwei Fahrgestelle und eine Auswahl an Sport Coupé, Limousinen oder Touring Karosserien.
Das komfortable Innere der Fahrzeuge, das elegante Äußere und die zuverlässigen Motoren brachten viel Lob von den bekannten Automobil Zeitschriften der damaligen Zeit ein.
Aber trotz des Erfolgs mit dem „S.S.“ suchte William Lyons nach einem besseren Namen, der die Vorstellungskraft der Auto Enthusiasten wecken würde. Er beauftragte die Nelson Werbeagentur um ein neues Image für seine Fahrzeuge zu kreieren. Auch wenn die Namen der Firmenchefs bei Porsche, Bentley, Bugatti und anderen gute Dienste taten, entschied Lyons sich doch für Jaguar.

Der erste Jaguar S.S. 100 wurde 1935 vorgestellt und die Produktlinien S.S. 1 und S.S. 2 wurden aufgegeben. Die Verkaufszahlen schnellten mit Einführung des neuen Namens in die Höhe und bis 1938 produzierte die S.S. Cars Ltd mehr als 5.000 Jaguars pro Jahr.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden Lyons Fabriken und Werkstätten von der britischen Regierung für militärische Nutzung umgerüstet und die Autoproduktion kam zum Stillstand. Die Beiwagenproduktion war aber immer noch aktiv und es wurden mehr als 10.000 Beiwagen für die britischen Streitkräfte gebaut.

Als nach dem Krieg die Fahrzeugproduktion wieder aufgenommen werden konnte waren die Limousinen und Drophead Coupés die ersten die die Fließbänder verließen. Sie wurden später Mark IV genannt. Bedingt durch die negative Assoziation mit dem Kürzel „S.S.“ wurde der Firmenname in Jaguar Cars Ltd geändert.

Jaguars Sportwagenproduktion begann mit einem neuen Zweisitzer, dem Jaguar XK120, der von einem Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC) und halbkugelförmigen Brennräumen angetrieben wurde. Der XK120 wurde 1948 auf der Earls Court Motor Show vorgestellt und sollte eine Spitzengeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern erreichen. Als nächstes kamen 1954 der XK140 und 1958 der XK150.