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Der Karmann Ghia

Saturday, June 5th, 2010

Ab 1949 wurde bei Karmann in Osnabrück das Käfer Cabriolet gebaut. Ein beliebtes Fahrzeug, mit einem gepolsterten Verdeck, das auch Fahrten bei schlechtem Wetter möglich machte und noch dazu leicht zu warten.

Aber schon während dieser Zeit hatte Karmann die Idee, einen wirklich schnittigen Volkswagen zu bauen. Luigi Sere, Chef der Carrozzeria Ghia SpA in Turin, bekam den Auftrag dieses Fahrzeug zu entwerfen.

Die erste Konzeptstudie war 1953 fertig und basierte auf dem Plattformrahmen des Käfers.

Karmann Ghia © Julia Höfer-von Seelen

Im Juli 1955 schließlich konnte der neue VW Karmann Ghia in ansprechendem italienischen Design der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Entgegen so mancher Erwartungen war das neue Fahrzeug kein Cabriolet sondern ein zweisitziges Coupé mit zwei hinteren Notsitzen. Der Gedanke dahinter war, dass es leichter ist, ein Coupé in ein Cabriolet umzuwandeln als umgekehrt.

Aber Dank des Aufbaus des Karmann Ghia, der an eine Glaskanzel erinnerte, konnte man sich zumindest schon vorstellen, wie ein Cabriolet aussehen würde.

Das Chassis des Karmann Ghia war ein überarbeitetes Käfer-Chassis, das lediglich verbreitert werden musste. Der Motor war ein Vierzylinder-Heckmotor mit 30 PS wie im Käfer.
Der Karmann Ghia sah nicht nur gut aus, er passte auch in die Wirtschaftswunder Zeit, in der Luxus wieder gefragt war und war noch dazu erschwinglich.

Im September 1957 wurde dann auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main das lang erwartete Cabriolet vorgestellt, das etwa 10 Prozent teurer war als das Coupé.

Natürlich glänzten weder das Cabriolet noch das Coupé mit außergewöhnlichen Fahreigenschaften, denn der Karmann Ghia war immer noch ein, wenn auch elegantes, Fahrzeug, das auf durchschnittliche Bedürfnisse zugeschnitten war.

Genau wie der Käfer wurde auch der Karmann Ghia ab 1960 mit dem 34 PS Motor und ab 1965 mit dem 40 PS 1,3 Liter Boxermotor ausgestattet.
Auch wenn der Karmann Ghia rund 100 Kilogramm mehr auf die Waage brachte als der Käfer, kam man in ihm recht flott mit 120 Stundenkilometern voran, da die stömungsgünstigere Karosserie diesen Nachteil wieder wett machte. Und das Fahren machte dank der niedrigen Sitzposition und dem tiefen Schwerpunkt einfach Spaß.

Insgesamt war der Karmann Ghia ein typischer Volkswagen bei dem es gelungen war konventionelle Technik mit modernem Design zu kombinieren. In den 20 Jahren in denen er gebaut wurde, wurden mehr als 440.000 Fahrzeuge verkauft.