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Die Geschichte der Morgan Motor Company, Teil 2

Friday, April 16th, 2010

Die Designs von H.F.S. Morgan waren so fortschrittlich, dass für Jahre kaum Veränderungen, außer bei der Karosserie, nötig waren. Elektrisch Lampen und Anlasser wurden verwendet und Bremsen für die Vorderräder.

Morgan©flickr/tandemracer

Neben weiteren Erfolgen im Rennsport verkauften sich die Morgan Fahrzeuge auch im Ausland gut. Ein Monsieur Darmont aus Frankreich kaufte von Morgan ein Patent um das Fahrzeug in Frankreich als Darmont Morgan zu produzieren.

1930 stellte Gwenda Morgan einen neuen Rekord über 117 Meilen/Stunde in einem Einsitzer auf.

1931 kam ein neues Fahrzeug mit drei Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang auf den Markt.

1933 war für Morgan ein hervorragendes Jahr mit mehreren Weltrekorden und einem neuen Modell mit Ford Motor und einem flachen Kühler. Dies war das begehrteste Dreirad aller Zeiten und die Idee wurde von vielen Firmen kopiert.

1936 wurde, nachdem ein Prototyp getestet worden war, das erste vierrädrige Fahrzeug in London und Paris vorgestellt. Das Neue Auto wurde „Morgan Four Four“ genannt, um es von den Dreirädern zu unterscheiden. Die Karosserie bestand aus einem Eschenholzrahmen, der mit Aluminium verkleidet war, das Ganze auf einem Stahlrahmen. So verbanden sich Haltbarkeit und Leichtigkeit wie man es bei einem Sportwagen erwarten kann. Das Fahrzeug wurde sofort ein Erfolg. Da das Modell auch heute noch, natürlich mit einigen Modifikationen, gebaut wird, ist das am längsten in Serie gebaute Fahrzeug der Welt.

Morgan©flickr/cstrom

Nach dem Erfolg des vierrädrigen Roadsters folgten 1938 auch schnell ein Viersitzer und ein Drophead Coupé. Das Drophead Coupé hatte eine Windschutzscheibe mit Rahmen, hochgezogene Türen mit Scheibenrahmen und Schiebescheiben und ein fest montiertes klappbares Verdeck. Gebaut wurde das Drophead Coupé bis 1968.
Natürlich wurden auch weiterhin Sportmodelle für den Rennbetrieb gebaut und waren weiterhin erfolgreich.

Auch eine alte Verbindung wurde wiederbelebt, mit der Einführung des Morgan Standard Motors. Dieser 9 PS Seitenventiler wurde auf ausdrücklichen Wunsch von Sir John Black für Morgan gebaut und war mit einem Moss Getriebe verbunden.

Morgan produzierte auch weiterhin Dreiräder, vorwiegend den F4 Viersitzer und den F Super Zweisitzer.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Autoproduktion komplett eingestellt und nur zwei Fachbereiche wurden gehalten, die Reparaturabteilung und die Abteilung für Ersatzteile.

1945 kamen aber viele der fähigen Mitarbeiter wieder zurück in die Firma und die Fahrzeugproduktion konnte wieder aufgenommen werden. Ein Plus für Morgan war, dass trotz Stahlknappheit die Produktion weiter gehen konnte, weil die Eschenholzrahmen mit Aluminium beplankt werden konnten. So war Morgan einer der ersten britischen Autobauer, der wieder im Geschäft war. Nachdem die Regierung dann Stahllieferungen direkt an die Zahl der Exportkunden knüpfte, war Morgan gezwungen mehr zu exportieren. Vertriebshändler in den USA, in Kanada, Südafrika, Südamerika, Australien und Europa wurden gefunden und auf diesen Märkten waren die vierrädrigen Fahrzeuge auch sehr erfolgreich. Der Erfolg der Dreiräder ging allerdings zurück, so dass 1950 beschlossen wurde die Produktion aufzugeben. Die letzten 1946 produzierten Dreiräder wurden in Australien verkauft.

Morgan LIFEcar©flickr/F_A_F

1968 wurde auf der Earls Court Motor Show erstmals der +8 mit einem Rover V8 Aluminium Motor vorgestellt. Der Motor hatte 3,5 Liter Hubraum und 150 PS (110 kW). Das 900 Kilogramm leichte Auto konnte mit für die Zeit sensationellen Fahrleistungen aufwarten und bei vielen Rennen mithalten.

Dieses Modell wurde so bis 1987 gebaut, von 1984 bis 1990 mit Einspritzer und circa 190 PS (140 kW), von 1990 bis 2004 als 3,9 Liter Einspritzer mit 190 PS (140 kW) und von 1998 bis 2001 als 4,6 Liter Einspritzer,  zu dem es allerdings unterschiedliche Leistungsangaben gibt, von 190 bis 226 PS (140-166 kW). Die Produktion wurde nur eingestellt, weil die Rover Motoren der Abgasnorm nicht mehr entsprachen. Morgan hat diese Motoren länger verwendet als sonst jemand, sogar länger als Rover selbst.

Noch heute werden die Fahrzeuge bei Morgan in Handarbeit hergestellt und haben den bewährten Eschenholzrahmen. Etwa 650 Fahrzeuge werden pro Jahr gebaut.Die derzeitigen Modelle neben dem Morgan 4/4 sind der Roadster, der Aero 8, der Roadster 4-Seater und der Aeromax.

Die Geschichte der Morgan Motor Company, Teil 1

Wednesday, April 14th, 2010

Der Mann, H.F.S. Morgan, der die Geschicke der Morgan Motor Company mehr als 50 Jahre lang lenken sollte, wurde 1881 als Sohn eines Geistlichen in Morton Jeffries Rectory, Herefordshire, England geboren.

Seine Ausbildung erhielt Morgan in Stone House, Broadstairs, am Marlborough College und am Chrystal Palace Engineering College.

Seine Karriere begann er als 18-jähriger Schüler von William Dean dem Chefingenieur von GWR Railway Works in Swindon, wo er sieben Jahre als Bauzeichner arbeitete.

Morgan Runabout©flickr/exfordy

1906 im Alter von 25 Jahren verließ er dann GWR und eröffnete seine eigene Werkstatt in Malvern Link. Hier unterhielt er auch eine erfolgreiche Buslinie  mit einem 15-Sitzer von Wolseley.

Morgan war dann auch in der Lage sich sein eigenes Motor-Fahrzeug zu kaufen, ein Eagle Tandem.  Zuvor hatte er seine Fahrzeuge immer von einem Mr. Marriot, dem ersten Autohändler in Hereford, gemietet.  Darunter auch einen Benz mit dem während seiner Zeit als Bauzeichner einen Unfall hatte. Die Reparatur des Fahrzeuges war so teuer gewesen, dass er seine Pläne für ein eigenes Auto für einige Zeit auf Eis legen musste.

Der Eagle war ein Dreirad mit Wasser gekühltem 8 PS De Dion Motor. Die Erfahrungen mit diesem Fahrzeug und mit einem 7 PS Zweizylinder mit dem Namen „The Little Star“ bewegten ihn dazu, sein eigenes Dreirad zu konstruieren.
Es entstand ein Dreirad mit Rohrgestell und 7 PS Zweizylinder-Motor von Peugeot. Der erste Morgan Runabout war geboren.

Da H.F.S. Morgan in seiner Werkstatt nur begrenzte Möglichkeiten hatte, nahm er gerne die Hilfe von Mr. Stephenson Peach, dem damaligen Lehrer für Ingenieurswesen an den Colleges von Malvern und Repton und dem Enkel des Erbauers der Dampflokomotive „Rocket“.
Das erste Design war schon sehr erfolgreich dank des starren Rahmens, des geringen Gewichts und der vorderen Einzelradaufhängung.

Ursprünglich hatte Morgan gar nicht die Absicht mehr Fahrzeuge für den Verkauf zu produzieren, aber nach ein paar positiven Kommentaren entschied er sich dann doch ein paar zu bauen. Mit etwas Geld von seinem Vater für Maschinen und eine Erweiterung der Werkstatt in Malven, konnte er ab 1910 produzieren. Das Patent wurde gewährt und die Zeichnungen hierfür machte ein kluger junger Mann, der später noch eigenen Ruhm erlangen sollte, als Sir John Black von der Standard Motor Company.

Der Name Morgan trat zum ersten Mal auf der Olympia Motor Show 1910 in Erscheinung. Zwei Einsitzer Dreiräder mit 8 PS Zweizylinder bzw. 4 PS Einzylinder J.A.P Motoren sicherten ein paar Aufträge. Aber es wurde schnell klar, dass die Fahrzeuge als Zweisitzer wesentlich populärer wären.

Die Morgan Motor Company wurde 1912 als private Aktiengesellschaft, mit Morgans Vater als Vorsitzendem und Morgan selber als Geschäftsführer, gegründet.

Morgan machte sich in dieser Zeit auch erstmals einen Namen im Rennsport. Von Anfang an war die Morgan Motor Company ein Familienunternehmen, bei dem sogar Morgans Schwester an Zuverlässigkeitsprüfungen mit einem Morgan Dreirad teilnahm. Am Ende des Jahres hatte der Runabout mehr Preise im Bezug auf Zuverlässigkeit und Schnelligkeit geholt, als alle anderen „Cyclecars“ oder „Light Cars“.

1913 baute Morgan Rennwagen mit längerem Chassis und gewann in Frankreich sogar den Grand Prix gegen die starke Konkurrenz vierrädriger Fahrzeuge vom Kontinent.
1914 wurde Morgan dann allerdings vom RAC Lightcar and Cyclecar Trial ausgeschlossen, weil sein Fahrzeug nur drei statt vier Räder hatte. Dies gab natürlich zu denken und ein vierrädriges Fahrzeug wurde konzipiert aber nie gebaut. Es sollten noch 20 Jahre vergehen, bis das erste vierrädrige Fahrzeug gebaut wurde.

1918 wurde eine neue Fabrik eröffnet, die fortan allgemein unter dem Namen „Works“ bekannt war. 1925 übernahm Georg Goodall die Position des General Managers von A. Hales, der seit 1911 in der Firma war.