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NASCAR-Rennen

Tuesday, April 6th, 2010

Ein wahrlich amerikanischer Klassiker sind die NASCAR-Rennen in den USA.

Für uns Europäer wohl am verblüffendsten ist die Tatsache, dass bei diesen Rennen der Stand der Technik dem der 1960er Jahre entspricht.

Die Fahrzeuge haben mit rund 1500 Kilogramm ein hohes Gewicht und sind alle mit 5,9 Liter V8-Motoren und Vierganggetriebe ausgerüstet. Gebremst wird mit Stahlbremsen und auf Elektronik, Titan und Keramik wird verzichtet. Verbundstoffe gibt es nur für den Fahrersitz.

Sprint Cup Series Texas©flickr/Ford Racing

Racing pur ohne technischen Firlefanz und ohne die Möglichkeit durch Manipulation zu „betrügen“, so lieben die Amerikaner ihre NASCAR-Rennen. Und dies zeigt sich nicht nur am Jahresumsatz für Fanartikel, der auf zwei Milliarden Dollar geschätzt wird. Und auch äußerlich gleichen sich die Fahrzeuge, da sie alle dem Original von Chevrolet, Ford, Dodge oder Toyota ähnlich sehen müssen, ohne dass Veränderungen vorgenommen werden. Einzig durch die Lackierung unterscheiden sich die Fahrzeuge, da diese nach den Wünschen der Sponsoren gestaltet wird.

Das Unternehmen wird in dritter Generation von der France-Familie geführt, die ziemlich autoritär herrscht. Hier gelten noch die alten amerikanischen Werte wie gutes Benehmen und Auftreten. Man ist stolz Teil von etwas so Großem zu sein, wie den NASCAR-Rennen. Und gutes Benehmen sowie gegenseitige Hilfe ist auch wichtig wenn man 200 Tage im Jahr aufeinander klebt. Hier entscheiden sich die NASCAR-Rennen deutlich von der Formel 1.

Bei den Serien werden zwei Serien parallel gefahren, die nach dem jeweiligen Sponsor benannt sind. Dies sind zurzeit die erste Serie, der „Sprint Cup“ (wobei Sprint der Name eines Mobilfunkbetreibers ist), und die zweite Serie, „Nationwide“ (der Name einer Versicherung). Meist findet das Nationwide-Rennen am Samstag und das Sprint Cup Rennen am Sonntag statt. Nicht wenige der Spitzenfahrer fahren in beiden Rennen.

Auf 22 verschiedenen Strecken, nicht nur in Daytona,  von Kalifornien bis New York und von Florida bis New Hampshire finden 36 Rennen statt, das heißt, dass auf 14 Strecken zweimal gefahren wird. Grundsätzlich gibt es bei jedem Rennen 43 Starter. An einem Rennsonntag sehen rund 155.000 Zuschauer das Rennen direkt am „Speedway“ und rund 40 Millionen verfolgen es am Bildschirm.

California Speedway©flickr/Kurisu

Ausländer haben es schwer bei den NASCAR-Rennen, seit 2007 erst ist auch Toyota zugelassen, und Fahrer wie Juan Pablo Montoya müssen erst mal Lehrgeld zahlen um sich zu etablieren. Auch der Einstieg von Red Bull Racing als Teameigner ins Renngeschäft war keine einfache Sache.

Typisch amerikanisch eben, wie auch die Nationalhymne, Fahnen und Paraden und die Segnung durch einen Pfarrer vor Rennbeginn.

Die bei uns bekanntesten Namen des NASCAR Rennsports sind wohl Dale Ernhardt, der 2001 bei einem Rennen in Daytona starb und der des heute 72-jährigen Richard „The King“ Petty.