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Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge Teil 2

Friday, March 19th, 2010

1954/55 kam immer wieder der blaue Renntransporter von Mercedes-Benz zum Einsatz, der die Silberpfeile von Stuttgart zu den diversen Rennorten transportierte.

Als 1955 beim Grand Prix in Monza noch ein Silberpfeil mit einem längeren Radstand gebraucht wurde, weil sich dieser Radstand auf der Strecke im Training als ideal erwies, konnte dieser Dank des bis zu 170 km/h schnellen Transporters noch rechtzeitig zum Rennbeginn aus Stuttgart geliefert werden. So hatten sowohl Stirling Moss als auch Juan Miguel Fangio, der das Rennen dann auch gewann, optimale Voraussetzungen.

Seine Power bekam der auf 192 PS gedrosselte Transporter von einem  Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor. Die Fahrerkabine des Transporters basierte auf einem 180er Ponton Mercedes-Benz und der x-förmige Stahl-Ovalrohrrahmen stammte vom 300 S und wurde vorne und hinten verlängert. So ergab sich eine Länge von 6,75 Metern.

Renntransporter©flickr/stephenhanafin

Auf der Internationalen Automobilausstellung 1955 wurde endlich ein Transporter vorgestellt, der kein Pkw- oder Lkw-Abkömmling war, sondern wirklich die Bedürfnisse der Geschäftskunden befriedigen konnte. Der L 319 sollte zum Exportschlager der Wirtschaftswunderzeit werden. Es gab ihn als Kastenwagen, Pritschenwagen und Kipper und wurde ab 1956 in Sindelfingen gebaut. In Mannheim wurde ab 1956 der Kleinomnibus O 319 gebaut.

Der Transporter konnte nicht mit neuer Technik aufwarten, hatte ein einfaches Fahrwerk Starrachsen und Blattfedern und war mit dem 1,8 Liter-Dieselmotor für die 1,75 Tonnen Nutzlast recht schwach motorisiert. Aber er erfüllte die Bedürfnisse die die Kunden an ihn stellten und war wegen seiner hohen Laufleistung und dem niedrigen Verbrauch sehr begehrt. Im September 1965 wurde der 100.000. Transporter gebaut und bis 1968 blieb die Baureihe auf dem Markt.

Der Mercedes-Benz 206 D wurde 1972 der Transporter für die Flotte des Hermes Versandservice, den der Otto Versand gegründet hatte. Und auch die Nachfolger der 207er, 208er und seit 1995 auch der Sprinter wurden von Hermes genutzt. 1993 waren sogar drei Elektro-Fahrzeuge des TI-Typs 308 E beim Hermes im Einsatz und wurden getestet. Dank ihrer Zuverlässigkeit kamen die Mercedes-Benz Transporter in den Folgejahren recht oft zum Einsatz. Sie wurden unter anderem genutzt von der Feuerwehr, der Polizei, von den Bauhöfen der Städte und Gemeinden und nicht zuletzt als Behinderten-Fahrzeug.

Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge Teil 1

Monday, March 15th, 2010

Ein kleiner Überblick über die Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz von den Anfängen bis zum 2. Weltkrieg.

Nachdem sich die Firmen Mercedes (Daimler-Motoren-Gesellschaft) und die Benz & Cie., Rheinische Automobil- und Motorenfabrik 1926 zu einer Interessengemeinschaft zusammenschlossen, konzentrierten sich die Entwicklung und der Bau von Nutzfahrzeugen auf Gaggenau. Durch die Fusion entstand auch der Markenname Mercedes-Benz, der bis heute im Bereich der Pkws und Nutzfahrzeuge Bestand hat.

Damals wie heute war Rationalisierung in der Produktion für Mercedes-Benz ein wichtiges Ziel, schon deshalb, weil beide Firmen recht ähnliche Produkte anboten. Im Gegensatz zum Pkw-Bereich waren bei den Nutzfahrzeugen die Konstruktionen von Benz dominierend. Das von Prosper L’Orange im Jahre 1909 entwickelte Diesel-Vorkammerverfahren, bildete die Grundlage für schnelllaufende Dieselmotoren in den Fahrzeugen. Dieses Verfahren war von Benz 1924 erstmals eingesetzt worden. Es dauerte aber noch bis zur Mitte der 1930er Jahre, bis sich die Dieselmotoren in den Nutzfahrzeugen wirklich durchsetzten.

Eins der ersten Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge war der L 3/4 mit 770 Kilogramm Nutzlast. Er basierte auf dem 8/38 PS-Personenwagen, den Ferdinand Porsche entwickelt hatte. Die Tatsache, dass dieser Wagen nicht sonderlich erfolgreich war, führte dazu, dass Porsche aus dem Unternehmen ausschied.

Den L 3/4 gab es als Kastenwagen, Aussichtswagen mit 11 Sitzen als Fleischerwagen und als Hotelomnibus. Das Fahrzeug wurde ab 1928 mit 2,6 Liter-Motor verkauft und 1932 vom stärkeren L 1000 abgelöst. Dieser hatte 1 Tonne Nutzlast. Die Aufbauten des L 1000 waren recht vielfältig, da sie oft von Fremdfirmen gefertigt wurden. Er diente unter anderem als Postfahrzeug oder als Servicefahrzeug auf Flughäfen und als Pendelbus vom Flughafen in die Stadt. Auch heute noch sind Mercedes-Benz Transporter auf Flughäfen im Einsatz.

1932 wurde auf dem Pariser Autosalon von Daimler-Benz der Typ 170 vorgestellt und fand große Beachtung. Von nun an standen die Schwingachsen der achslosen Radaufhängung in dem Ruf, für besonders sichere Fahreigenschaften zu sorgen.
Der aus dem Pkw entstandene Transporter war der L300 der von 1932 bis 1935 produziert wurde. Er hatte ein Gewicht von 1150 Kilogramm und eine Nutzlast von 350 Kilogramm.

1936 wurde auf der Internationalen Automobilausstellung der 170 V vorgestellt. Er sollte der meistgebaute Pkw der Vorkriegszeit werden. In den Varianten als Kasten-, Liefer- und Krankenwagen war er derjenige mit dem die Produktion bei Daimler-Benz 1946 wieder einsetzte. Nach schwierigen Zeiten, während der Weltwirtschaftskrise und dem 2. Weltkrieg, ging es dann wirtschaftlich wieder aufwärts.

Hier gibt es mehr Informationen zu den heutigen Trucks von Mercedes-Benz.