1954/55 kam immer wieder der blaue Renntransporter von Mercedes-Benz zum Einsatz, der die Silberpfeile von Stuttgart zu den diversen Rennorten transportierte.
Als 1955 beim Grand Prix in Monza noch ein Silberpfeil mit einem längeren Radstand gebraucht wurde, weil sich dieser Radstand auf der Strecke im Training als ideal erwies, konnte dieser Dank des bis zu 170 km/h schnellen Transporters noch rechtzeitig zum Rennbeginn aus Stuttgart geliefert werden. So hatten sowohl Stirling Moss als auch Juan Miguel Fangio, der das Rennen dann auch gewann, optimale Voraussetzungen.
Seine Power bekam der auf 192 PS gedrosselte Transporter von einem Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor. Die Fahrerkabine des Transporters basierte auf einem 180er Ponton Mercedes-Benz und der x-förmige Stahl-Ovalrohrrahmen stammte vom 300 S und wurde vorne und hinten verlängert. So ergab sich eine Länge von 6,75 Metern.
Auf der Internationalen Automobilausstellung 1955 wurde endlich ein Transporter vorgestellt, der kein Pkw- oder Lkw-Abkömmling war, sondern wirklich die Bedürfnisse der Geschäftskunden befriedigen konnte. Der L 319 sollte zum Exportschlager der Wirtschaftswunderzeit werden. Es gab ihn als Kastenwagen, Pritschenwagen und Kipper und wurde ab 1956 in Sindelfingen gebaut. In Mannheim wurde ab 1956 der Kleinomnibus O 319 gebaut.
Der Transporter konnte nicht mit neuer Technik aufwarten, hatte ein einfaches Fahrwerk Starrachsen und Blattfedern und war mit dem 1,8 Liter-Dieselmotor für die 1,75 Tonnen Nutzlast recht schwach motorisiert. Aber er erfüllte die Bedürfnisse die die Kunden an ihn stellten und war wegen seiner hohen Laufleistung und dem niedrigen Verbrauch sehr begehrt. Im September 1965 wurde der 100.000. Transporter gebaut und bis 1968 blieb die Baureihe auf dem Markt.
Der Mercedes-Benz 206 D wurde 1972 der Transporter für die Flotte des Hermes Versandservice, den der Otto Versand gegründet hatte. Und auch die Nachfolger der 207er, 208er und seit 1995 auch der Sprinter wurden von Hermes genutzt. 1993 waren sogar drei Elektro-Fahrzeuge des TI-Typs 308 E beim Hermes im Einsatz und wurden getestet. Dank ihrer Zuverlässigkeit kamen die Mercedes-Benz Transporter in den Folgejahren recht oft zum Einsatz. Sie wurden unter anderem genutzt von der Feuerwehr, der Polizei, von den Bauhöfen der Städte und Gemeinden und nicht zuletzt als Behinderten-Fahrzeug.


