Zwischen 1972 und 1976 wurde der VW SP2 von Volkswagen do Brasil für den dortigen Markt gebaut. Die Abkürzung SP stand dabei übrigens für São Paulo.
Da in den 1970er Jahren der brasilianische Markt aufgrund hoher Einfuhrzölle für Importe so gut wie geschlossen war, und durchaus ein Bedarf an sportlichen Autos bestand, beschloss man im brasilianischen Volkswagenwerk unter der Leitung von Rudolf Leiding den SP1 und SP2 zu bauen.
Vorgestellt wurde der als Projekt X bezeichnete Prototyp des SP2 dann auch 1971 auf der „Deutschen Industrieausstellung“ in São Paulo.
Dieses dort vorgestellte Fahrzeug diente unter anderem auch Karmann do Brasil als Vorlage zur Herstellung der benötigten Karosseriebauwerkzeuge, da die Stahlkarosserie bei Karman gefertigt und erst dann an VW geliefert wurde.
Basis für das Sportcoupé SP2 war die Plattform des brasilianischen VW 1600 Variant, der Motor war allerdings ein auf 1700 ccm vergrößerter Vierzylinder-Boxermotor, der 65 (DIN)PS leistete. Der Verbrauch des bis zu 161 km/h schnellen Volkswagen SP2 lag bei 10,5 l/100 km und für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigte er 17,4 Sekunden.
Vom schwächeren SP1 mit 54 (DIN)PS und 149 km/h Höchstgeschwindigkeit wurden nur 162 Stück gebaut. Beide Modelle hatten vorne Scheiben- und hinten Trommelbremsen. Die Länge lag bei 4,217 Metern (Radstand 2,4 Meter), die Breite bei 1,610 Metern und die Höhe bei 1,158 Metern.
Der Innenraum war recht luxuriös mit gepolstertem Armaturenbrett und VDO- Anzeigen, Tacho mit Tageskilometerzähler, Drehzahlmesser, Tankanzeige, Amperemeter, Öltemperaturanzeige und Zeituhr. Die Instrumentenbeleuchtung konnte gedimmt werden und es gab auch einen Aschenbecher mit beleuchtetem Zigarettenanzünder. Die Sitze waren sehr komfortabel, hatten integrierte Kopfstützen und serienmäßig Drei-Punkt-Gurte. Zu haben war die Innenausstattung wahlweise in beige oder schwarz. Und auch zwei Kofferräume hatte der VW SP2. Der vordere fasste 140 Liter, der hintere 205 Liter und war über die große Heckklappe zugänglich.
Beide SP-Modelle waren auch aufgrund des recht hohen Gewichts von 890 Kilogramm nicht gerade sehr leistungsstark weshalb SP auch im allgemeinen Sprachgebrauch auch oft für Sem Potência (ohne Leistung) stand. Der brasilianische Puma zum Beispiel war mit ähnlichem Motor deutlich leichter und auch deutlich schneller.
Den Verkauf in andere Länder wie Deutschland und die USA verhinderte ein kleines Konstruktionsdetail; die Frontscheinwerfer lagen zu tief, was Vorschriften in diesen Ländern wiedersprach, und außerdem stand in Deutschland der Scirocco bereits in der Entwicklung, so dass der SP2 ein Konkurrent aus dem eigenen Hause gewesen wäre.
Bis zum Produktionsende im Februar 1976 wurden nur 10.193 Exemplare gebaut.
Der SP3 schaffte es nicht über das Stadium des Prototypen hinaus.


