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Der Wartburg 353

Wednesday, March 31st, 2010

Wohl das beliebteste Auto in der ehemaligen DDR war der Wartburg 353 Tourist, der 1967 sein Debüt feierte.

Wen wundert es also, dass man bis zu 15 Jahre auf den Kombi warten musste. Konzipiert war der Wartburg 353 Tourist mit einer Nutzlast von 440 Kilogramm in erster Linie für den Transport von Baumaterial und anderen Gütern. Aber er erwies sich auch als das ideale Fahrzeug für die Fahrt in den Urlaub.

Wartburg Tourist©flickr/tm-md

Hergestellt wurde das Fahrzeug in den Karosseriewerken Halle und Dresden.

Seit 1966 schon war die Limousine auf dem Markt. Die kantige Form stammte von dem Eisenacher Designer Hans Fleischer, Karosseriepressen und Werkzeug allerdings aus Frankreich.
Für den Wartburg 353 wurde das Fahrgestell des 312 genutzt. Und auch wenn das neue Fahrzeug mit deutlichen Verbesserungen aufwarten konnte, so blieb doch der Kühler auf seiner ungünstigen Position hinter dem Motor, was den Einsatz eines lauten Lüfters notwendig machte. Grund hierfür war, dass Fahrgestell und Karosserie vom Wartburg 312 und Wartburg 353 austauschbar bleiben sollten. Knapp 20 Jahre später im Jahr 1985 kam dann endlich der Frontkühler. Immerhin hatte der 353 von Beginn an eine 12-Volt Anlage und ab 1967 auch ein Vollsynchrongetriebe. Statt des 36er Fallstromvergasers kam 1982 ein Jikov-Vergaser. 1969 wurden aus den bisherigen 45 PS dann die endgültigen 50 PS. Lediglich einige Limousinen für „Sonderbedarfsträger“ wie etwa die Stasi hatten zwischen 1971 und 1975 55 PS.

Um Gewicht einzusparen wurden beim Wartburg 353 dünnere Bleche als beim 312 verwendet. Außerdem waren Heckklappe und die hinteren Kotflügel beim Kombi aus Kunststoff. Gegen Aufpreis gab es ein Stahlschiebedach, eine Anhängerkupplung, ein Radio, die hintere Wisch-Wasch-Anlage, Halogen-Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte sowie Knüppelschaltung.

Der W 353 (W für Weiterentwicklung) hatte zum ersten Mal vordere Scheibenbremsen und eine Zweikreis-Hydraulik. Zur Serienausstattung gehörten auch eine Sicherheitslenksäule und Automatik-Sicherheitsgurte. Kopfstützen gab es ab 1980 optional und serienmäßig ab 1984.

Gebaut wurden zwischen 1966 und 1975 vom Wartburg 353 356.330 Stück und zwischen 1975 und 1988 vom Wartburg 353 W 868.860 Stück. Der Export nach Westeuropa war schwierig, da dort bereits das Viertakter-Zeitalter angebrochen war. In die Bundesrepublik gelangten ganze 735 Fahrzeuge.

Der Wartburg Sport 313/1

Saturday, March 27th, 2010

Auf Basis des Wartburg 311 entstand beim VEB Automobilwerk Eisenach (AWE) der Wartburg Sport 313/1, der im Frühjahr 1957 auf der Leipziger Messe vorgestellt wurde.

Das Sport Cabriolet hatte ein abnehmbares Hardtop aus Stahlblech, wohingegen das Softtop nur gegen Aufpreis erhältlich war.

Auch wenn der Radstand der gleiche war, wie beim Wartburg 311, so war doch die Motorhaube wesentlich länger. Dies ging auf Kosten der Fahrgastzelle, die um 50 Zentimeter verkürzt war. Front- und Heckpartie waren Eigenentwürfe aus Eisenach und wurden in den ersten Monaten dort auch gefertigt. Ab Mitte 1958 wurden sie dann aber im VEB Karosserie-Werk Dresden hergestellt.

Wartburg Sport (mitte)©flickr/sludgegulper

Fahrwerk und Chassis waren nur geringfügig verändert worden. Das Fahrwerk hatte vorne Einzelradaufhängung und hinten eine leichte Starrachse mit paralleler Radführung. Das Chassis war am vorderen Querträger und Kastenquerträger modifiziert.

Der Motor allerdings war deutlich verändert worden. Er hatte, im Gegensatz zum Wartburg 311, zwei Fallstromvergaser mit getrennten Ölsiebluftfiltern und einer höheren Verdichtung. Gekühlt wurde die Maschine durch eine Pumpenumlaufkühlung. Wegen der höheren Drehzahlen wurde eine Kraftstoff-Öl Mischung von 25:1 statt 33:1 empfohlen.

So wurden aus den 37 PS beim Wartburg 311 satte 50 PS beim Wartburg Sport. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 140 km/h. Obwohl das Fahrzeug auf Grund seines hohen Gewichts nicht über besonders sportliche Fahreigenschaften verfügte war es doch eines der schnellsten Autos auf den Straßen der damaligen DDR.

Erst 1959 bekamen alle Modelle von Wartburg ein vom zweiten bis zum vierten Gang sperrsynchronisiertes Getriebe. Um in den ersten Gang zu kommen, musste man immer noch Zwischenkuppeln und Zwischengas geben.
Auch die Bremsanlage war beim Wartburg Sport 313/1 verbessert worden.

Der Innenraum des Fahrzeugs war ausgestattet mit Ledersitzen und einer lederbezogenen Instrumententafel aus Holz. Die Instrumente waren die gleichen wie in der Limousine, allerdings hatte der Tacho eine neue Skalierung bis 160 km/h. Das Lenkrad, das nur für den Wartburg Sport angefertigt wurde, war aus elfenbeinfarbigem Kunststoff mit Hupenring.

Zwischen 1957 und 1960 wurden neben den 4 Prototypen aus dem Frühjahr 1957 ganze 469 Wartburg Sport gebaut, von denen 143 in den Export gingen, acht Stück sogar in die USA. Von diesen stand das erste schon 1958 auf der Auto Show in New York.