Wohl das beliebteste Auto in der ehemaligen DDR war der Wartburg 353 Tourist, der 1967 sein Debüt feierte.
Wen wundert es also, dass man bis zu 15 Jahre auf den Kombi warten musste. Konzipiert war der Wartburg 353 Tourist mit einer Nutzlast von 440 Kilogramm in erster Linie für den Transport von Baumaterial und anderen Gütern. Aber er erwies sich auch als das ideale Fahrzeug für die Fahrt in den Urlaub.
Hergestellt wurde das Fahrzeug in den Karosseriewerken Halle und Dresden.
Seit 1966 schon war die Limousine auf dem Markt. Die kantige Form stammte von dem Eisenacher Designer Hans Fleischer, Karosseriepressen und Werkzeug allerdings aus Frankreich.
Für den Wartburg 353 wurde das Fahrgestell des 312 genutzt. Und auch wenn das neue Fahrzeug mit deutlichen Verbesserungen aufwarten konnte, so blieb doch der Kühler auf seiner ungünstigen Position hinter dem Motor, was den Einsatz eines lauten Lüfters notwendig machte. Grund hierfür war, dass Fahrgestell und Karosserie vom Wartburg 312 und Wartburg 353 austauschbar bleiben sollten. Knapp 20 Jahre später im Jahr 1985 kam dann endlich der Frontkühler. Immerhin hatte der 353 von Beginn an eine 12-Volt Anlage und ab 1967 auch ein Vollsynchrongetriebe. Statt des 36er Fallstromvergasers kam 1982 ein Jikov-Vergaser. 1969 wurden aus den bisherigen 45 PS dann die endgültigen 50 PS. Lediglich einige Limousinen für „Sonderbedarfsträger“ wie etwa die Stasi hatten zwischen 1971 und 1975 55 PS.
Um Gewicht einzusparen wurden beim Wartburg 353 dünnere Bleche als beim 312 verwendet. Außerdem waren Heckklappe und die hinteren Kotflügel beim Kombi aus Kunststoff. Gegen Aufpreis gab es ein Stahlschiebedach, eine Anhängerkupplung, ein Radio, die hintere Wisch-Wasch-Anlage, Halogen-Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte sowie Knüppelschaltung.
Der W 353 (W für Weiterentwicklung) hatte zum ersten Mal vordere Scheibenbremsen und eine Zweikreis-Hydraulik. Zur Serienausstattung gehörten auch eine Sicherheitslenksäule und Automatik-Sicherheitsgurte. Kopfstützen gab es ab 1980 optional und serienmäßig ab 1984.
Gebaut wurden zwischen 1966 und 1975 vom Wartburg 353 356.330 Stück und zwischen 1975 und 1988 vom Wartburg 353 W 868.860 Stück. Der Export nach Westeuropa war schwierig, da dort bereits das Viertakter-Zeitalter angebrochen war. In die Bundesrepublik gelangten ganze 735 Fahrzeuge.



